Für ein besseres Gesprächsklima in Kliniken

Für ein besseres Gesprächsklima in Kliniken

Beate Kampel ist Trainerin für medizinisch interpersonelle Kommunikation

Krankheit ist persönlich. Die Kommunikation zwischen medizinischem Personal und Patienten*innen mit ihren Angehörigen ist von großer Bedeutung.

Kommunikationstrainerin Beate Kampel unterstützt Mediziner*innen und Pflegepersonal in ihrem Beruf durch eine Simulation von schwierigen Gesprächssituationen. Sie nimmt dabei den Platz der Patienten*innen oder Angehörigen ein und gibt nach der Übung eine Rückmeldung zum Gespräch aus der Patientenperspektive. Persönliche Kommunikationsstile werden sichtbar. Im Anschluss werden generelle Gesprächstechniken besprochen, um die kommunikativen Kompetenzen der Teilnehmenden weiter zu stärken.

 

Kommunikation, Für ein besseres Gesprächsklima in Kliniken, Ilona Orthwein Unternehmens- und Organisationsberatung

Beate Kampel

Beate Kampel ist Ethnologin, Schauspielerin und Regisseurin. Das befähigt sie, unterschiedliche Patienten- und Angehörigenfiguren für Gesprächssimulationen realitätsnah umzusetzen. Seit mehr als 15 Jahren schlüpft sie schon als Simulationspatientin in schwierige Rollen und wertet gemeinsam mit den Gesprächspartnern die Situationen aus. Dabei kommt sie dem Klinikalltag sehr nahe.

Im Simulationsprogramm der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat sie ihr Wissen über die Lehrmethode der Gesprächssimulation als langjährige Mitarbeiterin erlernt und stetig erweitert.

Aus diesen Erfahrungen in der medizinischen Gesprächsführung entwickelt und vermarktet Frau Kampel seit Anfang 2018 ihre eigenen Trainingsangebote. Sie paart theoretisches Wissen über verschiedene Gesprächstechniken mit praktischen Interaktionsübungen. Auch bereitet sie Menschen, die in Gesundheitsberufen arbeiten, auf schwierige Gespräche vor und bietet E-Learning-Tools für Kliniken an.

Ihr Angebot erfreut sich einer wachsenden Nachfrage, denn Verbesserung in der medizinischen Kommunikation wird immer stärker gefordert und erhält in der medizinischen Aus- und Weiterbildung einen immer größeren Zuspruch.

Was hat das Gründercoaching gebracht?

Beate Kampel: Die konkrete und umfassende Expertise und das Wissen von Ilona Orthwein hat mir sehr geholfen, mein Geschäftskonzept zu entwickeln. Ihre symathische freundliche Art hat mir gut gefallen. Vieles, was ich im Gründercoaching und beim Erstellen meines Businessplans gelernt habe, war für mich Neuland. Denn ich komme beruflich aus einem ganz anderen Bereich. Sehr gefreut habe ich mich auch, dass ich mit Hilfe von Frau Orthwein eine finanzielle Förderung meiner Gründung erhalten konnte.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Für Kommunikationstrainer ist es oft nicht leicht, am Markt Fuß zu fassen. Es gibt sehr viele Angebote und folglich einen harten Wettbewerb. Frau Kampel trifft mit ihrem Angebot auf einen hohen Bedarf. Sie hat eine Zielgruppe, die sich bewusst ist, dass sie solche Unterstützung braucht und auch in der Lage ist, für solche Trainings zu bezahlen. Zudem ist ihr Angebot ausbaufähig. Sie kann aufgrund ihrer persönlichen Kompetenzen z. B. Schulungsvideos oder E-Trainings anbieten.


Warum spezielle Kommunikationstrainings für den medizinischen Bereich?

Das Selbstverständnis von Patient*innen und ihren Angehörigen gegenüber Ärzt*innen und Therapeut*innen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Die Mehrheit will heutzutage als gleichberechtigter Partner behandelt und ernst genommen werden. Das hat eine Studie der Techniker Krankenkasse bereits im Jahr 2010 ergeben.

Leider ist der Kommunikationsstil vieler Mediziner noch immer oft sehr vertikal, das heißt „von oben herab“. Patient*innen und ihre Angehörigen fühlen sich mit ihren Anliegen oft zu wenig wahrgenommen. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass ärztliche Anweisungen nicht beherzigt oder Therapien eigenmächtig abgebrochen werden, und die Patient*innen sich selbst schaden.

Viele Mediziner werden zudem auf schwierige Gesprächssituationen in ihrer Ausbildung nicht angemessen vorbereitet. Einem Menschen mitzuteilen, dass er stirbt, bedeutet eine immense Herausforderung, die nie leicht fallen wird. Hier Unterstützung zu erhalten, ist eine Hilfe für alle Beteiligten.

Über den Autor

Ilona Orthwein administrator

Kauffrau und Sozialwissenschaftlerin (M.A.), über 12 Jahre im internationalen Bankgeschäft tätig, seit 2003 Inhaberin der "Ilona Orthwein Unternehmens- und Organisationsberatung", Buchautorin und Gründerin der Plattform Unternehmerinnen.org

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