Schlagwort-Archiv Gründung

Positionierung im Marketing

Positionierung

Wenn Gründer*innen sich mit dem wichtigen Thema Marketing beschäftigen, stoßen sie sehr bald auf den Begriff „Positionierung“.

„Positonierung“ ist eines der 5 „P“ im Marketing-Mix: Produkt, Preis, Promotion, Personen … und Positionierung.

Was ist Positionierung?

Die wohl kürzeste Definition für Positionierung stammt von dem britischen Werbefachmann David Mackenzie Ogilvy

Positionierung = Was das Produkt leistet – und für wen

Es geht also um das gezielte Darstellen von Stärken und Qualitäten, durch die sich ein Angebot  in den Augen der Zielgruppe positiv von anderen Produkten oder Dienstleistungen unterscheidet. Es ist also wichtig, das eigene Alleinstellungsmerkmal (USP) zu entwickeln und entsprechend zu kommunizieren. Dazu gehört, dass man zuvor die eigene Zielgruppe genau definiert hat.

Muss man für die Positionierung das sprichwörtliche Rad neu erfinden? Nein!

Auch ein bewährtes Geschäftsmodell wird einzigartig, wenn man es auf eine klar definierte Zielgruppe neu ausrichtet!

Die meisten Unternehmen versuchen mit einer einzigen Lösung verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Das bereitet oft Probleme. Von einer dezidierten Positionierung auf eine einzige Zielgruppe ausgerichtet, können gerade kleine Unternehmen und Gründungen profitieren.

Klare Positionierung lohnt sich

Der Markteintritt wird leichter, wenn man die Zielgruppe eingrenzt. Und man kann besser auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingehen. Und es lassen sich Innovationen entwickeln, um den Bedürfnissen der Zielgruppe noch mehr entgegenzukommen. Als Folge wird das dezidierte Angebot wertvoller als Konkurrenzangebote mit wenig ausgeprägter Positionierung

Das führt auch dazu, dass Kunden nicht nur besser erreicht und langfristig gebunden werden, sondern je klarer die Positionierung, umso eher sind Kunden auch bereit, höhere Preise zu bezahlen.

Gleichzeitig sinken die Kosten für die Entwicklung des Angebots. Denn eine spitze Positionierung erlaubt es, sich zu fokussieren.  Man lernt seine Zielgruppe rasch sehr genau kennenlernen und erfährt viel über deren Bedürfnisse. Statt sich immer wieder auf andere Kunden mit neuen Problemen einzustellen, erlangen Unternehmen eine hohe Expertise in ihrer Nische.  Das spart letztlich Zeit und Ressourcen, und führt rasch zu Erfolgserlebnissen. Und gerade Gründer*innen brauchen diese positiven Rückkopplungen.

Mit einer spitzen Positionierung und der Konzentration des Unternehmens auf die eigene Nische, muss man auch  wenig Konkurrenz befürchten.  Die gute Nachricht: Es gibt in jeder Branche viele Nischen. So kann  jedes Unternehmen sein eigenes Profil finden und schärfen.

Positionierung ist die Grundlage für Markenbildung

Ziel eines Unternehmens sollte sein, schnell Marktführer in seiner Nische zu werden. Dazu darf die Nische nicht allzu groß sein. Die Engpass-konzentrierte-Strategie empfiehlt eine Nische, die etwa 20-mal so groß ist wie die  Produktions-/Lieferkapazität ist. Mit anderen Worten: Wer nur 2.000 Kunden pro Jahr zuverlässig beliefern kann, braucht nur eine Marktnische mit einem Potenzial von 40.000 Kunden. Das ist scheinbar wenig, aber dafür ist es leichter, sich dort einen Namen zu machen.

Es kommt bei einer starken Marke nicht darauf an, wie viele Menschen sie kennen, sondern darauf, wie gut sie bei ihrer Zielgruppe bekannt ist.

Das bedeutet aber keineswegs, dass somit das Unternehmenswachstum beschränkt ist. Auch in der Nische lässt sich Unternehmenswachstum  entwickeln. Zum Beispiel, in dem man weitere Angebote für dieselbe Zielgruppe schafft. Möglich ist auch, das Angebot auf weitere Zielgruppen auszudehnen.

Wie ist es um Ihre Positionierung bestellt?

Wie genau haben Sie Ihre Zielgruppe genau definiert? Wissen Sie warum Kunden kaufen (sollen)? Leider nehmen es viele Unternehmer*innen nicht so genau mit der Definition ihrer Zielgruppe. Nur, all Tipps zu Marketing, Social Media und Kundenakquise nutzen wenig, solange die Positionierung nicht spitz genug ist. Und dazu bedarf es auch einer klaren Zielgruppendefinition! Und auch, wenn du schon ziemlich gut aufgestellt bist: Es gibt immer etwas zu verbessern.

Erfolgreich positioniert haben sich z. B. die von uns beratenen Unternehmen / Gründungen:

Sie haben Fragen oder brauchen Hilfe bei der Positionierung?

Meine Kolleg*inne und ich helfen gerne.  Und es gibt eine Reihe von Fördermitteln für Beratungen zu Marketingfragen. Sprechen Sie mich einfach an!

Social Startups im Aufwind

Vom Stiefkind der Gründerlandschaft zum Thema der Politik

Inzwischen nehmen Startups aus dem Bereich Social Entrepreneurship fast 40 Prozent der Gründerlandschaft ein. Aber sie verdienen weder das meiste Geldsammeln, noch sammeln sie das meiste Wagniskapital ein oder warten mit besonders populären Frontleuten auf.  Dabei könnte ihre  Tätigkeit von großer gesellschaftlicher Relevanz sein, wie eine aktuelle Studie nahe legt.

Social Entrepreneurs sind eine treibende Kraft für unsere Gesellschaft….

… Sie sind systemverändernde Unternehmer(innen). Ihre Persönlichkeit, und damit auch ihr Engagement, ist geprägt von ihrem Bekenntnis zum Gemeinwohl, meint Ashoka-Gründer Bill Drayton

Einige Beispiele belegen das:

  • Irrsinnig Menschlich bietet eine wirksame Prävention psychischer Erkrankungen bei Schülern durch Aufklärung und Kontakt mit Betroffenen.
  • Apeiros hilft, Schulverweigerer früh zu erkennen und sofort geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
  • Serlo Education hat die „Wikipedia des Lernens“ entwickelt und ermöglicht einen erfolgreicheren Bildungsweg, weil Schüler sich ihr Wissen selbstständig und im eigenen Tempo aneignen können.

Politiker der Grünen fordern staatliche Unterstützung für Sozial Entrepreneurship

Die Politiker der Grünen wollen nun, dass Social Startups stärker staatlich gefördert werden. Zwar steht diese Förderung schon im aktuellen Koalitionspapier von Union und SPD. Aber an der Umsetzung fehlt es. So belegt Deutschland im Ranking „The best countries to be a Social Entrepreneur“ nur Platz 34 von 45 Ländern.

Schwierig ist für die Sozialen der Zugang  zu öffentlichen Fördermitteln. Aber auch Finanzierungen sind oft schwierig. Diese Unternehmen arbeiten ja nicht nach dem Prinzip der Gewinnerzielung bzw. Gewinnmaximierung, sondern für systemischen Wandel. Dieser zahlt sich langfristig aus, z. B. durch verminderte Gesundheitskosten oder die Einsparung anderer Sozialkosten.

Trotzdem werden Sozialunternehmen bislang von vielen Förderprogrammen ausgeschlossen. Ein Beispiel ist die Beratungsförderung durch die BAFA. Zaghafte Vorstöße zur Förderung gibt es allerdings. Wie ich in meinem Beitrag über das IBB-Programm MikroCrowd berichte.

Die Forerungen der Grünen gehen nun in Richtung verstärkter staatliche Unterstüzung für Social Entrepreneurs. Darunter fallen zinslose Mikrodarlehen ebenso wie eine „Stiftung für digital-soziale Innovationen mit einem angemessenen Budget“. Weitere Forderungen sind ->hier nachzulesen.

Ob und inwieweit sich diese politischen Forderungen aber umsetzen lassen, bleibt fraglich.

Aktuelle Programme für Social Entrepreneurs

Ohne auf den ganz großen Wurf von Seiten der Regierung zu warten, haben sich bereits erste Förderprogramme für Social Entrepreneurs etabliert. Neben der oben erwähnten Investitionsbank Berlin, die beispielsweise ihren GründungBONUS mit einem Volumen von bis max. 50.000 Euro den neuen Sozialunternehmen zur Verfügung stellt, gibt es bereits konkrete Förderung, u. a. seitens SocialImpact, Ashoka oder auch der Generali-Stifung mit dem Programm „The Human Safety Net“. 

Daneben sind Crowdfunding bzw. Crowddonating-Kampagnen auch immer ein gutes Mittel, um auf sich und das eigene soziale Vorhaben aufmerksam zu machen, Unterstützer zu gewinnen und Gelder einzuwerben.

Gerne unterstützen wir Social Entrepreneurs auf ihrem Weg durch gezielte Beratung und Seminare.

Wettbewerbe für Startups

Fast 170 Wettbewerbe gibt es im laufenden Jahr für Gründer und Startups

Wir erklären, warum sich eine Teilnahme auf jeden Fall lohnt!

Über 3 Millionen Euro wurden 2018 in 164 Wettbewerben an Gründer und Startups ausgeschüttet.  Aber nicht nur wegen der Preisgelder lohnt sich eine Teilnahme an den Wettbewerben.

Folgende Faktoren sprechen dafür, an Wettbewerben teilzunehmen:

#1: Die eigene Geschäftsidee auf den Prüfstand stellen

Wettbewerbe helfen, sich mit der eigenen Geschäftsidee noch einmal gründlich auseinanderzusetzen. Die eigene Arbeit am Gründungsvorhaben wird für den Wettbewerb noch einmal gründlich reflektiert.  Kritische Reflexion kommt im hektischen Gründungsalltag oft zu kurz. Die Geschäftsidee auf den Punkt zu bringen und die Aspekte wie die Zielgruppe oder das Marktpotenzial deutlich zu benennen, ist immer hilfreich. Und wer bereits gegründet hat, für den ist eine Wettbewerbsbewerbung ein guter Anlass, um auf die bisherigen Leistungen zurückzublicken und zu zeigen, was man bereits geleistet hat.

#2: Hilfreicher Fachinput und Networking

Auf den Events, die im Rahmen von Gründerwettbewerben stattfinden, tummeln sich nicht nur Mitstreiter, sondern auch Berater, Investoren und Mentoren. Und jedes Feedback von diesen Personen, kann für Gründer*innen hilfreich sein. Außerdem bieten viele Gründerwettbewerbe im Rahmenprogramm Workshops und Seminare zu unternehmensrelevanten Themen an. Und sogar begleitendes Intensivcoachings für Bereiche wie Marketing oder Finanzierung gibt es häufig.  Überdies haben nicht wenige Gründer*innen haben im Rahmen von Wettbewerben Business Angels und Finanziers kennengelernt. Manche Gründerwettbewerbe bieten zudem Alumni-Netzwerke und organisieren regelmäßig für diese exklusive Networking-Events.

#3: Öffentlichkeitsarbeit

Die Jurys der Gründerwettbewerbe selektieren jene Startups, die viel Menge Potenzial haben. Für diese wird dann auch entsprechend PR gemacht. Selbst wenn keine passenden Kapitalgeber bei den Events vor Ort sind, können sie auch über Medienberichterstattung auf Startups mit viel Potenzial aufmerksam werden. Ein gutes Beispiel ist der erste Berliner Supermarkt ohne Verpackungsmüll „Original Unverpackt“. Parallel zu Crowdfunding-Kampagne half die Prämierung im Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg  das Unternehmen erfolgreich zu finanzieren. Eine Prämierung ist ein spannendes Thema für Journalisten. Und über die Prämierten wird gerne in den Medien berichtet. Und eine Auszeichnung ist immer ein gutes Aushängeschild für ein Unternehmen. Die meisten Wettbewerbe vergeben im Falle eines Gewinns zudem ein Siegel, das man auf der Website, in Broschüren oder in den sozialen Medien der Öffentlichkeit gut zeigen kann. Das schafft Vertrauen.

#4: Auch Sachpreise locken

Neben attraktiven Preisgeldern locken die meisten Gründerwettbewerbe mit Sachpreisen, wie Coachings, kostenfreien Büro-Arbeitsplätzen, der Finanzierung von Dienstleistungen oder Medienbudgets. Alles Dinge, die Gründer*innen weiterhelfen.

Hier gibt es eine gute Übersicht über die aktuellen Wettbewerbe.

Diese drei haben es geschafft: Hauptgewinner des SINGA-Newcomer-Startup-Award 2018

Der Brexit und die Limited (Ltd.)

Brexit-Folgen für die britische Limited mit Verwaltungssitz in Deutschland

Durch die Reform von 2008 wurde die UG (haftungsbeschränkt) – auch „Mini-GmbH“ – als Kapital schonende Alternative zur GmbH ins Leben gerufen.

Bis dahin war die Gründung einer britischen Limited (Ltd.) als Rechtsform auch in Deutschland sehr beliebt. Die leichte, schnelle und preiswerte Gründung führte dazu, dass es Anfang 2006 in Deutschland über 30.000 Unternehmen mit dieser Rechtsform gab.

Schnell übersehen wurde, dass ein deutsches Unternehmen mit der Rechtsform einer brit. Limited sich in zwei verschiedenen Rechtssystemen bewegt. Im Innenverhältnis, d. h. bezüglich der Rechte und Pflichten der Gesellschaftsorgane, gilt britisches Recht. Für die Geschäftstätigkeit nach Außen jedoch deutsches Recht. Das kann zu erheblichen Problemen führen, zumal sich die Rechtsauffassungen Kontinentaleuropas vor der des anglo-amerikanischen Rechtsraums teilweise stark unterscheiden.

Aktuell ist noch nicht geklärt, wie sich der Brexit tatsächlich auswirkt. Aber je mehr Zeit verstreicht, umso wahrscheinlicher wird ein ungeregelter Brexit. Dann wird Großbritannien für die EU zum Drittstaat. Ohne „Brexit-Deal“ fehlen klare Abkommen. Damit dürfte sich die Lage für die deutschen Ltd. dramatisch ändern. Es könnte z. B. sein, dass diese Form der Limited in Deutschland nicht mehr als Rechtsform im Außenverhältnis entsprechend anerkannt wird.

Es könnte sogar sein, dass die Limited zwangsweise in eine andere Rechtsform umgewandelt wird. Denn das deutsche Recht kennt ja keine Limited. Das hätte dann haftungsrechtlich erhebliche Folgen. Wie sich ein solcher Rechtsformwechsel zudem steuerlich auswirkt, ist ebenfalls noch nicht geklärt.

Die Zeit läuft. Je nach Art und Umfang der Gesellschaft kann aber vielleicht noch rechtzeitig vor dem Brexit den Unsicherheiten entgegengewirkt werde. Gegebenenfalls kann die Limited aufgelöst und  in eine UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH umgewandelt bzw. mit einer solchen verschmolzen werden.

Auf jeden Fall empfiehlt es sich, spätestens jetzt Rat bei Experten zu suchen.

Die richtige Rechtsform finden

 

„MikroCrowd“ – ein Angebot der Investitionsbank Berlin für Gründungen und KMU

MikroCrowd – Kombination von Mikrokredit und Crowdfunding

Ein besonderes Angebot für Gründer*innen und Unternehmer*innen in Berlin

Die Investitionsbank Berlin (IBB) bietet seit geraumer Zeit das Finanzierungsinstrument „Mikrokredit aus dem KMU-Fonds“  an. Dabei werden Darlehen bis 25 TEUR bereitgestellt. Die Laufzeiten betragen in der Regel sechs Jahre. Ein Jahr ist tilgungsfrei. Anschließend erfolgt die Tilgung quartalsweise. Bearbeitungsgebühren und Bereitstellungszinsen entfallen. Die Zinsen bewegen sich um 5 Prozent. Die aktuellen Konditionen sind ->hier abrufbar.

Die IBB hat erkannt, dass eine Crowdfunding-Kampagne Aussagekraft über den Markterfolg eines Angebots oder Produkts hat. So ist man im vorigen Jahr eine Kooperation mit der Crowdfunding-Plattform Startnext eingegangen.  Wer sein Fundingziel erreicht, erhält leichteren Zugang zu weiterer Finanzierung. In diesem Fall zum Mikrodarlehen der IBB – MikroCrowd nennt sich das neue Angebot.

Warum Startnext?

Erfahrungen der Vergangenheit lassen erkennen, dass gelungene Crowdfundings durchaus immer den Weg für weitere Finanzierungsmöglichkeiten öffnen.

Die Verbindung zwischen Startnext und IBB liegt nicht nur am Standort Berlin. Startnext ist inzwischen die größte deutsche Crowdfunding-Plattform mit der längsten Erfahrung für Gründer, Erfinder, Kreative und soziale Unternehmen. Und genau diesen Zielgruppen öffnet sich die IBB auch zunehmend.

Außerdem funktioniert Crowdfunding auf Startnext noch immer nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“: Der Starter bekommt das Geld nur ausgezahlt, wenn das Fundingziel erreicht wird – wenn nicht, geht das Geld an die Unterstützer zurück. Von dieser Ursprungsform sind andere Crowdfunding-Anbieter wie z. B. indiegogo.com inzwischen abgewichen. Gegen Aufpreis kann man hier ein sogenannte „Flexifunding“ vereinbaren und bekommt dann auf jeden Fall das eingesammelte Geld, auch wenn die notwendige Zielsumme gar nicht erreicht wird.

Weiterer Vorteil: Startnext zweigt nicht einfach einen Prozentsatz X für sich vom eingesammelten Geld ab. Dieser beträgt bei den meisten Plattformen 10 Prozent. Startnext finanziert sich stattdessen über eine freiwillige Provision: Jeder Teilnehmer bestimmt selbst, ob bzw. mit welchem Betrag er Startnext unterstützt.

IBB und Social Entrepreneurs

Social Entrepreneurship liegt im Trend – gerade in Berlin. Und die Kooperation der IBB mit Startext ist zweifellos ein Meilenstein in der öffentlichen Förderung dieser Unternehmen. Denn viele diese neuen Sozialunternehmen wählen Crowdfunding als einen Weg der Finanzierung.

Bei Startnext haben bereits einige Social Entrepreneurs erfolgreich Fundings durchgeführt. Z. B.  „Original Unverpackt“,  Berlins erster Supermarkt ohne Verpackungen oder „Tandemploy“, ein Angebot für Jobsharing.

Als erste deutsche Förderbank unterstützt die IBB seit Oktober 2018 auch soziale Berliner Unternehmen. Schließlich leisten diese innovative Beiträge zur Gesellschaft, Gesundheit, Bildung, Umwelt oder Nachhaltigkeit. Einschränkungen bestehen allerdings für gemeinnützigen Unternehmen, die für Ihre Leistungserbringung wesentlich auf staatliche Zuschüsse oder Zahlungen von Sozialversicherungsträgern ausgerichtet sind.  Weitere Informationen….

Auch das Programm GründungsBONUS steht inzwischen Social Entrepreneurs zur Verfügung. Hier werden bis zu 50% der Kosten für den Aufbau einer Existenz bezuschusst. Die maximale Höhe des Zuschusses beträgt 50.000 €. Eine Kombination mit anderen Förderprogrammen ist möglich.

Vorteile von Crowdfunding

Beim Crowdfunding lassen sich Finanzierung, Promotion und Vertrieb verknüpfen. Vorhaben oder Produkte können schnell bekannt gemacht werden. Die Resonanz des Marktes lässt sich so testen. Erste Kunden und Unterstützer lassen sich  gewinnen und binden. Crowdfunder können wertvolles Feedback bekommen und auch letztlich wichtiges (Start-)Kapital einsammeln.

Für Kunden bietet Crowdfunding gute Möglichkeiten, sich direkt mit Unternehmen zu vernetzen und dazu beitragen können, dass neue Ideen Wirklichkeit werden.

Crowdfunding-Seminare von Ilona Orthwein Unternehmensberatung

So geht Startup-Finanzierung

Die verschiedenen Phasen der Startup-Finanzierung

Ohne Startups und ihre innovativen Ideen wäre unsere Welt um einiges ärmer. Dabei geht es nicht nur um rein technologische Innovationen, sondern auch um gesellschaftlich, ökonomisch und insbesondere auch ökologisch relevante. Zwar demonstrieren inzwischen schon TV-Sendungen wie „Die Höhle der Löwen“, wie Startups sich Risikokapital einwerben können. Dennoch ist das Thema Finanzplanung und Finanzierung vielen Entrepreneuren und leider auch vielen Beratern, die sie begleiten, nicht so klar. Darum hier ein paar grundlegende Infos zur Startup-Finanzierung.

Gründung

In der allerersten Phase spielt das Geld selbst noch eine untergeordnete Rolle. Hier geht es um Konzeptentwicklung, Netzwerkaufbau und Entwicklung von Prototypen bzw. Dummy-Versionen.

Finanzielle Unterstützung gibt es beispielsweise für Gründungen aus dem Hochschulkontext durch das EXIST-Programm. Häufig finanzieren Startups die erste Phase jedoch aus eigenen Mitteln bzw. mit Unterstützung von Familie und Freunden. Manche setzen auch bereits hier Crowdfunding als Finanzierungsinstrument ein. Das kann aber nur dann funktionieren, wenn das Unternehmenskonzept bzw. das Angebot schon ziemlich klar ist und man Chancen hat, über das Internet eine entsprechende Unterstützer-Crowd zu finden.

Öffentliche Beratungsförderung gibt es auch, allerdings sind viele Vorgründungsprogramme eher auf traditionelle Betriebskonzepte fokussiert. Insofern muss man schon suchen, um das richtige Tool und den richtigen Coach zu finden.

Vielleicht besteht auch schon eine Chance, in einen Inkubator zw. ein Gründerzentrum aufgenommen zu werden. Diese bieten Existenzgründer*innen viele Vorteile. Das fängt bei der Bereitstellung von Arbeits- bzw. Büroräumen an. Es geht weiter über Service- und Dienstleistungspakete, Vernetzungsmöglichkeiten bis hin zu Beratung und Coaching.

Hilfreich sind zudem Businessplan- und Gründer-Wettbewerbe.  Sie dienen dem Informationsaustausch und dem Netzwerkaufbau ebenso wie dem Marketing. Eine gute Übersicht über all diese Wettbewerbe in Deutschland gibt es -> hier.

Startup-Finanzierung 1: Seed-Phase

Jetzt geht es um die Vorbereitung des konkreten Markeintritts. Jetzt wird das Team auf- bzw. ausgebaut werden. Geld wird benötigt, um erste Gehälter zu zahlen. Ein Betaprodukt ist zu bauen und Tests durchzuführen. Marketing und Networking werden wichtiger. An dieser Stelle kommen „Accelerators“ ins Spiel. Sie ähneln in gewisser Weise den Inkubatoren bzw. Gründerzentren. Im Regelfall stellen große Konzernen diese zur Verfügung.  Sie erhoffen sich von den Startups wichtige Impulse für ihr eigenes Geschäft. Das kritisiert ->folgender Artikel auf der Plattform www.gruenderszene.de.  Unter einem weiteren ->Link finden Sie zudem eine Übersicht über die verschiedenen Acceleratoren in Deutschland.

Als Finanzierungsinstrumente in der Seedphase kommen sowohl Crowdfunding / Crowdinvesting als auch – meist erst im nächsten Schritt – Business Angels in Betracht. Gute Business Angels helfen sowohl mit ihrem Kapital als auch mit ihrem Know-how und ihrem Netzwerk. Größere Risikokapitalgeber sind hier im Regelfalle noch nicht interessiert. Sie warten erst die weitere Entwicklung des Startups ab.

Startup-Finanzierung 2: Series A

Der Markteintritt hat stattgefunden und es gibt erste günstige Prognosen. Jetzt kommen die Venture Capital-Geber ins Spiel. Denn nun ist das Geld für den weiteren Geschäftserfolg entscheidend. Man muss die Produktionsmittel erweitern und Vertriebsstrukturen ausbauen, braucht mehr Person bzw. externe Dienstleister und muss verstärkt in Marketing investieren. Der Beratungsbedarf dreht sich nun vor allem um die richtige Strategie und den jeweils nächsten wichtigen Schritt. Denn der „Proof of Concept“ ist für’s erste erbracht.

Hier kommt nun der Zeitpunkt, Investoren einzuwerben. Man nennt diese erste Finanzierungsrunde „Series A“. Ehe die Investition(en) jedoch getätigt werden, muss zunächst der Wert des Startups bestimmt werden. Anhand dieser wird entschieden, wie viele Geschäftsanteile ein Investor zu welchem Preis erhält. Differenziert wird dabei zwischen einem „Post-Money“-Wert, bei dem das neue Kapital bereits eingepreist ist und dem Wert davor („Pre-Money“). Da die gängigen Methoden zur Unternehmensbewertung hier jedoch nicht anwendbar sind, sind Startup-Bewertungen im Wesentlichen nur Prognosen. Für Startups heißt das, geschickt zu verhandeln und sich von der besten Seite zu präsentieren. Fallstricke sind außerdem zu beachten, denn VC-Verträge sind sehr komplex und im Regelfall zeitlich begrenzt. Das heißt, Endziel ist oft der Exit.

Startup-Finanzierung 3: Series B

Geht das Wachstum des Unternehmens gut weiter, können weitere Finanzierungsrunden folgen. Ziel ist das weitere Wachstum, Fokus evtl. eine Internationalisierung oder die Marktführerschaft – und natürlich oft auch der Exit, sprich der Verkauf des Startups an ein anderes Unternehmen oder einen Konzern.

Manchmal scheinen weitere Finanzierungen auch als nur rettender Ausweg, weil die Dinge doch nicht so laufen, wie gedacht. Spätestens an diesem Punkt gilt es aus meiner Sicht inne zu halten und das Unternehmenskonzept  bzw. die Strategie zu überarbeiten.

Immer neues frisches Geld hilft nichts, wenn im System selbst etwas nicht stimmt. Nur wenn die Knackstellen aufgefunden und beseitigt werden können, ist frisches Kapital sinnvoll. Andernfalls besteht nur die Chance, dass Investoren „Geld verbrennen“. Diesen mag das selbst nicht wirklich weh tun, aber es schädigt aus meiner Sicht die Startup-Kultur an sich. Fehlertoleranz und Scheitern sollte zwar akzeptiert sein, aber schön ist Scheitern nicht. Und von vorneherein einkalkuliert wird es von seriösen Gründern, die viel Zeit, Kraft und auch Herzblut in ihr Startup investieren, nicht.

Startup Finanzierung

 

Mehr zum Thema:

Exit von Startups

Venture Capital

Crowdfunding-ABC

 

Pro und Contra gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)

Was sind die Vor- und Nachteile einer gUG (haftungsbeschränkt)?

In den letzten Wochen und Monaten hatten wir in unserer Beratungspraxis häufig Gründer*innen, die eine gemeinnützige UG / gUG (haftungsbeschränkt) gründen wollten bzw. schon gegründet hatten. Im weiteren Geschäftsverlauf zeigten sich dann neben diversen Vorteilen auch einigen erhebliche Nachteile. Gründer*innen sollten diese unbedingt kennen. Nur so können sie sich für die beste Rechtsform entscheiden.

Die richtige Rechtsform finden

Grundsätzliches zur UG (haftungsbeschränkt) bzw. zur gemeinnützigen UG (haftungsbeschränkt)

Diese Rechtsform attraktiv für Gründer*innen mit wenig Stammkapital, die eine Kapitalgesellschaft gründen und  nicht auf die Haftungsbeschränkung verzichten wollen. Bereits ab einem Euro Stammkapital kann man eine UG gründen.

Wir raten aber grundsätzlich ab, eine UG – ganz gleich, ob gemeinnützig oder nicht – von Anfang an mit zu wenig Kapital auszustatten. Ist das Stammkapital zu niedrig, droht der UG rasch die Insolvenz. In diesem Zusammenhang muss auf die Pflicht hingewiesen werden, rechtzeitig den Insolvenzantrag zu stellen. Geschieht das nicht, droht eine Geldstrafe und im Extremfall sogar Freiheitsstrafe.

Charakteristisch für die Rechtsform gUG oder der gGmbH ist der gemeinnützige Geschäftszweck. Eine „normale“ UG oder GmbH dagegen verfolgt in erster Linie ökonomische Interessen verfolgt. Dennoch sind auch die gemeinnützigen Rechtsformen an dem GmbH-Gesetz unterworfen.

Um als gemeinnützig anerkannt zu werden, muss die Satzung entsprechend gestaltet sein. Das bedeutet, dass der Zweck der Organisation gemeinnützig, mildtätig und/oder kirchlich sein muss. Über die Anerkennung der Gemeinnützigkeit entscheidet das zuständige Finanzamt (für Körperschaften).

Außerdem wichtig zu wissen:

Sacheinlagen sind nicht zulässig. Die sog. Sachgründung, d. h. werthaltige Maschinen und Geräte als Stammkapital einzubringen, ist hier nicht möglich.

In der Satzung muss sogleich festgelegt werden, wer im Fall der Auflösung der gemeinnützigen UG (haftungsbeschränkt) bzw. gGmbH die erwirtschaftete Überschüsse erhält. Dies darf nur eine ebenfalls gemeinnützige Organisation sein. Möglich sind ein gemeinnütziger Vereine, eine Stiftung oder eine andere gUGs / gGmbH. Alternativ kann man auch nur einen gemeinnützigen Zweck zu bestimmen, der dann in Frage kommt.

Eine Gründung mittels Musterprotokoll statt Satzung, was Aufwand und Kosten spart, ist bei der gUG / gGmbH nicht möglich. Denn das  Musterprotokoll kann nicht an die Erfordernisse der Gemeinnützigkeit angepasst werden.

Den gemeinnützigen Zweck in der Satzung richtig zu verankern, ist auch keine leichte Aufgabe. Er muss dem Gemeinnützigkeitsrechts unter Anwendung der §§ 51 ff. AO entsprechen. Lehnt das Finanzamt die Satzung ab, muss diese korrigiert und erneut eingereicht werden. Wir raten daher, sich von kompetenten Beratern oder Anwälten – z. B. aus unserem Netzwerk – helfen zu lassen. Das spart Zeit und Kosten.

Die Vorteile der gUG (haftungsbeschränkt)

Überschaubarer Kapitalaufwand und keine Mitstreiter nötig

Neben dem überschaubaren Kapitalaufwand stellt die Anzahl der Gründungsmitglieder einen entscheidenden Unterschied zum gemeinnützigen e.V. dar. Ein Verein setzt sieben Mindestmitglieder zum Zeitpunkt der Gründung voraus und muss immer mindestens drei Mitglieder haben. Eine UG dagegen kann von einem einzigen Gesellschafter gegründet und geführt werden.

Steuervorteile

Die Rechtsform der gUG (haftungsbeschränkt) oder gGmbH bietet vor allem steuerlichen Vorteile. Gewerbe- und Körperschaftsteuer entfallen. Auch bei der Umsatzsteuer gibt es Vorteile. Für Umsätze aus dem ideellen Bereich fällt keine Umsatzsteuer an. Umsätze im Bereich des wirtschaftsorientierten Zweckbetriebs unterliegen oftmals einem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 %.

Haftungsbeschränkung

Das GmbH-Gesetz begrenzt die Haftung der Gesellschafter generell auf das Stammkapital. Das gilt auch für die gUG und die gGmbH.

Leichte Gründung – aber teurer als bei einem gemeinnützigen Verein

Die Gründung einer UG ist ähnlich unkompliziert wie die eines Vereins. Der größte Unterschied besteht darin, dass der Gesellschaftsvertrag dem Formerfordernis der notariellen Beurkundung unterliegt. Entsprechende Eintragungen im Handelsregister sind nötig. Erst mit dieser Eintragung entsteht die UG rechtswirksam. Auch alle Änderungen, z. B. Gesellschafterwechsel, müssen entsprechend im Register eingetragen werden. Hier fallen Kosten an. Die Kosten für die Gründung einer gUG betragen nach meinen Informationen rund 1.000 Euro. Demgegenüber entstehen bei der Gründung eines e.V. Kosten von rund 100 Euro.

Finanzierung

Auch eine gUG ist wirtschaftlich ausgerichtet.  Über ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten muss sie sich finanzieren. Wenn diese dem Gemeinwohl dienen, umso besser. Eine gemeinnützige UG kann sich aber auch über Spenden (co-)finanzieren. Schließlich kann sie aufgrund der Gemeinnützigkeit Spendenbescheinigungen ausstellen. Allerdings muss man wissen, dass Spender gegenüber dem Konstrukt „gUG (haftungsbeschränkt)“ oft gewisse Vorbehalte haben.

Damit kommen wir allmählich zu den Nachteilen….

Nachteile der gUG (haftungsbeschränkt)

Finanzierung

Anders als beim gemeinnützigen e. V. scheidet eine Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge rein faktisch aus.  Die „Mitglieder“ einer gUG (oder gGmbH) sind ihre Gesellschafter. Eine jeweilige Erhöhung der Einlagen oder eine Erweiterung der Gesellschafter um neue, müsste jeweils im Handelsregister eingetragen werden und würde immensen Aufwand und Kosten erfordern.

Auch die Finanzierung durch Darlehen ist schwierig. Fremdkapitalgeber nehmen von dem Konstrukt einer UG (haftungsbeschränkt) rasch Abstand und auch Gesellschafterdarlehen sind schwierig darzustellen, insbesondere im Rahmen der Gemeinnützigkeit.

Erschwerter Zugang zu Fördermitteln

Nicht unerwähnt möchte ich den Umstand, dass gemeinnützige Gesellschaften oder Vereinen viele öffentliche Fördermöglichkeiten nicht zugute kommen. Es gibt zwar immer wieder neue EU-Programme, die von diesen Organisationen genutzt werden können, aber oftmals ist die Beantragung kompliziert und langwierig. Daneben gibt es die Möglichkeit, über Stiftungen an Fördermittel zu kommen – allerdings nur wenn Förderzweck und Stiftungszweck passgenau sind. Dagegen richten sich attraktive staatliche Finanzierungen, wie sie die KfW oder die Investitionsbanken der Länder bieten, üblicher Weise an Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht. Dasselbe gilt übrigens auch für viele Beratungsförderprogramme.

Keine Gewinnausschüttungen

Die Gemeinnützigkeit verlangt eine Selbstlosigkeit bei der Gewinnverteilung verlangt. Es dürfen darum keine Gewinne an die Gesellschafter  ausgeschüttet werden. Die Gewinne sollen schließlich dem gemeinnützigen Zweck dienen.

Auch Gehälter oder Löhne müssen in Relation zur erbrachten Leistung stehen. Das bedeutet nicht, dass die Gehälter der Angestellten überhaupt nicht erhöht werden dürfen, sondern nur, dass sich diese Erhöhungen in einem branchenüblichen Rahmen bewegen sollten.

Ein sehr hohes Geschäftsführergehalt könnte vom Finanzamt als verdeckte Gewinnausschüttung aufgefasst werden. Das kann das als Steuerhinterziehung gewertet werden.

Grundsatz der Unmittelbarkeit

Unternehmen wird nicht dadurch gemeinnützig, dass es einer als gemeinnützigen Organisaiton zuarbeitet. Wer beispielsweise eine Dienstleitungsgesellschaft gründet, die ausschließlich für gemeinnützige Vereine tätig ist, oder wer Räume nur an gemeinnützige Organisationen vermietet, wird im Regelfalle nicht als gemeinnützig anerkannt. Allerdings gibt es hier gewisse Spielräume, die im Einzelfall von Fachjuristen auszuloten sind.

Rücklagenbildung

Grundsätzlich unterliegen auch Unternehmergesellschaften dem GmbH-Recht. Dieses sieht vor, dass 25 Prozent des Jahresgewinns der gemeinnützigen Gesellschaft zur Erhöhung des Stammkapitals verwendet werden, bis die 25.000 Euro erreicht sind. Erst dann kann die gUG in eine gGmbH umgewandelt werden. Das widerspricht – allerdings nur scheinbar – dem o. g. Gemeinnützigkeitsprinzip. Im Falle einer Auflösung wird nämlich nur das ursprünglich eingezahlte Stammkapital an die Gesellschafter ausgezahlt.  Die Rücklagenbildung muss dem nach Grundsatz der unmittelbaren Mittelverwendung erfolgen.  Allerdings fehlen die 25 Prozent, die zur Rücklagenbildung gebraucht werden, den unmittelbaren sozialen Projekten.

Drohender Verlust der Gemeinnützigkeit

In den letzten Jahren erleben wir zunehmen Gründung im Grenzbereich zwischen wirtschaftlichem und idealistisch-gemeinnützigem Zweck. Man spricht von „Social Entrepreneurs“ oder „Social Entrepreneurship“. Ziel ist es, Gutes zu tun, und zugleich für die Mitwirkenden ein Auskommen zu erzielen. Die Ideen sind dabei oft sehr innovativ.

Bei innovativen sozialen Unternehmungen besteht leichter als bei klassischen gemeinnützigen Vereinen, wie Sportvereinen, Tier- oder Naturschutz-Organisationen oder wie bei typischen sozialen Einrichtungen (Jugendhilfeträgern, Kitas, Pflegeeinrichtungen etc.) die Gefahr der Aberkennung der Gemeinnützigkeit.

Das passiert vor allem, wenn das Gründungskonzept nicht klar strukturiert ist. Denn sollte man dem gemeinnützigen Zweck nicht ausreichend nachkommen, dann kann das Finanzamt den Status der Gemeinnützigkeit wieder entziehen. Dann müssen auch Steuern entsprechend nachgezahlt werden. Letzteres kann u. U. existenzbedrohend werden.

Dennoch gibt es gerade im Bereich des Social Entrepreneurships auch viele erfolgreiche Gründungen. So ist die Organisation gut.org, der die Plattform betterplace.org gehört, inzwischen zur gemeinnützigen Aktiengesellschaft aufgestiegen. Auch das ist möglich…

Vor der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Rechtsform, sollte immer ein ausführliches Beratungsgespräch stehen.

Terminbuchung bei Orthwein Unternehmensberatung

Wild + Lecker – Kombucha und mehr

Rita Bühler bereitet die Gründung einer Kombucha-Manufaktur vor

Rita Bühler ist studierte Stadt- und Regionalplanerin. Lange Zeit arbeitete die 57-Jährige erfolgreich in diesem Beruf, ehe sie sich vor zwei Jahren entschloss, Deutschland den Rücken zu kehren. In der Karibik wollte sie einen beruflichen und persönlichen Neustart wagen….
Doch dann passierte das Schreckliche. Die Hurrikans von 2017 – wir erinnern uns an die Bilder, die um die Welt gingen- zerstörten ihr neues Zuhause und ihre Pläne.
Rita Bühler ist allerdings keine Frau, die schnell aufgibt. Wieder zurück in Berlin, startete sie den Aufbau einer neuen Existenz. Ganz strategisch Schritt für Schritt geht sie ihr unternehmerisches Projekt an.
Nach einem Existienzgründerinnen-Kurs bei Ecomista e.V. kam sie ins Programm von Gutplus und so schließlich zu mir ins Gründercoaching.

Rita Bühler (lks.) präsentiert erste Produktproben auf der Gutplus-Projektmesse am 9.11.2018

Rita Bühler (lks.) präsentiert Kostproben ihrer Produkte auf der Gutplus-Projektmesse am 9.11.2018

Geplant ist eine Manufaktur für Kombucha, gesundes Naschwerk und andere hochwertige Lebensmittel unter dem Namen „Wild + Lecker“.  Denn genau das sind Ritas Produkte: sehr erfrischend und mit einem exotisch-wilden Touch.  Die Motivation der Gründerin ihre Freude an leckerem und gesundem Essen und Trinken. Sie möchte dazu beitragen, dass sich das Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel noch mehr verbreitet. Und sie liebt es, immer neue Rezepturen zu kreieren.

Gerne will sie in Zukunft auch für die Menschen in ihrer ehemaligen Wahlheimat in der Karibik etwas tun. Mit Startersets und Rezepturen möchte sie Menschen dort zum Aufbau von kleinen Kombucha-Manufakturen verhelfen – finanziert über Crowddonating – ist eines der Herzensanliegen von Rita Bühler.


Was ist Kombucha?

Kombucha ist ein prickelndes fermentiertes Getränk, das ursprünglich aus Ostasien stammt. Rita Bühler hat die traditionelle Rezeptur überarbeitet und bietet viele schmackhafte Sorten dieses äußerst gesunden Getränkes an. Das Besondere am „Wild + Lecker“ – Kombucha: Er ist nicht pasteurisiert. Damit unterscheidet er sich von der Mehrzahl der im Handel erhältlichen Kombucha-Angebote. Unpasteurisierter Kombucha ist nicht nur besonders wohlschmeckend, er hat auch noch alle wertvollen Inhaltsstoffe. Allerdings muss er aber kühl gelagert werden und ist nur begrenzt haltbar. Durch die Abfüllung in kleineren Größeren und den guten Geschmack des „Wild + Lecker“ – Kombucha-Sorten dürfte das aber kein Problem sein.


Was hat das Gründercoaching gebracht?

Rita Bühler: Ilona Orthwein hat mich mit ihrem umfangreichen Wissen über die unterschiedlichsten Bereiche vom Crowdfunding über Marketing bis zur Finanzplanung oder dem Aufbau einer eigenen Website enorm weitergebracht. Sie ist voller Elan und ich kann sie nur weiter empfehlen.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Rita Bühler kommt beruflich zwar aus einem ganz anderen Bereich und vieles ist Neuland für sie, aber sie ist immer offen und bereit Neues zu lernen. Das schätze ich sehr an ihr. Denn einen solchen Produktionsbetrieb neu aufzubauen und zu etablieren ist kein leichtes Unterfangen. Es genügt nicht, gute Ideen bzw. in diesem Fall Rezepturen für gute Produkte zu haben. Schon um eine Marke wie „Wild + Lecker“ bekannt zu machen, braucht es einen erheblichen Aufwand. Außerdem ist im Bereich der Produktion von Lebensmitteln viel zu beachten. Wer es selbst machen will, braucht dazu passende vom Gesundheitsamt abgenommene Räumlichkeiten. Externe Lohnabfüller oder -produzenten sind zwar eine Alternative, aber sie sind nur ökonomisch sinnvoll, wenn die Produktions- bzw. Absatzmengen hoch genug sind. Zudem muss eine Vertriebsstruktur aufgebaut werden, und passende Logistiker müssen entsprechend  gefunden werden.

Da „Wild+Lecker“ keine Massenwaren herstellen und vertreiben will, sondern sorgfältig entwickelte hochwertige Produkte, war / ist mein Vorschlag, einen kleinen Laden mit Möglichkeiten zur Produktion, wie z. B. einen ehemaligen gastronomischen Betrieb mit Küche und Kühlraum, zu finden. Grundsätzlich bin ich vorsichtig, wenn es um die Eröffnung von Ladengeschäften geht, da die Fixkosten die Gewinne schrumpfen lassen. In Kombination mit einer Manufaktur, die neben Laufkundschaft externe Abnehmer wie Cafés, andere Läden oder Marktstände beliefert, rate ich Rita in dieser Richtung weiter zu gehen.


Trend „Senior Entrepreneurship“ – Gründung in der 2. Lebenshälfte

RKW-Studien der letzten Jahre zeigen einen Trend auf: Die Gründungen der Altersgruppe 45plus nehmen deutlich zu. Laut KfW-Gründungsmonitor waren im Jahr 2015 bereits mehr als 25 Prozent aller Gründer*innen zwischen 45 und 54 Jahre alt, mehr als 9 Prozent sogar zwischen 55 und 65 Jahren. Und bei diesen Gründungen handelt es sich mehrheitlich um Vollerwerbsgründungen. Das bedeutet, diese Gründer*innen meinen es ernst mit der Selbstständigkeit in der Mitte des Lebens!

Für diesen Trend gibt es vielfältige Ursachen. Zum einen wirken die Menschen zwischen 45 und 65 heute nicht nur wesentlich jünger als frühere Generationen, sie sind auch vielfach gesünder und leistungsfähiger. Zum anderen ist das Bestreben nach Selbstverwirklichung sehr groß. Und in der Mitte des Lebens möchten viele von uns noch einmal etwas Neues wagen.

Dass sich dieser Trend noch verstärken wird, ist zu erwarten. Bald erreichen die „Babyboomer“ das Renteneintrittsalter. Nicht selten mit ganz anderen Erwerbsbiografien als Vorgängergenerationen. Mehr und längere Ausbildungs- und Studienzeiten, Familienpausen, Phasen von Erwerbslosigkeit oder Teilzeit mit geringem Verdienst schlagen zu Buche. Gleichzeitig greifen die Rentenreformen der Vergangenheit. Das bedeutet, viele künftige Rentner werden auf einen Zuverdienst angewiesen sein. Warum diesen nicht in einer selbstständigen Erwerbstätigkeit suchen, die Freude macht und zur Selbstverwirklichung beiträgt?

Dieses sog. Seniorpreneurship stellt allerdings besondere Anforderungen an Gründer*innen, wie an Berater*innen. Im Prinzip muss am Tag der Gründung auch schon ein Nachfolgekonzept stehen. Denn nur so lässt sich Nachhaltigkeit erzielen. Für die Finanzierung  ist das ebenfalls wichtig. Wer als Senior-Gründer*in alles, was er oder sie während des ganzen Lebens redlich erworben hat, wie z. B. das eigene Haus, auf’s Spiel setzen will, braucht ein gutes Konzept und gute Beratung!

Für ein besseres Gesprächsklima in Kliniken

Beate Kampel ist Trainerin für medizinisch interpersonelle Kommunikation

Krankheit ist persönlich. Die Kommunikation zwischen medizinischem Personal und Patienten*innen mit ihren Angehörigen ist von großer Bedeutung.

Kommunikationstrainerin Beate Kampel unterstützt Mediziner*innen und Pflegepersonal in ihrem Beruf durch eine Simulation von schwierigen Gesprächssituationen. Sie nimmt dabei den Platz der Patienten*innen oder Angehörigen ein und gibt nach der Übung eine Rückmeldung zum Gespräch aus der Patientenperspektive. Persönliche Kommunikationsstile werden sichtbar. Im Anschluss werden generelle Gesprächstechniken besprochen, um die kommunikativen Kompetenzen der Teilnehmenden weiter zu stärken.

 

Beate Kampel

Beate Kampel

Beate Kampel ist Ethnologin, Schauspielerin und Regisseurin. Das befähigt sie, unterschiedliche Patienten- und Angehörigenfiguren für Gesprächssimulationen realitätsnah umzusetzen. Seit mehr als 15 Jahren schlüpft sie schon als Simulationspatientin in schwierige Rollen und wertet gemeinsam mit den Gesprächspartnern die Situationen aus. Dabei kommt sie dem Klinikalltag sehr nahe.

Im Simulationsprogramm der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat sie ihr Wissen über die Lehrmethode der Gesprächssimulation als langjährige Mitarbeiterin erlernt und stetig erweitert.

Aus diesen Erfahrungen in der medizinischen Gesprächsführung entwickelt und vermarktet Frau Kampel seit Anfang 2018 ihre eigenen Trainingsangebote. Sie paart theoretisches Wissen über verschiedene Gesprächstechniken mit praktischen Interaktionsübungen. Auch bereitet sie Menschen, die in Gesundheitsberufen arbeiten, auf schwierige Gespräche vor und bietet E-Learning-Tools für Kliniken an.

Ihr Angebot erfreut sich einer wachsenden Nachfrage, denn Verbesserung in der medizinischen Kommunikation wird immer stärker gefordert und erhält in der medizinischen Aus- und Weiterbildung einen immer größeren Zuspruch.

Was hat das Gründercoaching gebracht?

Beate Kampel: Die konkrete und umfassende Expertise und das Wissen von Ilona Orthwein hat mir sehr geholfen, mein Geschäftskonzept zu entwickeln. Ihre symathische freundliche Art hat mir gut gefallen. Vieles, was ich im Gründercoaching und beim Erstellen meines Businessplans gelernt habe, war für mich Neuland. Denn ich komme beruflich aus einem ganz anderen Bereich. Sehr gefreut habe ich mich auch, dass ich mit Hilfe von Frau Orthwein eine finanzielle Förderung meiner Gründung erhalten konnte.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Für Kommunikationstrainer ist es oft nicht leicht, am Markt Fuß zu fassen. Es gibt sehr viele Angebote und folglich einen harten Wettbewerb. Frau Kampel trifft mit ihrem Angebot auf einen hohen Bedarf. Sie hat eine Zielgruppe, die sich bewusst ist, dass sie solche Unterstützung braucht und auch in der Lage ist, für solche Trainings zu bezahlen. Zudem ist ihr Angebot ausbaufähig. Sie kann aufgrund ihrer persönlichen Kompetenzen z. B. Schulungsvideos oder E-Trainings anbieten.


Warum spezielle Kommunikationstrainings für den medizinischen Bereich?

Das Selbstverständnis von Patient*innen und ihren Angehörigen gegenüber Ärzt*innen und Therapeut*innen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Die Mehrheit will heutzutage als gleichberechtigter Partner behandelt und ernst genommen werden. Das hat eine Studie der Techniker Krankenkasse bereits im Jahr 2010 ergeben.

Leider ist der Kommunikationsstil vieler Mediziner noch immer oft sehr vertikal, das heißt „von oben herab“. Patient*innen und ihre Angehörigen fühlen sich mit ihren Anliegen oft zu wenig wahrgenommen. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass ärztliche Anweisungen nicht beherzigt oder Therapien eigenmächtig abgebrochen werden, und die Patient*innen sich selbst schaden.

Viele Mediziner werden zudem auf schwierige Gesprächssituationen in ihrer Ausbildung nicht angemessen vorbereitet. Einem Menschen mitzuteilen, dass er stirbt, bedeutet eine immense Herausforderung, die nie leicht fallen wird. Hier Unterstützung zu erhalten, ist eine Hilfe für alle Beteiligten.

Anne Westwards – Eine Frau macht sich auf den Weg

Mit dem Fahrrad die Welt erkunden und darüber berichten

Das ist der Ansatz von Anne Westwards. In ihrer ersten großen Expedition vor einigen Jahren hat die erfolgreiche Bloggerin Asien und den Nahen Osten mit Rad und Zelt bereist. Anderthalb Jahre lang radelte sie, ganz alleine auf sich gestellt, entlang der alten Seidenstraßen.

Für ihre neue Selbstständigkeit hat Anne hat eine vielversprechende Karriere in der IT-Branche aufgegeben. Ein Sprung ins Ungewisse. Aber das ist alles nichts gegen das, was sie auf ihren abenteuerlichen Reisen erlebt hat. An ihren Abenteuern lässt sie uns teilhaben. Anne sie bloggt, macht großartige Fotos, schreibt Bücher und hält mitreißende Multimedia-Vorträge. Darin wird nichts beschönigt. Offen und ehrlich berichtet sie auch über Schwierigkeiten und persönliche Ängste – und darüber, wie sie diese überwunden hat.  Für ihre Vorträge ist Anne Westward inzwischen sehr gefragt – auch in ihrer früheren Branche.

Unterwegs auf zwei Rädern: Anne Westward bei ihrer Tour entlang der alten Seidenstraßen

Unterwegs auf zwei Rädern: Anne Westward bei ihrer Tour entlang der alten Seidenstraßen

Anne Westward kam zu mir, um eine Crowdfunding-Kampagne zu entwickeln. Der primäre Zweck: Die erste Ausgabe eines Buches über ihre Reise durch den Iran zu finanzieren.

Und dann kam der Hass aus dem Netz…

Kaum hatten wir im Februar mit der Beratung begonnen, erschütterte uns ein unerwartetes Ereignis. Denn Anne Westward wurde Opfer einer üblen Haß- und Verleumdungskampagne im Netz.  Mehr dazu…
Was mich wunderte war, dass sich die Kampagne auf mehrere Jahre zurückliegende Ereignisse und Blogposts stützte. Warum eine derart verspätete Reaktion? Und warum gerade jetzt? Pünktlich zum internationalen Frauentag am 8. März. Der ist in den ehemals sozialistischen Ländern noch immer von großer Bedeutung. Ich vermute zudem, dass statt empörter Individuen in dem Fall sog. „Internet-Trolle“ am Werk waren. Warum? Darüber können wir nur spekulieren. Vermutlich passte es irgendwem nicht, dass eine Frau so unerschrocken ihren Weg weg geht. Anne könnte sowohl mit ihrem Mut als auch mit ihrer sanften Art des Reisens, ein (unerwünschtes) Vorbild sein.


Was hat das Gründercoaching gebracht?

Anne Westwards: Ilona Orthwein hat mich als Coach unermüdlich unterstützt, vor allem bei der Planung des Crowdfundings für mein Buch – immer mit klugem Blick auf das große Ganze und die richtigen Prioritäten.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Anne hat mich durch ihre Aktivitäten und ihren Mut wirklich sehr beeindruckt. Für mich hat sie das Potenzial zu einem weiblichen Reinhold Messner. Ihre ungewöhnliche Geschäftsidee, ihre Radreisen quer durch die Welt in Büchern, Fotos und Vorträgen zu verarbeiten, hat Potenzial. Das man mit so etwas auch gutes Geld verdienen kann, haben einige männliche Kollegen schon bewiesen.


So ein ungewöhnliches Geschäftsmodell…

…funktioniert selbstredend nur, wenn begleitende Strukturen aufgebaut werden. Alleine um die Welt radeln oder segeln genügt nicht. Man braucht die Öffentlichkeit. Und die gilt es, rechtzeitig ins Vorhaben einzubinden.

Anne Westward ist gut vernetzt. Sie hat nationale und internationale Kontakte, die ihr weiterhelfen. Besonders wichtig sind die Kontakte zu Unternehmen, zu Medien und zu Event-Organisatoren.