Crowdfunding – auch eine Frage der Kommunikation

Crowdfunding – auch eine Frage der Kommunikation

Worauf es bei der Crowdfunding-Kommunikation ankommt

Crowdfunding-Kommunikation, Crowdfunding – auch eine Frage der Kommunikation, Ilona Orthwein Unternehmens- und Organisationsberatung

Wenn wir über Crowdfunding schreiben oder in unseren Seminaren Wege für eine gelungene Crowdfinanzierung aufzeigen, geht es immer auch um Kommunikation. Wenn wir möglichst viele Menschen überzeugen wollen, Idee zu finanzieren, bedeutet das auch PR- und Marketing in eigener Sache zu machen. Und das geschieht über das Internet, das heißt die Crowdfunding-Plattformen, die eigene Internetpräsenzen und die sozialen Medien.

Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede im Kommunikationsaufwand. Beim Crowdinvesting oder Crowdlending kann die Crowd mit ihren Einsätzen (viel) Geld verdienen. Und natürlich verdienen auch die jeweiligen Plattformen bei gelungenen Finanzierunge mit. Folglich liegt es in ihrem Interesse, Werbung und PR für die Kapitalsuchenden zu machen. Bei Kapilendo geht man sogar soweit, dass man das obligatorische Funding-Video für die Kunden professionell erstellt. Aber auch sonst ist im Crowdlending oder Crowdinvesting der eigene Aufwand überschaubar. Die Plattformen verfügen meistens über eine gewachsene Anleger und betreiben professionelles Marketing für ihre Angebote.

Ganz anders sieht es dagegen beim donation oder reward based Crowdfunding aus. Wer auf Betterplace, Kickstarter oder Startnext erfolgreich sein will, muss selbst einiges dafür tun.

Kommunikation ist alles

Obligatorisches Element der Crowdfunding-Kommunikation ist ein Pitching-Video von maximal (!) 3 Minuten länge. Fotos und weitere Videos – sog. „Visual Content“ –  sowie Präsenzen in den sozialen Medien sind gleichfalls wichtig.

Besonders wichtig ist in der Crowdfunding-Kommunikation aber auch, dass der Dialog  mit der Crowd aktiv gesucht wird. Die meisten Crowdfunding-Plattformen verfügen darum über integrierte Dialog-, Kommentarbereiche, über die man mit der Crowd vor, während und nach dem Funding ins Gespräch kommen kann.

Da Crowdfunding ein Kind des Web 2.0 ist, sind diese Dialoge mit der Crowd wichtig. Forciert bzw. angestoßen werden können sie durch eigene Initiativen. Mailings, Newsletter, Landingpages oder Umfragetools sind hilfreich.

Zudem sollte Crowdfunding-Kommunikation immer auf mehreren Kanälen erfolgen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Wer bei Facebook, Twitter und Co. seine Kampagne mit Fans und Followern teilt generiert mehr Reichweite für sein Funding. Und wer regelmäßig Updates postet, optimiert seine Crowdfunding- Kommunikation Schritt für Schritt.

Parallel sollte aber auch die klassische offline PR nicht vernachlässigt werden. Crowdfunding-Angebot kann sowohl für lokale als auch überregionale Medien von Interesse sein. Nicht zuletzt sollten auch passende Blogger und Influencer in die Kommunikation mit einbezogen werden.

Tell a story

Statt langer theoretischer Abhandlungen ist es besser eine Geschichte zu erzählen. Diese sollten sowohl authentisch als auch spannend sein. Also immer einen (kleinen) Spannungsbogen einbauen. Auch Emotionalität ist gefragt.

Zentrale Fragen sind dabei: Wie kam es zu der Idee? Wer steckt dahinter? Was soll mit dem Geld passieren und warum ist es wichtig, sich hier zu engagieren.

Hilfreich beim Geschichten erzählen ist die AIDA-Formel, die wir aus der Werbekommunikation kennen. Aufmerksamkeit erzeugen – Interesse wecken – den Wunsch (Desire) wecken, teilzuhaben – und dann den Handlungsimpuls (Action) setzen. Der lautet dann: Mach mit! Werde Teil von unserem großartigen Projekt! o. ä.

Ressourcen und Zeit planen

Wir empfehlen eine Aufteilung von 40 : 50 : 10. Das bedeutet 40 Prozent der gesamt Zeit sollte für die sorgfältige Planung und Vorbereitung der Kampagne aufgewandt werden. 50 Prozent dann für die Durchführung derselben und 10 Prozent für die Kommunikation mit der Crowd nach der Kampagne – unabhängig davon, ob diese erfolgreich war oder nicht. Denn: Manche Crowdfunder sind zweimal gestartet, ehe sie wirklich durchschlagenden Erfolg hatten. Darum lohnt es sich immer mit den (potenziellen) Unterstützern in Kontakt zu bleiben. Wenn es um die Ressourcenplanung geht, kann sich die Kooperation mit PR-Profis lohnen.

Grundsätzlich immer zu empfehlen ist ein konkreter Plan, bei dem Zeiten, Inhalte, Verantwortlichkeiten und das finanzielle Budget strukturiert werden. Dieser Plan kann leicht mit Hilfe von Excel o. ä. Programmen erstellt werden.

Sie brauchen Hilfe?

Im Rahmen unserer Beratungen und Seminare bieten wir Hilfe an. Auch begleiten gerne die Durchführung einer Crowdfunding-Kampagne. Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns!

 

Über den Autor

Ilona Orthwein administrator

Kauffrau und Sozialwissenschaftlerin (M.A.), über 12 Jahre im internationalen Bankgeschäft tätig, seit 2003 Inhaberin der "Ilona Orthwein Unternehmens- und Organisationsberatung", Buchautorin und Gründerin der Plattform Unternehmerinnen.org

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