Schlagwort-Archiv Crowdfunding

„MikroCrowd“ – ein Angebot der Investitionsbank Berlin für Gründungen und KMU

MikroCrowd – Kombination von Mikrokredit und Crowdfunding

Ein besonderes Angebot für Gründer*innen und Unternehmer*innen in Berlin

Die Investitionsbank Berlin (IBB) bietet seit geraumer Zeit das Finanzierungsinstrument „Mikrokredit aus dem KMU-Fonds“  an. Dabei werden Darlehen bis 25 TEUR bereitgestellt. Die Laufzeiten betragen in der Regel sechs Jahre. Ein Jahr ist tilgungsfrei. Anschließend erfolgt die Tilgung quartalsweise. Bearbeitungsgebühren und Bereitstellungszinsen entfallen. Die Zinsen bewegen sich um 5 Prozent. Die aktuellen Konditionen sind ->hier abrufbar.

Die IBB hat erkannt, dass eine Crowdfunding-Kampagne Aussagekraft über den Markterfolg eines Angebots oder Produkts hat. So ist man im vorigen Jahr eine Kooperation mit der Crowdfunding-Plattform Startnext eingegangen.  Wer sein Fundingziel erreicht, erhält leichteren Zugang zu weiterer Finanzierung. In diesem Fall zum Mikrodarlehen der IBB – MikroCrowd nennt sich das neue Angebot.

Warum Startnext?

Erfahrungen der Vergangenheit lassen erkennen, dass gelungene Crowdfundings durchaus immer den Weg für weitere Finanzierungsmöglichkeiten öffnen.

Die Verbindung zwischen Startnext und IBB liegt nicht nur am Standort Berlin. Startnext ist inzwischen die größte deutsche Crowdfunding-Plattform mit der längsten Erfahrung für Gründer, Erfinder, Kreative und soziale Unternehmen. Und genau diesen Zielgruppen öffnet sich die IBB auch zunehmend.

Außerdem funktioniert Crowdfunding auf Startnext noch immer nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“: Der Starter bekommt das Geld nur ausgezahlt, wenn das Fundingziel erreicht wird – wenn nicht, geht das Geld an die Unterstützer zurück. Von dieser Ursprungsform sind andere Crowdfunding-Anbieter wie z. B. indiegogo.com inzwischen abgewichen. Gegen Aufpreis kann man hier ein sogenannte „Flexifunding“ vereinbaren und bekommt dann auf jeden Fall das eingesammelte Geld, auch wenn die notwendige Zielsumme gar nicht erreicht wird.

Weiterer Vorteil: Startnext zweigt nicht einfach einen Prozentsatz X für sich vom eingesammelten Geld ab. Dieser beträgt bei den meisten Plattformen 10 Prozent. Startnext finanziert sich stattdessen über eine freiwillige Provision: Jeder Teilnehmer bestimmt selbst, ob bzw. mit welchem Betrag er Startnext unterstützt.

IBB und Social Entrepreneurs

Social Entrepreneurship liegt im Trend – gerade in Berlin. Und die Kooperation der IBB mit Startext ist zweifellos ein Meilenstein in der öffentlichen Förderung dieser Unternehmen. Denn viele diese neuen Sozialunternehmen wählen Crowdfunding als einen Weg der Finanzierung.

Bei Startnext haben bereits einige Social Entrepreneurs erfolgreich Fundings durchgeführt. Z. B.  „Original Unverpackt“,  Berlins erster Supermarkt ohne Verpackungen oder „Tandemploy“, ein Angebot für Jobsharing.

Als erste deutsche Förderbank unterstützt die IBB seit Oktober 2018 auch soziale Berliner Unternehmen. Schließlich leisten diese innovative Beiträge zur Gesellschaft, Gesundheit, Bildung, Umwelt oder Nachhaltigkeit. Einschränkungen bestehen allerdings für gemeinnützigen Unternehmen, die für Ihre Leistungserbringung wesentlich auf staatliche Zuschüsse oder Zahlungen von Sozialversicherungsträgern ausgerichtet sind.  Weitere Informationen….

Auch das Programm GründungsBONUS steht inzwischen Social Entrepreneurs zur Verfügung. Hier werden bis zu 50% der Kosten für den Aufbau einer Existenz bezuschusst. Die maximale Höhe des Zuschusses beträgt 50.000 €. Eine Kombination mit anderen Förderprogrammen ist möglich.

Vorteile von Crowdfunding

Beim Crowdfunding lassen sich Finanzierung, Promotion und Vertrieb verknüpfen. Vorhaben oder Produkte können schnell bekannt gemacht werden. Die Resonanz des Marktes lässt sich so testen. Erste Kunden und Unterstützer lassen sich  gewinnen und binden. Crowdfunder können wertvolles Feedback bekommen und auch letztlich wichtiges (Start-)Kapital einsammeln.

Für Kunden bietet Crowdfunding gute Möglichkeiten, sich direkt mit Unternehmen zu vernetzen und dazu beitragen können, dass neue Ideen Wirklichkeit werden.

Crowdfunding-Seminare von Ilona Orthwein Unternehmensberatung

Erster Preis im Berlin Newcomer Startup Wettbewerb

Architekt aus Syrien gewinnt für Hauptpreis im Startup-Wettbewerb

Hadi Soufan, Architekt aus Homs / Syrien, hat am 17.12.2018 den ersten Preis im Berlin Newcomer Startup Wettbewerb – organisiert von SINGA Deutschland. Sein Social Entrepreneurship Projekt „Reviving Home“ bietet eine crowdbasierte Lösung für den Wiederaufbau von Wohnhäusern in Krisengebieten.

Vor einigen Monaten habe ich Hadi Soufan zufällig auf einer Veranstaltung für Unternehmensgründer kennengelernt.  Sein Projekt „Reviving Home“ hat mich sofort begeistert. Also habe ich ihm meine beraterische Unterstützung als Crowdfunding-Expertin angeboten.

Das Projekt ist ehrgeizig und zugleich sehr durchdacht. Es berührt einen neuralgischen Punkt. In vielen Krisengebieten kommt der Wiederaufbau von Wohnhäusern oft nur schleppend voran. Das betrifft sowohl Gebiete mit Kriegsschäden als auch von Naturkatastrophen betroffene Städte und Dörfer.  Ein Problem: Internationale Organisationen stellen zwar großzügig Gelder bereit, diese versickern aber nicht selten im Sumpf der Korruption vor Ort. Dagegen setzt „Reviving Home“ auf lokale Nähe, geprüfte Partner, einfache Strukturen und viel Transparenz.

„Reviving Home“ stärkt die lokale mittelständische Wirtschaft in Krisenländern

Die über Crowdfunding eingesammelten Gelder werden zu geprüften mittelständischen Bau- und Handwerksunternehmen vor Ort überwiesen. Das stärkt die einheimische Wirtschaft. „Trustees“, das sind besonders geprüfte Architekten und Bauingenieure vor Ort, überwachen die Baumaßnahmen und Kosten. Je nach Baufortschritt überweist man die Gelder. So ist optimale Kontrolle gewährleistet.

Häuser und Wohnungen werden so Stück für Stück, Strasse um Stasse, wiederaufgebaut. Die ehemaligen Bewohner können ihre Notquartiere verlassen und wieder einziehen.

Die Kosten für ein einzelnes Wiederaufbauprojekt in den meisten Krisenländern sind überschaubar und nicht vergleichbar mit hiesigen Baukosten. Bereits mit 3.000 oder 5.000 Euro lässt sich dort viel erreichen.

Um eine eigene Crowdfunding-Plattform für „Reviving Home“ aufzubauen, brauchen Hadi Soufan und sein Team zunächst noch etwas Kapital und Unterstützung. Da kommen die 20.000 Euro Preisgeld, die Hadi Soufan gestern gewonnen hat, gerade recht.  Jetzt kann der Plattformaufbau beginnen!

Unterstützung für ein beispielhaftes Projekt ist jetzt schon möglich

Ein konkretes Projekt kann man auch jetzt schon direkt unterstützen, und zwar über Betterplace.org. Es braucht noch ca. 9.600 Euro, dann können Sahar und ihre Familie wieder in ihr Haus zurückkehren und menschenwürdig leben.

Pitch Reviving Homes

Betterplace.org ist eine seit vielen Jahren aktive Crowddonating-Plattform, auf der schon an die 30.000 Projekte erfolgreich finanziert wurden – darunter auch einige, die ich als Beraterin begleitet habe.

Verschenk keinen Plunder, spende für Wunder!

So lautet das aktuelle Weihnachts-Motto der Plattform. Wer also vor dem Jahresende sein Spendenbudget noch nicht ausgeschöpft hat oder einfach noch etwas Gutes tun möchte, ist herzlich eingeladen, hier zu spenden.


Über SINGA

‚SINGA‘ ist ein Wort aus der Sprache Lingala, die im Kongo gesprochen wird und bedeutet ‚Verbindung‘.

Die erste SINGA Organisation wurde 2012 in Paris gegründet.  Mittlerweile sind lokale SINGA Organisationen in Frankreich, DeutschlandBelgienItalien, Großbritannien, Kanada und der Schweiz aktiv. Alle Organisationen berufen sich auf gemeinsame Werte, die einzelnen Angebote sind jedoch an den jeweiligen Landeskontext angepasst.

SINGA Deutschland entstand im Rahmen der sog. „Flüchtlingskrise“ 2015/16 in Berlin. Man bietet Menschen mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund Möglichkeiten zum beruflichen Weiterkommen und zurpersönlichen Integration, SINGA Business Lab, berufliches Mentoring, Sprachcafé und Events. Außerdem besteht ein großes Netzwerk und man arbeitet mit Organisationen und Initiativen in ganz Deutschland zusammen und unterstützt  Projekte, die eine inklusive Gesellschaft vorantreiben.

Aktuell: Noch bis 18.1.2019 sind Bewerbungen für das Programm „Integration neu denken“ möglich, dass SINGA Deutschland zusammen mit der Robert-Bosch-Stiftung ins Leben gerufen hat. Förderung: Über eine Zeitraum von zwölf Monaten erhalten die teilnehmenden Organisationen Beratung und Begleitung bei der Umsetzung eines Projektes oder der Lösung einer Herausforderung sowie einmalig 10.000 Euro, und sie werden Teil eines bundesweiten Netzwerks.

Wild + Lecker – Kombucha und mehr

Rita Bühler bereitet die Gründung einer Kombucha-Manufaktur vor

Rita Bühler ist studierte Stadt- und Regionalplanerin. Lange Zeit arbeitete die 57-Jährige erfolgreich in diesem Beruf, ehe sie sich vor zwei Jahren entschloss, Deutschland den Rücken zu kehren. In der Karibik wollte sie einen beruflichen und persönlichen Neustart wagen….
Doch dann passierte das Schreckliche. Die Hurrikans von 2017 – wir erinnern uns an die Bilder, die um die Welt gingen- zerstörten ihr neues Zuhause und ihre Pläne.
Rita Bühler ist allerdings keine Frau, die schnell aufgibt. Wieder zurück in Berlin, startete sie den Aufbau einer neuen Existenz. Ganz strategisch Schritt für Schritt geht sie ihr unternehmerisches Projekt an.
Nach einem Existienzgründerinnen-Kurs bei Ecomista e.V. kam sie ins Programm von Gutplus und so schließlich zu mir ins Gründercoaching.

Rita Bühler (lks.) präsentiert erste Produktproben auf der Gutplus-Projektmesse am 9.11.2018

Rita Bühler (lks.) präsentiert Kostproben ihrer Produkte auf der Gutplus-Projektmesse am 9.11.2018

Geplant ist eine Manufaktur für Kombucha, gesundes Naschwerk und andere hochwertige Lebensmittel unter dem Namen „Wild + Lecker“.  Denn genau das sind Ritas Produkte: sehr erfrischend und mit einem exotisch-wilden Touch.  Die Motivation der Gründerin ihre Freude an leckerem und gesundem Essen und Trinken. Sie möchte dazu beitragen, dass sich das Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel noch mehr verbreitet. Und sie liebt es, immer neue Rezepturen zu kreieren.

Gerne will sie in Zukunft auch für die Menschen in ihrer ehemaligen Wahlheimat in der Karibik etwas tun. Mit Startersets und Rezepturen möchte sie Menschen dort zum Aufbau von kleinen Kombucha-Manufakturen verhelfen – finanziert über Crowddonating – ist eines der Herzensanliegen von Rita Bühler.


Was ist Kombucha?

Kombucha ist ein prickelndes fermentiertes Getränk, das ursprünglich aus Ostasien stammt. Rita Bühler hat die traditionelle Rezeptur überarbeitet und bietet viele schmackhafte Sorten dieses äußerst gesunden Getränkes an. Das Besondere am „Wild + Lecker“ – Kombucha: Er ist nicht pasteurisiert. Damit unterscheidet er sich von der Mehrzahl der im Handel erhältlichen Kombucha-Angebote. Unpasteurisierter Kombucha ist nicht nur besonders wohlschmeckend, er hat auch noch alle wertvollen Inhaltsstoffe. Allerdings muss er aber kühl gelagert werden und ist nur begrenzt haltbar. Durch die Abfüllung in kleineren Größeren und den guten Geschmack des „Wild + Lecker“ – Kombucha-Sorten dürfte das aber kein Problem sein.


Was hat das Gründercoaching gebracht?

Rita Bühler: Ilona Orthwein hat mich mit ihrem umfangreichen Wissen über die unterschiedlichsten Bereiche vom Crowdfunding über Marketing bis zur Finanzplanung oder dem Aufbau einer eigenen Website enorm weitergebracht. Sie ist voller Elan und ich kann sie nur weiter empfehlen.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Rita Bühler kommt beruflich zwar aus einem ganz anderen Bereich und vieles ist Neuland für sie, aber sie ist immer offen und bereit Neues zu lernen. Das schätze ich sehr an ihr. Denn einen solchen Produktionsbetrieb neu aufzubauen und zu etablieren ist kein leichtes Unterfangen. Es genügt nicht, gute Ideen bzw. in diesem Fall Rezepturen für gute Produkte zu haben. Schon um eine Marke wie „Wild + Lecker“ bekannt zu machen, braucht es einen erheblichen Aufwand. Außerdem ist im Bereich der Produktion von Lebensmitteln viel zu beachten. Wer es selbst machen will, braucht dazu passende vom Gesundheitsamt abgenommene Räumlichkeiten. Externe Lohnabfüller oder -produzenten sind zwar eine Alternative, aber sie sind nur ökonomisch sinnvoll, wenn die Produktions- bzw. Absatzmengen hoch genug sind. Zudem muss eine Vertriebsstruktur aufgebaut werden, und passende Logistiker müssen entsprechend  gefunden werden.

Da „Wild+Lecker“ keine Massenwaren herstellen und vertreiben will, sondern sorgfältig entwickelte hochwertige Produkte, war / ist mein Vorschlag, einen kleinen Laden mit Möglichkeiten zur Produktion, wie z. B. einen ehemaligen gastronomischen Betrieb mit Küche und Kühlraum, zu finden. Grundsätzlich bin ich vorsichtig, wenn es um die Eröffnung von Ladengeschäften geht, da die Fixkosten die Gewinne schrumpfen lassen. In Kombination mit einer Manufaktur, die neben Laufkundschaft externe Abnehmer wie Cafés, andere Läden oder Marktstände beliefert, rate ich Rita in dieser Richtung weiter zu gehen.


Trend „Senior Entrepreneurship“ – Gründung in der 2. Lebenshälfte

RKW-Studien der letzten Jahre zeigen einen Trend auf: Die Gründungen der Altersgruppe 45plus nehmen deutlich zu. Laut KfW-Gründungsmonitor waren im Jahr 2015 bereits mehr als 25 Prozent aller Gründer*innen zwischen 45 und 54 Jahre alt, mehr als 9 Prozent sogar zwischen 55 und 65 Jahren. Und bei diesen Gründungen handelt es sich mehrheitlich um Vollerwerbsgründungen. Das bedeutet, diese Gründer*innen meinen es ernst mit der Selbstständigkeit in der Mitte des Lebens!

Für diesen Trend gibt es vielfältige Ursachen. Zum einen wirken die Menschen zwischen 45 und 65 heute nicht nur wesentlich jünger als frühere Generationen, sie sind auch vielfach gesünder und leistungsfähiger. Zum anderen ist das Bestreben nach Selbstverwirklichung sehr groß. Und in der Mitte des Lebens möchten viele von uns noch einmal etwas Neues wagen.

Dass sich dieser Trend noch verstärken wird, ist zu erwarten. Bald erreichen die „Babyboomer“ das Renteneintrittsalter. Nicht selten mit ganz anderen Erwerbsbiografien als Vorgängergenerationen. Mehr und längere Ausbildungs- und Studienzeiten, Familienpausen, Phasen von Erwerbslosigkeit oder Teilzeit mit geringem Verdienst schlagen zu Buche. Gleichzeitig greifen die Rentenreformen der Vergangenheit. Das bedeutet, viele künftige Rentner werden auf einen Zuverdienst angewiesen sein. Warum diesen nicht in einer selbstständigen Erwerbstätigkeit suchen, die Freude macht und zur Selbstverwirklichung beiträgt?

Dieses sog. Seniorpreneurship stellt allerdings besondere Anforderungen an Gründer*innen, wie an Berater*innen. Im Prinzip muss am Tag der Gründung auch schon ein Nachfolgekonzept stehen. Denn nur so lässt sich Nachhaltigkeit erzielen. Für die Finanzierung  ist das ebenfalls wichtig. Wer als Senior-Gründer*in alles, was er oder sie während des ganzen Lebens redlich erworben hat, wie z. B. das eigene Haus, auf’s Spiel setzen will, braucht ein gutes Konzept und gute Beratung!

Jobsharing ist „in“

Der Erfolg des Berliner Startups für Jobsharing: Tandemploy

Von Tandemploy und der Geschäftsidee eines Jobsharings online habe vor vier Jahren erstmals gehört. Und zwar im Rahmen meiner Beschäftigung mit Crowdfunding. Kollegin Dr.  Kerstin Gernig machte mich darauf aufmerksam. Das war im Herbst 2014. Damals war gerade mein Crowdfunding-Ratgeber erschienen. Wenn ich die Crowdfunding-Kampagne von Tandemploy etwas früher stattgefunden hätte, wäre sie garantiert in meinem Buch gelandet. Denn das Projekt war und ist geradezu zukunftsweisend in Zeiten von Fachkräftemangel und Digitalisierung.

Die beiden Berliner Gründerinnen Jana Tepe und Anna Kaiser schafften es, im Rahmen der Crowdfunding-Kampagne 18.000 Euro für den weiteren Aufbau der Plattform und viel Öffentlichkeit zu generieren.

Zuvor hatten die beiden bereits erfolgreiche Starthilfe über ein EXIST-Stipendium bekommen. Nach der Crowdfunding-Kampagne folgte dann der nächste Schritt: Die Aufnahme in den Microsoft Venture Accelerator im März 2015.

Was ist ein Accelerator?

Ein Accelerator ist eine Institution, die Startups durch gezieltes Mentoring, Coaching, die Bereitstellung von Arbeiträumen und/oder auch technischen Support zum schnelleren Durchbruch verhilft. Daher das Wort Accelerator, was soviel wie „Beschleuniger“ bedeutet. Hinter diesen Accelerators stehen in der Regel große Firmen wie z. B. Microsoft im o. g. Fall.  Oder Axel Springer und Porsche im APX-Accelerator, den ich neulich besucht habe. Diese Unterstützung ist nicht ganz uneigennützig. Im Gegenzug erhalten die Acceleratoren dann beispielsweise einen gewissen Anteil an dem Unternehmen und somit an der zukünftigen Gewinnausschüttung. Da man natürlich nur wirklich vielversprechende Startup-Modelle fördern will, sind die Auswahlkriterien anspruchsvoll.

Wer es aber geschafft hat, dem öffnen sich auch Wege zu weiteren Kapitalgebern. So auch im Falle von Tandemploy. Die beiden Gründerinnen erhielten im Sommer 2017 drei Millionen Euro für weiteres Wachstum.

Ein vielversprechendes Geschäftsmodell in Zeiten digitalen Wandels

Das Teilen von Arbeitsplätzen – Jobsharing genannt -trägt dem Bedürfnis vieler Arbeitnehmer und Arbeitgeber nach mehr Flexibilität Rechnung. Jobsharing scheint einerseits genial, anderseits aber schwer zu organisieren. Wie schaffen es Unternehmen, dass zwei Personen sich einen Platz teilen? Da muss nicht nur das fachliche und persönlicheMatching stimmen, sondern auch die interne Kommunikation.

Das ursprüngliche Geschäftsmodell von Tandemploy sah vor, dass sich jeweils zwei Personen über eine Plattform mit einem Arbeitgeber zusammenfinden, für die das Modell Jobsharing passt. Das Angebot wird bzw. wurde von einer Reihe von Firmen und mehreren tausend Arbeitnehmer*innen erfolgreich genutzt.

Im nächsten Schritt hat Tandemploy eine Software entwickelt, die Unternehmen hilft, dass ihre Mitarbeiter intern flexibler arbeiten können. Auf diesem Angebot liegt der aktuelle Fokus von Tandemploy. Digitale Transformationsprozesse für Unternehmen und Organisationen klug zu gestalten, vernetzt gut zusammen zu arbeiten und dabei Reibungs- und Informationsverluste zu vermeiden ist das Ziel. Die Plattform für Jobsharing existiert trotzdem weiter. Als https://app.tandemploy.com/  Und – erfreulich zu wissen !- auch die beiden Gründerinnen sind noch immer bei Tandemploy im Team. Mehrfach wurden sie für ihre Ideen für eine menschlichere und zugleich flexiblere Arbeitswelt ausgezeichnet.

Crowdfunding Brainstorming

Anne Westwards – Eine Frau macht sich auf den Weg

Mit dem Fahrrad die Welt erkunden und darüber berichten

Das ist der Ansatz von Anne Westwards. In ihrer ersten großen Expedition vor einigen Jahren hat die erfolgreiche Bloggerin Asien und den Nahen Osten mit Rad und Zelt bereist. Anderthalb Jahre lang radelte sie, ganz alleine auf sich gestellt, entlang der alten Seidenstraßen.

Für ihre neue Selbstständigkeit hat Anne hat eine vielversprechende Karriere in der IT-Branche aufgegeben. Ein Sprung ins Ungewisse. Aber das ist alles nichts gegen das, was sie auf ihren abenteuerlichen Reisen erlebt hat. An ihren Abenteuern lässt sie uns teilhaben. Anne sie bloggt, macht großartige Fotos, schreibt Bücher und hält mitreißende Multimedia-Vorträge. Darin wird nichts beschönigt. Offen und ehrlich berichtet sie auch über Schwierigkeiten und persönliche Ängste – und darüber, wie sie diese überwunden hat.  Für ihre Vorträge ist Anne Westward inzwischen sehr gefragt – auch in ihrer früheren Branche.

Unterwegs auf zwei Rädern: Anne Westward bei ihrer Tour entlang der alten Seidenstraßen

Unterwegs auf zwei Rädern: Anne Westward bei ihrer Tour entlang der alten Seidenstraßen

Anne Westward kam zu mir, um eine Crowdfunding-Kampagne zu entwickeln. Der primäre Zweck: Die erste Ausgabe eines Buches über ihre Reise durch den Iran zu finanzieren.

Und dann kam der Hass aus dem Netz…

Kaum hatten wir im Februar mit der Beratung begonnen, erschütterte uns ein unerwartetes Ereignis. Denn Anne Westward wurde Opfer einer üblen Haß- und Verleumdungskampagne im Netz.  Mehr dazu…
Was mich wunderte war, dass sich die Kampagne auf mehrere Jahre zurückliegende Ereignisse und Blogposts stützte. Warum eine derart verspätete Reaktion? Und warum gerade jetzt? Pünktlich zum internationalen Frauentag am 8. März. Der ist in den ehemals sozialistischen Ländern noch immer von großer Bedeutung. Ich vermute zudem, dass statt empörter Individuen in dem Fall sog. „Internet-Trolle“ am Werk waren. Warum? Darüber können wir nur spekulieren. Vermutlich passte es irgendwem nicht, dass eine Frau so unerschrocken ihren Weg weg geht. Anne könnte sowohl mit ihrem Mut als auch mit ihrer sanften Art des Reisens, ein (unerwünschtes) Vorbild sein.


Was hat das Gründercoaching gebracht?

Anne Westwards: Ilona Orthwein hat mich als Coach unermüdlich unterstützt, vor allem bei der Planung des Crowdfundings für mein Buch – immer mit klugem Blick auf das große Ganze und die richtigen Prioritäten.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Anne hat mich durch ihre Aktivitäten und ihren Mut wirklich sehr beeindruckt. Für mich hat sie das Potenzial zu einem weiblichen Reinhold Messner. Ihre ungewöhnliche Geschäftsidee, ihre Radreisen quer durch die Welt in Büchern, Fotos und Vorträgen zu verarbeiten, hat Potenzial. Das man mit so etwas auch gutes Geld verdienen kann, haben einige männliche Kollegen schon bewiesen.


So ein ungewöhnliches Geschäftsmodell…

…funktioniert selbstredend nur, wenn begleitende Strukturen aufgebaut werden. Alleine um die Welt radeln oder segeln genügt nicht. Man braucht die Öffentlichkeit. Und die gilt es, rechtzeitig ins Vorhaben einzubinden.

Anne Westward ist gut vernetzt. Sie hat nationale und internationale Kontakte, die ihr weiterhelfen. Besonders wichtig sind die Kontakte zu Unternehmen, zu Medien und zu Event-Organisatoren.

Crowdfunding – auch eine Frage der Kommunikation

Worauf es bei der Crowdfunding-Kommunikation ankommt

Wenn wir über Crowdfunding schreiben oder in unseren Seminaren Wege für eine gelungene Crowdfinanzierung aufzeigen, geht es immer auch um Kommunikation. Wenn wir möglichst viele Menschen überzeugen wollen, Idee zu finanzieren, bedeutet das auch PR- und Marketing in eigener Sache zu machen. Und das geschieht über das Internet, das heißt die Crowdfunding-Plattformen, die eigene Internetpräsenzen und die sozialen Medien.

Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede im Kommunikationsaufwand. Beim Crowdinvesting oder Crowdlending kann die Crowd mit ihren Einsätzen (viel) Geld verdienen. Und natürlich verdienen auch die jeweiligen Plattformen bei gelungenen Finanzierunge mit. Folglich liegt es in ihrem Interesse, Werbung und PR für die Kapitalsuchenden zu machen. Bei Kapilendo geht man sogar soweit, dass man das obligatorische Funding-Video für die Kunden professionell erstellt. Aber auch sonst ist im Crowdlending oder Crowdinvesting der eigene Aufwand überschaubar. Die Plattformen verfügen meistens über eine gewachsene Anleger und betreiben professionelles Marketing für ihre Angebote.

Ganz anders sieht es dagegen beim donation oder reward based Crowdfunding aus. Wer auf Betterplace, Kickstarter oder Startnext erfolgreich sein will, muss selbst einiges dafür tun.

Kommunikation ist alles

Obligatorisches Element der Crowdfunding-Kommunikation ist ein Pitching-Video von maximal (!) 3 Minuten länge. Fotos und weitere Videos – sog. „Visual Content“ –  sowie Präsenzen in den sozialen Medien sind gleichfalls wichtig.

Besonders wichtig ist in der Crowdfunding-Kommunikation aber auch, dass der Dialog  mit der Crowd aktiv gesucht wird. Die meisten Crowdfunding-Plattformen verfügen darum über integrierte Dialog-, Kommentarbereiche, über die man mit der Crowd vor, während und nach dem Funding ins Gespräch kommen kann.

Da Crowdfunding ein Kind des Web 2.0 ist, sind diese Dialoge mit der Crowd wichtig. Forciert bzw. angestoßen werden können sie durch eigene Initiativen. Mailings, Newsletter, Landingpages oder Umfragetools sind hilfreich.

Zudem sollte Crowdfunding-Kommunikation immer auf mehreren Kanälen erfolgen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Wer bei Facebook, Twitter und Co. seine Kampagne mit Fans und Followern teilt generiert mehr Reichweite für sein Funding. Und wer regelmäßig Updates postet, optimiert seine Crowdfunding- Kommunikation Schritt für Schritt.

Parallel sollte aber auch die klassische offline PR nicht vernachlässigt werden. Crowdfunding-Angebot kann sowohl für lokale als auch überregionale Medien von Interesse sein. Nicht zuletzt sollten auch passende Blogger und Influencer in die Kommunikation mit einbezogen werden.

Tell a story

Statt langer theoretischer Abhandlungen ist es besser eine Geschichte zu erzählen. Diese sollten sowohl authentisch als auch spannend sein. Also immer einen (kleinen) Spannungsbogen einbauen. Auch Emotionalität ist gefragt.

Zentrale Fragen sind dabei: Wie kam es zu der Idee? Wer steckt dahinter? Was soll mit dem Geld passieren und warum ist es wichtig, sich hier zu engagieren.

Hilfreich beim Geschichten erzählen ist die AIDA-Formel, die wir aus der Werbekommunikation kennen. Aufmerksamkeit erzeugen – Interesse wecken – den Wunsch (Desire) wecken, teilzuhaben – und dann den Handlungsimpuls (Action) setzen. Der lautet dann: Mach mit! Werde Teil von unserem großartigen Projekt! o. ä.

Ressourcen und Zeit planen

Wir empfehlen eine Aufteilung von 40 : 50 : 10. Das bedeutet 40 Prozent der gesamt Zeit sollte für die sorgfältige Planung und Vorbereitung der Kampagne aufgewandt werden. 50 Prozent dann für die Durchführung derselben und 10 Prozent für die Kommunikation mit der Crowd nach der Kampagne – unabhängig davon, ob diese erfolgreich war oder nicht. Denn: Manche Crowdfunder sind zweimal gestartet, ehe sie wirklich durchschlagenden Erfolg hatten. Darum lohnt es sich immer mit den (potenziellen) Unterstützern in Kontakt zu bleiben. Wenn es um die Ressourcenplanung geht, kann sich die Kooperation mit PR-Profis lohnen.

Grundsätzlich immer zu empfehlen ist ein konkreter Plan, bei dem Zeiten, Inhalte, Verantwortlichkeiten und das finanzielle Budget strukturiert werden. Dieser Plan kann leicht mit Hilfe von Excel o. ä. Programmen erstellt werden.

Sie brauchen Hilfe?

Im Rahmen unserer Beratungen und Seminare bieten wir Hilfe an. Auch begleiten gerne die Durchführung einer Crowdfunding-Kampagne. Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns!

 

Venture Capital

Immer wieder erreichen uns Fragen wie diese: Wie komme ich an Venture Capital? Wo finde ich einen privaten Investor für mein Unternehmensprojekt? Was bedeutet es für mich und mein Unternehmen, wenn ich privates Risikokapital einwerbe?

Hier wollen wir nun etwas Licht ins Dunkel bringen…

Was ist Venture Capital (VC)?

Venturekapital, zu deutsch Wagniskapital oder Risikokapital ist privates Beteiligungskapital („Private Equity“), das in nicht börsennotierte Unternehmen, meist junge Unternehmen investiert wird. Selten sind handelt es sich dabei um Direktbeteiligungen einzelner Geldgeber.

Eine große Zahl von Venture Capital fließt über über Venture Capital Fonds, welche Venture Capital Gesellschaften gehören. Die Venture Capital Fonds haben oft eine oder mehrere Branchenschwerpunkte, auf die sie sich spezialisiert haben. Schätzungen zufolge gibt es rund 110 aktive Venture Capital Gesellschaften in Deutschland – davon sind 90 im Bundesverband Deutscher Kapitalgesellschaften vertreten. Zahlreiche Gesellschaften gehören zu den Förderinstituten von Bund und Ländern.

Durch das Einbringen von Kapital wird der Venture Capital Investor dabei Mitgesellschafter im finanzierten Unternehmen – mit allen dazugehörenden Rechten und Pflichten. Anders, als landläufig vermutet wird, erwerben Venture Capital Investoren aber nicht, wie oft die Mehrheit an dem Unternehmen – im Gegenteil, sie sind im Regelfalle bestrebt, dass die Gründer weiterhin die Mehrheit am Unternehmen halten. Die Mindestbeteiligung der Venture Capital Fonds liegt in der Regel bei ca. 100.000-250.000 Euro.

Neben dem Kapital bringen Venture Capital Gesellschaften oft auch fundierte Branchenkenntnisse sowie Management-Expertise in das investierte Unternehmen mit ein, was neben dem Kapital selbst, eine wichtige Hilfe zu weiterem Wachstum ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Venture Capital?

Wie nachstehende Grafik zeigt, ist Venture Capital erst in einer fortgeschrittenen Phase der Unternehmensgründung üblich.

Bildquelle: www.fuer-gruender.de

In der Vor-Gründungsphase (Seed) braucht es Kapital für Forschung und Ideen-Entwicklung sowie für die Entwicklung von Prototypen. Ziel ist in dieser Phase, das Konzept bis zur Marktreife zu bringen. Da die Seed Phase das höchste Risiko birgt, investieren Venture Capital Gesellschaften nur sehr selten in die Seed Phase.

Dafür stehen als Unterstützer in dieser Phase sog. „Accelerators“ oder „Inkubatoren“ zur Verfügung. Das sind meistens Institutionen, die Startups innerhalb eines festgelegten Zeitraums durch intensives Coaching und Mentoring unterstützen, oft auch Räumlichkeiten und Kontaktnetzwerke zur  Verfügung stellen so den Entwicklungsprozess stark beschleunigen und vorantreiben können. Finanzkapital in der Seed-Phase wird  – neben den Eigenmitteln der Gründer – oft durch Crowdfunding / Crowdinvesting bereit gestellt.

Die Gründungsfinanzierung (Start-up) beginnt, wenn die Produktentwicklung abgeschlossen ist und die Markteinführung finanziert werden muss. D. h. es muss bereits über ein marktreifes Produkt (Prototyp) oder eine entsprechende Dienstleistung vorhanden sein, und nun braucht es weiteres Kapital für Produktion und Vermarktung muss. Für diese Phase ist für Venture Capital Geber der Proof of Concept relevant – d.h. es sollte eine klare Indikation geben, dass die Geschäftsidee auch zu wirtschaftlichem Erfolg führt, wie sie beispielsweise über eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne erbracht werden kann.

Erste Wachstumsphase (Expansion): Hat sich das Produkt erfolgreich auf dem Markt behauptet und sind die ersten Umsätze erzielt, steht der Ausbau der Marktposition an. Um das zukünftige Wachstum finanzieren zu können, stehen spezialisierte, auf Expansion fokussierte Venture Capital Fonds zur Verfügung. Investiert wird vorwiegend in Produktionskapazitäten und den Vertrieb, um für das zukünftige Wachstum gerüstet zu sein.

Für welche Start-ups ist Venture Capital interessant?

Wagniskapital oder Venture Capital Investoren investieren ihr Geld vorwiegend in Start-ups und Jungunternehmen, die zwar wenig Sicherheiten aber dafür ein hohes Maß an innovativem Potenzial bieten. Folgende Faktoren sind für Venture Capital Gesellschaften bei der Auswahl der Unternehmen wichtig:

  • Ist die Geschäftsidee innovativ?
  • Ist der Markt für das Start-up vielversprechend?
  • Hat das Angebot ein klar definierten Kundennutzen und ein Alleinstellungsmerkmal (USP) am Markt?
  • Welche Gründerpersönlichkeiten / welches Team leitet das Unternehmen?

Welche Venture Capital Investoren gibt es?

Business Angels

Wer an Risikokapitalgeber denkt, hat meist vermögende, private Investoren im Auge. Diese Business Angels gibt es tatsächlich und sie bringen neben Kapital auch Know-how in das Unternehmen ein. Business Angels investieren in der Regel zwischen 50.000 und  100.000 Euro, typischerweise in einer frühen Unternehmensphase. Damit sind Business Angels ideale Investoren speziell für innovative Existenzgründungen, die beispielsweise Kapital für die Produktentwicklung benötigen.

Da der Business Angel Geld in das Unternehmen investiert, erhält er Anteile am Unternehmen und wird somit Miteigentümer. Business Angels setzen darauf, dass die erworbenen Unternehmensanteile aufgrund eines guten Geschäftsverlaufs erheblich an Wert gewinnen und Sie nach ein paar Jahren Ihre Anteile mit Gewinn verkaufen können.  Die meisten Business Angels schliessen sich einem Business Angels Netzwerk an und können hierüber gefunden und kontaktiert werden. Es gibt in Deutschland etwa 3.000 aktive Business Angels, die meist einem Business Angels Netzwerk angehören. Die meisten dieser Business Angels Vereinigungen sind wiederum Mitglied beim BAND, dem Business Angels Netzwerk Deutschland e.V.

Beteiligungsgesellschaften der Förderbanken der Bundesländer

Auch Förderbanken der Bundesländer vergeben Wagniskapital, in dem sie sich über eigene Beteiligungsgesellschaften an jungen Unternehmen beteiligen. Die Mindestbeteiligung bei den Beteiligungsgesellschaften der Förderbanken beginnt je nach Förderbank schon mit 20.000 Euro. Und in der Regel haben die Beteiligungsgesellschaften keinen festen Investitionsfokus; d.h. grundsätzlich kommt jedes Geschäftsmodell in Frage. Da aber kein spezieller Branchenfokus besteht, bringt die Förderbank unter Umständen nicht genauso viel Branchen Know-How in das Unternehmen ein wie beispielsweise eine klassische Venture Capital Gesellschaft.

High-Tech Gründerfonds

Eine besondere Form von Venture Capital ist der High-Tech Gründerfonds. Er ist ist Deutschlands aktivster Frühphaseninvestor und wurde 2005 ins Leben gerufen.  Er unterstützt junge Technologieunternehmen mit Seedkapital. In einer ersten Finanzierungsrunde sind dabei bis zu 1.000.000 Euro als nachrangiges Gesellschafterdarlehen möglich. Der High-Tech Gründerfonds bietet aber auch ein Netzwerk und unternehmerische Unterstützung für die Gründer.

Coparion Fonds

Ähnlich dem High-Tech Gründerfonds investiert der von der KfW und dem BMWi finanzierte Coparion Fonds in junge Wachstumsunternehmen. Der Fonds ist nicht für die Seed-Finanzierung gedacht, sondern positioniert sich als Investor ab der zweiten Phase. So sollen in verschiedenen Finanzierungsrunden pro Unternehmen bis zu 10 Mio. Euro fließen. Bei der Verteilung der Investmenthöhe auf die jeweiligen Finanzierungsrunden ist man flexibel.  Besonders wichtig: Coparion investiert niemals alleine in ein Unternehmen, sondern immer als Co-Investor zu denselben Konditionen und in der Regel auch mit demselben Volumen wie parallel ein anderer Risikokapitalgeber investiert.

Klassische Venture Capital Gesellschaften

Wie bereits eingangs erwähnt, kommt das Wagniskapital selten direkt von einzelnen Kapitalgebern, sondern meist über Gesellschaften bzw. Fonds, die sich nach Branchenfokus oder Investitionssumme und mögliche Vorteilen für die Kapitalnehmer durchaus stark unterscheiden können. Die Mehrheit der Venture Capital Geber gehören zu den klassischen Venture Capital Gesellschaften, bei denen die Gesellschaft als Fondsmanager / Vermögensverwalter tätig ist. Dabei legt die Venture Capital Gesellschaft einen VC Fonds mit einem speziellen Investitionsfokus (z.B. mit einem speziellen Branchenfokus und / oder Investitionsphase) auf.

Ist der Fonds definiert, muss die Gesellschaft Investoren finden (Capital Raising). Mit dem eingesammelten Geld investiert die Gesellschaft dann in die Unternehmen, die in die Anlagestrategie passen. Wichtig für Gründer: Wenn Sie eine Venture Capital Gesellschaft als Investor gewinnen möchten, prüfen Sie vor Kontaktaufnahme, ob ihr Unternehmen dem Investitionsfokus entsprechen könnte. Die Mindestinvestitionssumme liegt meist über 50.000 Euro. Positiv: Da die Gesellschaften sich auf ein paar wenige Branchen fokussieren, bringen Sie meist auch Industrie Know-How in das Unternehmen ein.

Corporate Venture Capital (CVC) Gesellschaften sind Tochtergesellschaften von Großunternehmen, die für den Mutterkonzern strategische Investments tätigen. Dementsprechend sind die Zielunternehmen meist in verwandten Sektoren der Muttergesellschaft tätig. Im Gegensatz zu „normalen“ Venture Capital Gesellschaften sind die CVCs auf Wertsteigerung der eingesetzten Mittel, als auch auf den Mehrwert aus, der sich aus Synergien zwischen dem Mutterkonzern und dem finanzierten Partner-Unternehmen generieren lässt. Ein prominentes Beispiel für ein CVC ist die BASF Venture Capital GmbH.

Wie Sie Venture Capital Investoren überzeugen

Neben den oben beschriebenen Faktoren, die für ein Venture Capital Unternehmen wichtig sind, ist insbesondere eine überzeugende Präsentation – z.T. auch in Form eines Elevator Pitches oder eines Pitch Decks – ausschlaggebend für den ersten Eindruck und ggf. den nächsten Schritt: die Prüfung des Businessplans.  Bei der Prüfung des Businessplans schaut sich ein Risikokapitalgeber insbesondere das Executive Summary und den Finanzplan genau an. Entsprechend wichtig ist es, dass Sie mit einem wasserdichten Finanzplan überzeugen können.

Sowohl bei der Vorbereitung des Pitches als auch bei Erstellung von Businessplan und Finanzplan können Sie auf unsere professionelle Unterstützung zurückgreifen!

eBusiness durch Crowdfunding ausbauen

Crowdfunding für den Mittelstand

Der mittelständische Industriebedarfsanbieter Kneissl reagiert auf den Digitalisierungsdruck und setzt gleichzeitig  auf Geld von der Crowd. So wird der Ausbau des eBusiness digital durch Crowdfunding finanziert.

Das Familienunternehmen vertreibt bereits seit 27 Jahren Werkzeuge und Verbindungselemente. Kunden sind Handwerksbetriebe, Industrieunternehmen und anspruchsvolle Heimwerker. Jetzt sollen die Vertriebswege modernisiert und der Onlineshop umfassend erweitert werden.

Finanziert werden soll das Ganze ebenfalls höchst innovativ: Mit einer Crowdfunding‐Kampagne will man auch Kleinanleger gewinnen. Ziel der 90‐tägigen Kampagne ist es, eine Mindestsumme von 50.000 Euro aufzubringen. Anleger können ab 100 Euro in das Unternehmen der Kneissls investieren. So geht Crowdfunding für den Mittelstand!

Nicht nur Online-Strukturen verbessern

Kneissl möchte mit dem so eingeworbenen Geld aber nicht nur in Onlinestrukturen investieren, sondern auch seinen Artikelbestand und damit die Lieferfähigkeit erweitern. „Der große Lagerbestand ist notwendig, da Kunden aus Handwerk und Industrie darauf angewiesen sind, dass Bestellungen sofort lieferbar sind und die verschiedenen bestellten Produkte gleichzeitig eintreffen“, so Geschäftsführer Oliver Kneissl. Zurzeit liegt der Umsatz des Unternehmens bei 500.000 Euro. Ein Umsatz von 750.000 Euro über den Onlineshop und den traditionellen Vertrieb sind in diesem Jahr geplant.

Online und Offline besser verkoppeln

Der neue Webshop soll zudem die im Netz übliche Anonymität beenden und somit auch das B2B-Geschäft ankurbeln. Ein „Click‐to‐meet“‐Button ermöglicht dann eine persönliche Beratung.

„Unser Leitsatz ‚Wir sprechen kundisch‘ sollte sich auch in unserem Onlineshop wiederfinden. Kunden können über unseren Shop einen Termin mit dem passenden Außendienstmitarbeiter vereinbaren, der umfassend zum gewünschten Produktbereich berät – ein Service, den große Onlinemarktplätze nicht bieten können“, erklärt Oliver Kneissl.