News-Blog

Oh wie schön ist Panama!

Gründerin Anna Sterzer lässt Reiseträume wahr werden

Eigentlich ist Anna Sterzer Online-Marketing-Spezialistin. Um ihre berufliche Zukunft bräuchte sie sich also keine Sorgen machen. Fachleute wie sie sind sehr gefragt. Ihr Herz schlägt jedoch für Reisen nach Mittel- und Südamerika. Die guten Erfahrungen, die sie dort gesammelt hat, will sie anderen weitergeben. So organisiert sie Privat- und Kleingruppenreisen. Individuell maßgeschneidert. Ganz besondere Erlebnisreise-Angebote hat die im Netzwerk von MomPreneurs engagierte junge Frau für Familien mit Kindern, z. B. in Panama.

Anna von gonjoy Erlebnisreisen

Anna ist Expertin für Lateinamerika-Reisen

Beim Start in die Selbstständigkeit als Reiseunternehmerin hat ihr die Partnerschaft mit Reiseveranstalterin Jenny Strumpf entscheidend geholfen. Go’n joy Erlebnisreisen hat sich wie Go’n joy Africa auf Privat- und Kleingruppenreisen spezialisiert. Beide Reiseunternehmen stehen für nachhaltigen Tourismus. Alle von Anna ausgewählten Reiseziele sind persönlich geprüft, am Tier- und Naturschutz orientiert und überdies familientauglich.

Was hat das Gründercoaching gebracht?

Anna Sterzer: Ilona Orthwein hat mir mit ihrem wertvollen Knowhow die entscheidenden Impulse für die Zukunft und den Erfolg meines Vorhabens gegeben. Von der Beratung zur Wahl der Unternehmensform, Finanzplanung, über Zeit- und Personalmanagement bis hin zu kreativen Marketing-Ideen hat Ilona Orthwein mir mit ihrem umfangreichen Erfahrungsschatz weitergeholfen und genau die richtigen Tipps gegeben. Das Coaching hat mich so richtig zum Durchstarten motiviert. Ich kann jedem Gründer eine solche Begleitung nur empfehlen.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: „Das eigene Hobby oder die persönliche Leidenschaft zum Beruf zu machen, davon träumen viele Menschen. Funktionieren kann das aber nur, wenn auch die Voraussetzungen stimmen. Das Konzept muss wirtschaftlich tragfähig sein. Nur dann kann mit der selbstständigen Tätigkeit auch den eigenen Lebensunterhalt bestreiten. Funktioniert das nicht, sind die Folgen Frustration oder gar Burnout. Wir Unternehmensberater und Gründercoaches können prüfen, ob eine Gründungskonzept fundktionieren kann. Wir decken Schwachstellen auf und entwickeln gemeinsam mit den Gründer*innen Lösungen.


Erfolgsmotor Kooperation

Anna Sterzer und Jenny Strumpf packen Dinge gemeinsam an. Sie tauschen Erfahrungen aus, ermutigen einander und helfen sich in der praktischen Arbeit. Sie wuppen gemeinsam größere Marketing-Aktionen wie Messeauftritte gemeinsam. Für eine(n) Solo-Gründer*in sind nämlich solche Vorhaben sowohl energetisch als auch finanziell wesentlich schwerer zu bewerkstelligen. Darum der Rat an alle Gründer*innen: Vernetzt Euch und geht gemeinsam auf großen Fischzug!

Messeauftritt, Jenny Strump, Anna Sterzer

Anna Sterzer und Jenny Strumpf beim gemeinsamen Messeauftritt am 10. /11.11.2018 in Berlin

Neuanfang in Berlin: Geflüchtete gründen Unternehmen

Abdulkader Shook – Parfumeur aus Aleppo / Syrien

In Aleppo hatte Abdulkader Shook ein gut gehendes Geschäft. Er stellte traditionelle Parfum aus erlesenen Duftessenzen her. Nicht nur Einheimische kauften bei ihm. Die Lage des Ladens nahe der berühmten Zitadelle zog auch viele Touristen an. Doch dann kam der Krieg und die Bomben zerstörten sein Haus, sein Geschäft und damit seine ganze Lebensgrundlage. Mit seiner Frau und den drei Kindern flüchtete Abdulkader Shook vor dem Krieg aus Syrien und gelangte schließlich nach Berlin.

Abdulkader Shook

Parfumeur Abdulkader Shook (46)

Hier versucht er beruflich nun neu Fuß zu fassen und ein Gewerbe aufzubauen. Hilfreich sind dabei seine alten Kundenkontakte. Viele seiner einstigen Lieferanten und Geschäftskunden aus Syrien sind inzwischen ebenfalls ins Ausland emigriert, oftmals in Länder der EU.

Abdulkader Shooks Geschäft in einer La

2010: Abdulkader Shooks Geschäft in einer Ladenzeile nahe der Zitadelle von Aleppo

Im Krieg zerstörtes Geschäft

2014: Im Kampf zwischen Regierungtruppen und Freischärlern wurde die gesamte Ladenzeile zerbombt

Abdulkader Shook kam über das Projekt LOK.STARTupCAMP international zu Ilona Orthwein im November 2017 erstmals in die Beratung. Nach einer Unterbrechung von mehreren Monaten, in denen der Gründer einen Fachsprachkurs „Deutsch für Dienstleister“ besuchte und ein dreimonatiges Praktikum in einer großen Parfümerie  machte, wurde das Gründercoaching wieder aufgenommen.

Am 1.6.2018 hat Abdulkader Shook sein Gewerbe angemeldet. Anders als ursprünglich geplant, hat er kein aber Einzelhandelgeschäft eröffnet. Stattdessen nutzt sein Netzwerk aus Lieferanten und Großkunden im In- und Ausland. Er beliefert Geschäfte direkt mit traditionellen orientalischen Parfums, Parfumessenzen und traditionell hergestellten Seifen.  Ganz praktische Unterstützung bietet ihm dabei eine alteingesessene inhabergeführten Parfümerie in Berlin.

Innerhalb von nur sechs Monaten konnte sich Herr Shook einen Pool aus 15 gewerblichen Abnehmern im In- und Ausland aufbauen und sein kleines Handelsgewerbe schrieb rasch „schwarze Zahlen“.

Was hat das Gründercoaching gebracht?

Abdulkader Shook: Zunächst einmal danke ich der IHK Berlin und der LOK.a.MOTION GmbH. Hier wurden mir wichtige Basiskenntnisse zur Selbstständigkeit in Deutschland vermittelt. Mit Frau Orthwein habe ich dann gemeinsam meinen Businessplan entwickelt und meine Selbstständigkeit gestartet. Ihre Fachexpertise hat mir dabei sehr geholfen. Gut fand ich auch die genaue Planung der Coachingtermine. So kam ich langsam, aber sicher, Schritt für Schritt voran. Die Idee mit dem eigenen Laden musste ich leider erst einmal aufgeben. Aber vielleicht ergibt sich in Zukunft etwas, wenn mein Geschäft noch besser gewachsen ist. Aktuell arbeite ich an meinem Internetauftritt. So kann ich bekannter werden und immer neue Kunden finden.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Viele Geflüchtete haben sowohl das Potenzial als auch den starken Wunsch in der neuen Heimat ein Unternehmen zu gründen. In ihrem Herkunftsländern ist berufliche Selbstständigkeit etwas viel Normaleres als bei uns. Frauen und Männer, die Angebote wahrnehmen, wie sie vom  LOK.STARTupCAMP international oder dem Projekt Start-up Your Future der DHIK angeboten werden, haben meistens schon Erfahrungen als Unternehmer*innen. Manche waren jahrzehntelang selbstständig und können sich gar nicht vorstellen, irgendwo als Angestellte zu arbeiten.  Leider stoßen die Geflüchteten auf dem Weg in die Selbstständigkeit immer wieder auf Hürden. Da ihre Aufenthaltstitel nur im 1-3 Jahresrhythmus verlängert werden, ist der z. B. Abschluss von Verträgen mit längerer Laufzeit ein großes Problem. Das begegnet uns bei Gewerbemietverträgen oder Darlehensverträgen.

Zudem muss man sehen, dass die Geflüchteten überwiegend aus Ländern mit sozio-ökonomischen Gegebenheiten kommen, welche sich von den hiesigen fundamental unterscheiden. Das müssen die Neubürger erst einmal begreifen. In Syrien z. B. gibt bzw. gab es viele kleine Einzelhandelsgeschäfte. Viele handwerkliche Familienbetriebe und kleine Dienstleister fanden dort vor dem Krieg ein gutes Auskommen. Das ist vergleichbar mit Deutschland in den 1950er bis 1970er Jahren. Hier treffen diese Gründer nun auf gesättigte Konsumentenmärkte, zahlreiche Konkurrenten und viel Bürokratie. Unsere Aufgabe als Berater*innen ist es, sie mit den veränderten Marktgegebenheit vertraut zu machen und Lösungen zu finden.


Wenn berufliche Integration von Geflüchteten gelingen soll…

… gilt es, neue Chancen auszuloten und alte Denkmuster aufzubrechen. Die Gründer*innen mit Fluchthintergrund bringen oft große Potenziale für eine erfolgreiche Selbstständigkeit mit, die man im Coaching allerdings erst einmal freilegen muss. Bei Abdulkader Shook waren es zum Beispiel seine unternehmerische Erfahrung, sein weit über die Grenzen der Heimat hinaus bekannter guter Ruf als Parfumeur und ein großes geschäftliches Kontaktnetzwerk, auf dem er aufbauen konnte.

Reiseunternehmen „Go’n joy Africa“

Diesseits von Afrika – Reiseveranstalterin Jenny Strumpf

Jenny Strumpf ist Reiseveranstalterin. Als Gründerin und Inhaberin von Go’n joy Africa hat sie sich auf Reisen nach Afrika spezialisiert. Das Besondere an ihrem Angebot: Man reist rund um sorglos und zugleich privat oder in Kleingruppen. Reiseziele sind im südlichen und östliche Afrika sowie in Marokko. Ein gutes Kennenlernen von Land und Leuten ist dabei garantiert. Darüber hinaus plant und organisiert Jenny Strumpf inzwischen auch zusammen mit einer Kollegin Erlebnisreisen für  die wachsende Gruppe der Vegetarier /Veganer. Das entsprechende  Angebot findet sich auf der Website: www.vegane-reisen.com.

 

Reiseveranstalterin Jenny Strumpf, Go'n joy africa, Jungunternehmerin

Jenny Strumpf – erfolgreiche Jungunternehmerin in Sachen Afrika-Reisen

Seit 2015 organisiert sie bereits erfolgreiche Reisen nach Afrika. Ihre Erfolge und die positive Resonanz ihrer Reiseteilnehmer ermutigten sie den Schritt in die Vollselbstständigkeit zu gehen. Im Jahr 2018 konnte sie Ilona Orthwein  im Rahmen unser Beratung für Gründer*innen erfolgreich dabei begleiten.

Was hat das Gründercoaching gebracht?

Jenny Strumpf: Ilona Orthwein hat mich ermutigt, den Schritt in die Vollselbständigkeit nach fast 3-jähriger Überlegungszeit endlich zu wagen und meinen Traum eines eigenen Reiseveranstalters für Afrika-Reisen zu verwirklichen. Sie gibt mir als Coach neue Impulse für Marketingaktivitäten und motiviert mich, mit neuen Ideen positiv in die Zukunft zu blicken.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Jennys Unternehmen ist eine von vielen Gründungen, die zunächst im Nebenerwerb starten. Das ist gut, wenn man erst einmal den Markt genauer erkunden, Erfahrungen sammeln und Risiken minimieren will. Mittel -bis langfristig führt eine Nebenerwerbsselbstständigkeit jedoch schnell zu Überforderung. Der Aufbau eines wirtschaftlich tragfähigen Unternehmens braucht erhebliche zeitliche und energetische Ressourcen. Nebenerbsgründer*innen geraten so schnell an ihre Grenzen. Das Ergebnis ist dann leider, dass an sich gute Geschäftsideen nicht um Durchbruch kommen.

 


Was passiert beim Gründercoaching?

Ausgangspunkt bzw. Grundlage jedes Gründercoachings ist der Businessplan oder Canvas. Existiert ein solches Unternehmenskonzept noch nicht oder nur in Ansätzen, wird es im Coachingprozess gemeinsam mit den Gründer*innen erarbeitet. Ist es schon ausgearbeitet vorhanden, geht man es Schritt für Schritt durch und überarbeitet es gegebenfalls. Auf jeden Fall erörtert man die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Geschäftsidee, plant Marketing  und Finanzen bzw. die Unternehmensfinanzierung.

Neben Elementen aus der betriebswirtschaftlichen Beratung kommen beim Gründercoaching auch Elemente aus dem Business Coaching zum Tragen. So wird zum Beispiel wird erörtert, welches Geschäftsmodell zur Gründerperson und deren aktueller Lebenssituation am besten passt.

Der Coach steht dem Gründer im gesamten Prozess mit seiner Erfahrung und Fachexpertise zur Verfügung, weist auf Knackstellen und blinde Flecken ebenso wie auf (große) Chancen hin. Sollte es notwendig sein, begleitet der Coach den/ die Gründer*in auch zu wichtigen Verhandlungen, z. B. mit Kreditinstituten. Kommt eine Förderung durch die Arbeitsagentur bzw. das Jobcenter (Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld) in Frage, unterstützt der Berater auch hier, u. a. mit einer fachlichen Stellungnahme.

 

 

Crowdfunding – auch eine Frage der Kommunikation

Worauf es bei der Crowdfunding-Kommunikation ankommt

Wenn wir über Crowdfunding schreiben oder in unseren Seminaren Wege für eine gelungene Crowdfinanzierung aufzeigen, geht es immer auch um Kommunikation. Wenn wir möglichst viele Menschen überzeugen wollen, Idee zu finanzieren, bedeutet das auch PR- und Marketing in eigener Sache zu machen. Und das geschieht über das Internet, das heißt die Crowdfunding-Plattformen, die eigene Internetpräsenzen und die sozialen Medien.

Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede im Kommunikationsaufwand. Beim Crowdinvesting oder Crowdlending kann die Crowd mit ihren Einsätzen (viel) Geld verdienen. Und natürlich verdienen auch die jeweiligen Plattformen bei gelungenen Finanzierunge mit. Folglich liegt es in ihrem Interesse, Werbung und PR für die Kapitalsuchenden zu machen. Bei Kapilendo geht man sogar soweit, dass man das obligatorische Funding-Video für die Kunden professionell erstellt. Aber auch sonst ist im Crowdlending oder Crowdinvesting der eigene Aufwand überschaubar. Die Plattformen verfügen meistens über eine gewachsene Anleger und betreiben professionelles Marketing für ihre Angebote.

Ganz anders sieht es dagegen beim donation oder reward based Crowdfunding aus. Wer auf Betterplace, Kickstarter oder Startnext erfolgreich sein will, muss selbst einiges dafür tun.

Kommunikation ist alles

Obligatorisches Element der Crowdfunding-Kommunikation ist ein Pitching-Video von maximal (!) 3 Minuten länge. Fotos und weitere Videos – sog. „Visual Content“ –  sowie Präsenzen in den sozialen Medien sind gleichfalls wichtig.

Besonders wichtig ist in der Crowdfunding-Kommunikation aber auch, dass der Dialog  mit der Crowd aktiv gesucht wird. Die meisten Crowdfunding-Plattformen verfügen darum über integrierte Dialog-, Kommentarbereiche, über die man mit der Crowd vor, während und nach dem Funding ins Gespräch kommen kann.

Da Crowdfunding ein Kind des Web 2.0 ist, sind diese Dialoge mit der Crowd wichtig. Forciert bzw. angestoßen werden können sie durch eigene Initiativen. Mailings, Newsletter, Landingpages oder Umfragetools sind hilfreich.

Zudem sollte Crowdfunding-Kommunikation immer auf mehreren Kanälen erfolgen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Wer bei Facebook, Twitter und Co. seine Kampagne mit Fans und Followern teilt generiert mehr Reichweite für sein Funding. Und wer regelmäßig Updates postet, optimiert seine Crowdfunding- Kommunikation Schritt für Schritt.

Parallel sollte aber auch die klassische offline PR nicht vernachlässigt werden. Crowdfunding-Angebot kann sowohl für lokale als auch überregionale Medien von Interesse sein. Nicht zuletzt sollten auch passende Blogger und Influencer in die Kommunikation mit einbezogen werden.

Tell a story

Statt langer theoretischer Abhandlungen ist es besser eine Geschichte zu erzählen. Diese sollten sowohl authentisch als auch spannend sein. Also immer einen (kleinen) Spannungsbogen einbauen. Auch Emotionalität ist gefragt.

Zentrale Fragen sind dabei: Wie kam es zu der Idee? Wer steckt dahinter? Was soll mit dem Geld passieren und warum ist es wichtig, sich hier zu engagieren.

Hilfreich beim Geschichten erzählen ist die AIDA-Formel, die wir aus der Werbekommunikation kennen. Aufmerksamkeit erzeugen – Interesse wecken – den Wunsch (Desire) wecken, teilzuhaben – und dann den Handlungsimpuls (Action) setzen. Der lautet dann: Mach mit! Werde Teil von unserem großartigen Projekt! o. ä.

Ressourcen und Zeit planen

Wir empfehlen eine Aufteilung von 40 : 50 : 10. Das bedeutet 40 Prozent der gesamt Zeit sollte für die sorgfältige Planung und Vorbereitung der Kampagne aufgewandt werden. 50 Prozent dann für die Durchführung derselben und 10 Prozent für die Kommunikation mit der Crowd nach der Kampagne – unabhängig davon, ob diese erfolgreich war oder nicht. Denn: Manche Crowdfunder sind zweimal gestartet, ehe sie wirklich durchschlagenden Erfolg hatten. Darum lohnt es sich immer mit den (potenziellen) Unterstützern in Kontakt zu bleiben. Wenn es um die Ressourcenplanung geht, kann sich die Kooperation mit PR-Profis lohnen.

Grundsätzlich immer zu empfehlen ist ein konkreter Plan, bei dem Zeiten, Inhalte, Verantwortlichkeiten und das finanzielle Budget strukturiert werden. Dieser Plan kann leicht mit Hilfe von Excel o. ä. Programmen erstellt werden.

Sie brauchen Hilfe?

Im Rahmen unserer Beratungen und Seminare bieten wir Hilfe an. Auch begleiten gerne die Durchführung einer Crowdfunding-Kampagne. Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns!

 

Startups – Der Exit im Fokus

Wie funktioniert ein Exit?

Traditionelle Unternehmen werden gegründet, um langfristig von ihren Gründern geführt zu werden. In der Startup-Szene hat sich dagegen der Exit als Unternehmensziel etabliert. Das meint den Verkauf an ein anderes Unternehmen oder an einen Konzern.  Die Gründer verkaufen ihre Anteile und steigen aus dem jungen Unternehmen aus. Einige Mitglieder des Gründerteam arbeiten auch noch einige Zeit im Unternehmen weiter, dass dann jedoch anderen gehört.

Millionenschwere Übernahmen von Startups durch Google, Facebook & Co sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Doch wie fließt das Geld bei einem Exit wirklich und was bleibt für die Gründer?

Startup-Gründer verfügen über Ideen mit Innovationspotenzial, doch ihnen fehlt es im Regelfall an Kapital. So kommen private Investoren, sogenannte Business Angels oder andere Venture Capital (VC)-Geber, ins Spiel. Die wissen aber, dass von elf Startups acht bis neun in den ersten Jahren scheitern. Umso bewusster investieren sie. Sie sind auf der Suche nach Geschäftsideen mit viel Potenzial und sichern sich durch entsprechende Verträge Chancen auf einen möglichst renditeträchtigen Exit.

Am Anfang steht die Unternehmensbewertung

Ehe eine Investition jedoch getätigt werden kann, muss zunächst der Wert des Startups bestimmt werden. Anhand dieser wird entschieden, wie viele Geschäftsanteile ein Investor zu welchem Preis erhält. Differenziert wird dabei zwischen einem „Post-Money“-Wert, bei dem das neue Kapital bereits eingepreist ist und dem Wert davor („Pre-Money“).

Da die gängigen Methoden zur Unternehmensbewertung hier jedoch nicht anwendbar sind, sind Startup-Bewertungen im Wesentlichen nur Prognosen. Zugrunde gelegt werden verschiedene Faktoren, wie die Attraktivität des Marktes, die Reputation der Gründer oder der Innovationsgrad der Produkte. Von der Einschätzung der Investoren und der guten Vorbereitung der Gründer hängt ab, auf welchen Wert man sich einigt. Der wird dann vertraglich festgehalten. Damit aber nicht genug…

Ein VC-Vertrag enthält komplexe Klauseln

Das ist beispielsweise von Mitveräußerungsrechten und –pflichten (Tag Along und Drag Along) die Rede, von Bezugsrechten und Verwässerungsschutzmaßnahmen (Anti Dilution), sowie von Liquidations- / Erlöspräferenzen (Liquidation Preferences).

Letztere sind besonders entscheidend. Sie greifen automatisch, sobald sich der Exit durch Verkauf von mehr als 50 Prozent der Unternehmensanteile realisiert. Sie kommen aber auch bei Liquidation eines gescheiterten Startups zum Tragen. Und sie entscheiden, welche Gesellschafter bevorzugt abgefunden werden und damit auch letzlich, wer wie viel am Exit verdient.

Aus Investorensicht sind Liquidationspräferenzen absolut notwendig; ohne sie kann ein Investor bei schlechten oder mäßigen Exit-Erlösen nur verlieren. Aber sie können auch dafür sorgen, dass Anschlussfinanzierungen schwierig werden. Oder dass Gründer beim Exit finanziell unverhältnismäßig benachteiligt werden.

Die Präferenzen können höchst unterschiedlich gestaltet sein. Geläufig ist: Last in, First out, das heißt die Investoren werden in der Reihenfolge ihres Einstiegs – die Letzten zuerst – abgefunden.

Als besonders fair gilt die einfache Präferenz mit Anrechnung (non-participating). Sie dient dem Schutz des Investors für den Fall, dass das Unternehmen unter dem Wert verkauft wird, der Bemessungsgrundlage für sein Investment war. Dieser Fall könnte z. B. durch eine Drag-Along-Verpflichtung eintreten. Dann müssen alle Anteile verkauft werden, sobald der Mehrheitsgesellschafter verkauft. Dank der Präferenz kann der Investor aber sein eingebrachtes Geld retten.

Bei einer nicht anrechenbaren (participating) Präferenz verdient der Investor zusätzlich am Erlös pro Anteil, ohne dass die Rückzahlung seiner Einlage angerechnet wird. Das ist vor allem bei hohen Exit-Erlösen interessant.

Möglich sind zudem Zinsvereinbarungen. Allerdings können die Investorenansprüche durch eine vertraglich festgelegte Obergrenze, den sogenannten „Cap“ gedeckelt werden.

Liquidationspräferenzen mit einem Faktor >1 waren zu Zeiten des New-Economy-Booms durchaus geläufig. Aktuell sind sie, zumindest in der deutschen Startup-Szene, aber eher selten. Sie können aber als Ausgleich zur Anwendung kommen, wenn der Gründer eine höhere Bewertung durchsetzt als der Investor für realistisch hält.

Augen auf beim Abschluss von VC Verträgen!

Wie sich eine nicht anrechenbare Präferenz mit Faktor 2 auswirkt, erläutert dieses Beispiel:

Ein Investor gibt vier Millionen Euro in ein Startup mit einer Post-Money-Bewertung von zehn Millionen Euro. Er erhält eine 2-fache nicht anrechenbare Liquidationspräferenz und 40 Prozent der Geschäftsanteile. Die vier Gründer ihrerseits halten weiterhin 60 Prozent – pro Kopf jeweils 15 Prozent. Auf dem Papier ist nach der Kapitalzufuhr nun jeder Gründer zweifacher Millionär.

Nach einem Jahr wird das Startup für zehn Millionen Euro verkauft. Jetzt erhält der Investor seine Einlage doppelt zurück: acht Millionen Euro. Da die Präferenz nicht angerechnet wird, stehen ihm von den verbleibenden zwei Millionen aufgrund seiner Geschäftsanteile weitere 800.000 Euro zu. Er hat also seinen Einsatz mehr als verdoppelt. Den vier Gründern bleiben 1,2 Millionen Euro – pro Kopf somit nur 300.000 Euro für ihre gute Geschäftsidee und hunderte Stunden harter Arbeit.

Vor Abschluss eines VC-Vertrages sollten unterschiedlichste Exit-Szenarien durchdacht und berechnet werden. Nur so lassen sich gute und faire Vereinbarungen zu finden. Denn, wer an einem Exit wie viel verdient, entscheiden letztllich die Verträge.

 

Kreditanträge führen zu SCHUFA-Einträgen

Denken Sie bei der Kreditbeantragung an die SCHUFA!

Wenn Sie als Unternehmer*in oder Gründer*in bei einer Bank ein Darlehen anfragen, wird diese Anfrage i.d.R. an die SCHUFA weitergeleitet und erhält dort das Merkmal „Anfrage Kredit“.

Das beeinflusst Ihren Schufa Score negativ und das Merkmal „Anfrage Kredit“ bleibt für ein Jahr  gespeichert.  Dadurch verschlechtert sich Ihr Scorewert. Der SCHAFA-Score ist ein mathematischer Wert. Er beschreibt Ihre Kreditwürdigkeit beschreibt und dient vielen Gläubnigern als Entscheidungsgrundlage.

Wenn der angefragte Kredit nicht zustandekommt, könnten Sie Probleme bekommen, wenn Sie sich mit Ihrem Anliegen an ein weiteres Geldhaus wenden.  Dort wird man aufgrund des SCHUFA-Eintrags davon ausgehen, dass Ihre vorherige Anfrage abgelehnt wurde. Somit können Kreditentscheidungen und auch die Kreditkonditionen negativ beeinflusst werden. Und das sogar, wenn Sie selbst das Kreditangebot der ersten Bank abgelehnt haben.

Was also tun?

Bevor Sie einen Kreditantrag stellen, sollten Sie zunächst genau überlegen, wie groß Ihre Chancen bei diesem Institut auf eine tatsächliche Bewilligung sind. Dies können Sie im Rahmen eines unverbindlichen Beratungsgesprächs mit der Bank eruieren – ohne gleich einen Kreditantrag zu stellen.

Erkundigen Sie sich auch, wie die Konditionen aussehen. Vielleicht gibt es ein Institut mit günstigeren Konditionen als Ihre Hausbank. Oder Sie finden eine Bank, die für Ihr spezielles Finanzierungsanliegen besonders geeignet ist… Der Markt ist größer als man gemeinhin glaubt, und ein Vergleich lohnt sich auf jeden Fall!

Ziehen Sie am besten einen unabhängigen Berater hinzu, der Ihnen bei der Vorauswahl und der Entscheidungsfindung hilft. Aber auch hier gilt es, die Augen aufzumachen: Manche Berater bringen ihre Klienten einfach zu der Bank, die sie am besten kennen. Diese muss aber nicht unbedingt die beste Adresse für Ihr Finanzierungsanliegen sein. Besondere Vorsicht ist bei Beratern geboten, die als Finanzmakler tätig sind und auf Provisionsbasis arbeiten.

Alternativ zur „Anfrage Kredit“  hat die Schufa das Merkmal „Anfrage Kreditkonditionen“ entwickelt. Eine solche Konditionsanfrage wird ähnlich wie eine Kreditanfrage vorübergehend gespeichert. Sie wirkt sich jedoch nicht negativ auf Ihren Schufa-Score aus und bleibt für andere Banken unsichtbar.

 

Lohnenswerter Richtungswechsel

Was wir vom Berliner Startup Relayr lernen können

Vor kurzem ging es über die Nachrichten-Ticker: Das Berliner Startup Relayr geht für 300 Millionen Dollar an den milliardenschweren Versicherungskonzern Munich Re!

Dass dem Sensorik-Startup fünf Jahre nach seiner Gründung ein derart erfolgreicher Exit gelungen ist, hat es einem entscheidenen Richtungswechsel zu verdanken…

Angetreten war Relayr 2013 mit der Idee unser modernes Leben besser zu machen. Dafür hatte man per Crowdfinanzierung  über die Plattform Dragon Innovation eine Basisifinanzierung von rund 111.000 US-Dollar bekommen. Das zentrale Produkt „WunderBar“ sah wie ein Schokoladenriegel aus. Der war gefüllt mit Elektronik: WLAN-Modul, Geräuschdetektor, Feuchtigkeitsmesser und ein weitere Sensoren. Er sollte dazu dienen, das Smartphone mit Gegenständen des Alltags kabellos zu verbinden und Informationen zu übermitteln. Der Feuchtigkeitssensor etwa sollte die Wasserversorgung der Büropflanze messen. Push-Nachrichten würden den Nutzer dann erinnern, wann es Zeit wäre, die Pflanze zu gießen.

So gesehen bot das Startup vor allem technische Spielereien und war wohl eher ein Nischenprodukt für Software-Entwickler und besonders Technik affine Zeitgenossen.

Von der Nische zur Industrie 4.0

In der Nische wäre Relayr sicher geblieben. Oder das junge Unternehmen wäre genauso vom Markt verschwunden wie viele andere Tech-Startups. Dann zog aber mit Josef Brunner 2015 ein neuer Geist in die Geschäftsführung ein und ein Richtungswechsel wurde entschieden.

Inzwischen stattet das Unternehmen Maschinen von industriellen Großkunden mit Sensoren aus.  So betreut Relayr zum Beispiel die Kaffeemaschinen der Firma La Marzocco, die in gastronomischen Betrieben stehen. Hier messen Sensoren Temperatur und Geräusche, um festzustellen, wann einzelne Bauteile ausgetauscht werden müssen – und das, bevor sie kaputtgehen. Mit dieser frühzeitigen Wartung können Unternehmen viel Geld sparen.

Relayr profitiert zudem davon, dass viele Unternehmen schlecht auf die Digitalisierung vorbereitet sind und Hilfe benötigen – und die kann Relayr bieten. Dabei geht es nur noch teilweise um Sensoren. Im Rahmen von IIoT (=Industrial Internet of Things) sind um vielfältige As a service“-Modelle möglich.

Mit sogenannten Retrofitkits vernetzt Relayr beispielsweise industrielle Anlagen, und macht so aus klassischen Maschinenbauverkäufern begehrte Serviceanbieter. Beispiel: Druckmaschinenhersteller, die keine Maschinen mehr an Druckereien verkauft, sondern als Equipment-as-a-Service (EaaS) anbietet bzw. Druckerzeugnisse direkt an Endkunden liefert. Das kann eine enorme Einsparung an Ressourcen bringen. Und dank der Sensortechnik ergeben sich weitere smarte Möglichkeiten: Eine Druckmaschine könnte beispielsweise selbstständig Farbe und Papier bestellen, wenn Sensoren feststellen, dass diese zur Neige gehen…

Das Beispiel von Relayr zeigt, dass es lohnenswert sein kann, für die guten eigenen Angebote neue Ziele und Zielgruppen zu finden. Leider fällt es gerade Gründern nicht leicht, sich von ihrer ursprünglichen Idee zu entfernen. So bleibt manche gute Chance ungenutzt.

Venture Capital

Immer wieder erreichen uns Fragen wie diese: Wie komme ich an Venture Capital? Wo finde ich einen privaten Investor für mein Unternehmensprojekt? Was bedeutet es für mich und mein Unternehmen, wenn ich privates Risikokapital einwerbe?

Hier wollen wir nun etwas Licht ins Dunkel bringen…

Was ist Venture Capital (VC)?

Venturekapital, zu deutsch Wagniskapital oder Risikokapital ist privates Beteiligungskapital („Private Equity“), das in nicht börsennotierte Unternehmen, meist junge Unternehmen investiert wird. Selten sind handelt es sich dabei um Direktbeteiligungen einzelner Geldgeber.

Eine große Zahl von Venture Capital fließt über über Venture Capital Fonds, welche Venture Capital Gesellschaften gehören. Die Venture Capital Fonds haben oft eine oder mehrere Branchenschwerpunkte, auf die sie sich spezialisiert haben. Schätzungen zufolge gibt es rund 110 aktive Venture Capital Gesellschaften in Deutschland – davon sind 90 im Bundesverband Deutscher Kapitalgesellschaften vertreten. Zahlreiche Gesellschaften gehören zu den Förderinstituten von Bund und Ländern.

Durch das Einbringen von Kapital wird der Venture Capital Investor dabei Mitgesellschafter im finanzierten Unternehmen – mit allen dazugehörenden Rechten und Pflichten. Anders, als landläufig vermutet wird, erwerben Venture Capital Investoren aber nicht, wie oft die Mehrheit an dem Unternehmen – im Gegenteil, sie sind im Regelfalle bestrebt, dass die Gründer weiterhin die Mehrheit am Unternehmen halten. Die Mindestbeteiligung der Venture Capital Fonds liegt in der Regel bei ca. 100.000-250.000 Euro.

Neben dem Kapital bringen Venture Capital Gesellschaften oft auch fundierte Branchenkenntnisse sowie Management-Expertise in das investierte Unternehmen mit ein, was neben dem Kapital selbst, eine wichtige Hilfe zu weiterem Wachstum ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Venture Capital?

Wie nachstehende Grafik zeigt, ist Venture Capital erst in einer fortgeschrittenen Phase der Unternehmensgründung üblich.

Bildquelle: www.fuer-gruender.de

In der Vor-Gründungsphase (Seed) braucht es Kapital für Forschung und Ideen-Entwicklung sowie für die Entwicklung von Prototypen. Ziel ist in dieser Phase, das Konzept bis zur Marktreife zu bringen. Da die Seed Phase das höchste Risiko birgt, investieren Venture Capital Gesellschaften nur sehr selten in die Seed Phase.

Dafür stehen als Unterstützer in dieser Phase sog. „Accelerators“ oder „Inkubatoren“ zur Verfügung. Das sind meistens Institutionen, die Startups innerhalb eines festgelegten Zeitraums durch intensives Coaching und Mentoring unterstützen, oft auch Räumlichkeiten und Kontaktnetzwerke zur  Verfügung stellen so den Entwicklungsprozess stark beschleunigen und vorantreiben können. Finanzkapital in der Seed-Phase wird  – neben den Eigenmitteln der Gründer – oft durch Crowdfunding / Crowdinvesting bereit gestellt.

Die Gründungsfinanzierung (Start-up) beginnt, wenn die Produktentwicklung abgeschlossen ist und die Markteinführung finanziert werden muss. D. h. es muss bereits über ein marktreifes Produkt (Prototyp) oder eine entsprechende Dienstleistung vorhanden sein, und nun braucht es weiteres Kapital für Produktion und Vermarktung muss. Für diese Phase ist für Venture Capital Geber der Proof of Concept relevant – d.h. es sollte eine klare Indikation geben, dass die Geschäftsidee auch zu wirtschaftlichem Erfolg führt, wie sie beispielsweise über eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne erbracht werden kann.

Erste Wachstumsphase (Expansion): Hat sich das Produkt erfolgreich auf dem Markt behauptet und sind die ersten Umsätze erzielt, steht der Ausbau der Marktposition an. Um das zukünftige Wachstum finanzieren zu können, stehen spezialisierte, auf Expansion fokussierte Venture Capital Fonds zur Verfügung. Investiert wird vorwiegend in Produktionskapazitäten und den Vertrieb, um für das zukünftige Wachstum gerüstet zu sein.

Für welche Start-ups ist Venture Capital interessant?

Wagniskapital oder Venture Capital Investoren investieren ihr Geld vorwiegend in Start-ups und Jungunternehmen, die zwar wenig Sicherheiten aber dafür ein hohes Maß an innovativem Potenzial bieten. Folgende Faktoren sind für Venture Capital Gesellschaften bei der Auswahl der Unternehmen wichtig:

  • Ist die Geschäftsidee innovativ?
  • Ist der Markt für das Start-up vielversprechend?
  • Hat das Angebot ein klar definierten Kundennutzen und ein Alleinstellungsmerkmal (USP) am Markt?
  • Welche Gründerpersönlichkeiten / welches Team leitet das Unternehmen?

Welche Venture Capital Investoren gibt es?

Business Angels

Wer an Risikokapitalgeber denkt, hat meist vermögende, private Investoren im Auge. Diese Business Angels gibt es tatsächlich und sie bringen neben Kapital auch Know-how in das Unternehmen ein. Business Angels investieren in der Regel zwischen 50.000 und  100.000 Euro, typischerweise in einer frühen Unternehmensphase. Damit sind Business Angels ideale Investoren speziell für innovative Existenzgründungen, die beispielsweise Kapital für die Produktentwicklung benötigen.

Da der Business Angel Geld in das Unternehmen investiert, erhält er Anteile am Unternehmen und wird somit Miteigentümer. Business Angels setzen darauf, dass die erworbenen Unternehmensanteile aufgrund eines guten Geschäftsverlaufs erheblich an Wert gewinnen und Sie nach ein paar Jahren Ihre Anteile mit Gewinn verkaufen können.  Die meisten Business Angels schliessen sich einem Business Angels Netzwerk an und können hierüber gefunden und kontaktiert werden. Es gibt in Deutschland etwa 3.000 aktive Business Angels, die meist einem Business Angels Netzwerk angehören. Die meisten dieser Business Angels Vereinigungen sind wiederum Mitglied beim BAND, dem Business Angels Netzwerk Deutschland e.V.

Beteiligungsgesellschaften der Förderbanken der Bundesländer

Auch Förderbanken der Bundesländer vergeben Wagniskapital, in dem sie sich über eigene Beteiligungsgesellschaften an jungen Unternehmen beteiligen. Die Mindestbeteiligung bei den Beteiligungsgesellschaften der Förderbanken beginnt je nach Förderbank schon mit 20.000 Euro. Und in der Regel haben die Beteiligungsgesellschaften keinen festen Investitionsfokus; d.h. grundsätzlich kommt jedes Geschäftsmodell in Frage. Da aber kein spezieller Branchenfokus besteht, bringt die Förderbank unter Umständen nicht genauso viel Branchen Know-How in das Unternehmen ein wie beispielsweise eine klassische Venture Capital Gesellschaft.

High-Tech Gründerfonds

Eine besondere Form von Venture Capital ist der High-Tech Gründerfonds. Er ist ist Deutschlands aktivster Frühphaseninvestor und wurde 2005 ins Leben gerufen.  Er unterstützt junge Technologieunternehmen mit Seedkapital. In einer ersten Finanzierungsrunde sind dabei bis zu 1.000.000 Euro als nachrangiges Gesellschafterdarlehen möglich. Der High-Tech Gründerfonds bietet aber auch ein Netzwerk und unternehmerische Unterstützung für die Gründer.

Coparion Fonds

Ähnlich dem High-Tech Gründerfonds investiert der von der KfW und dem BMWi finanzierte Coparion Fonds in junge Wachstumsunternehmen. Der Fonds ist nicht für die Seed-Finanzierung gedacht, sondern positioniert sich als Investor ab der zweiten Phase. So sollen in verschiedenen Finanzierungsrunden pro Unternehmen bis zu 10 Mio. Euro fließen. Bei der Verteilung der Investmenthöhe auf die jeweiligen Finanzierungsrunden ist man flexibel.  Besonders wichtig: Coparion investiert niemals alleine in ein Unternehmen, sondern immer als Co-Investor zu denselben Konditionen und in der Regel auch mit demselben Volumen wie parallel ein anderer Risikokapitalgeber investiert.

Klassische Venture Capital Gesellschaften

Wie bereits eingangs erwähnt, kommt das Wagniskapital selten direkt von einzelnen Kapitalgebern, sondern meist über Gesellschaften bzw. Fonds, die sich nach Branchenfokus oder Investitionssumme und mögliche Vorteilen für die Kapitalnehmer durchaus stark unterscheiden können. Die Mehrheit der Venture Capital Geber gehören zu den klassischen Venture Capital Gesellschaften, bei denen die Gesellschaft als Fondsmanager / Vermögensverwalter tätig ist. Dabei legt die Venture Capital Gesellschaft einen VC Fonds mit einem speziellen Investitionsfokus (z.B. mit einem speziellen Branchenfokus und / oder Investitionsphase) auf.

Ist der Fonds definiert, muss die Gesellschaft Investoren finden (Capital Raising). Mit dem eingesammelten Geld investiert die Gesellschaft dann in die Unternehmen, die in die Anlagestrategie passen. Wichtig für Gründer: Wenn Sie eine Venture Capital Gesellschaft als Investor gewinnen möchten, prüfen Sie vor Kontaktaufnahme, ob ihr Unternehmen dem Investitionsfokus entsprechen könnte. Die Mindestinvestitionssumme liegt meist über 50.000 Euro. Positiv: Da die Gesellschaften sich auf ein paar wenige Branchen fokussieren, bringen Sie meist auch Industrie Know-How in das Unternehmen ein.

Corporate Venture Capital (CVC) Gesellschaften sind Tochtergesellschaften von Großunternehmen, die für den Mutterkonzern strategische Investments tätigen. Dementsprechend sind die Zielunternehmen meist in verwandten Sektoren der Muttergesellschaft tätig. Im Gegensatz zu „normalen“ Venture Capital Gesellschaften sind die CVCs auf Wertsteigerung der eingesetzten Mittel, als auch auf den Mehrwert aus, der sich aus Synergien zwischen dem Mutterkonzern und dem finanzierten Partner-Unternehmen generieren lässt. Ein prominentes Beispiel für ein CVC ist die BASF Venture Capital GmbH.

Wie Sie Venture Capital Investoren überzeugen

Neben den oben beschriebenen Faktoren, die für ein Venture Capital Unternehmen wichtig sind, ist insbesondere eine überzeugende Präsentation – z.T. auch in Form eines Elevator Pitches oder eines Pitch Decks – ausschlaggebend für den ersten Eindruck und ggf. den nächsten Schritt: die Prüfung des Businessplans.  Bei der Prüfung des Businessplans schaut sich ein Risikokapitalgeber insbesondere das Executive Summary und den Finanzplan genau an. Entsprechend wichtig ist es, dass Sie mit einem wasserdichten Finanzplan überzeugen können.

Sowohl bei der Vorbereitung des Pitches als auch bei Erstellung von Businessplan und Finanzplan können Sie auf unsere professionelle Unterstützung zurückgreifen!

Geschäftskredite via iwoca Deutschland GmbH

Nach wie vor tun sich traditionelle Geldhäuser, wie Banken und Sparkassen schwer, Geschäftskredite an kleine  und mittlere Unternehmen oder gar an Solo-Selbstständige zu vergeben. Eine große Hemmschwelle sind dabei die Sicherheiten, welche die Bank verlangt. Und ganz besonders schwierig wird es, wenn das Darlehen nicht unmittelbar für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs benötigt wird. Es gibt allerdings Lösungen, welche die üblichen Diskussionen mit der Bank überflüssig machen. Eine davon ist iwoca.

Wer steckt dahinter?

Die iwoca Deutschland GmbH ist ein FinTech-Unternehmen mit Sitz in Frankfurt/Main, das aus der britischen iwoca Ltd.s (gegründet 2011) hervorgegangen ist und sich auf Vermittlung von Krediten bis 100.000 Euro an Unternehmen und Selbständige spezialisiert hat. Bisher (Stand 10/2018) konnten nach Unternehmensangaben über 400 Millionen Euro Kredit dargestellt werden.
Die Plattform selbst agiert nur als Vermittler. Zur Verfügung gestellt werden die Darlehen von angeschlossenen Partnerbanken, das sind inländische Kreditinstitute wie die Fidorbank. Das bedeutet: iwoca selbst vergibt keine Darlehen und es können bei iwoca auch keine Konten eröffnet werden. Im Falle einer Kreditvermittlung kommt ein Darlehensvertrag ausschließlich zwischen dem Darlehensnehmer und dem Kreditgeber (Bank) zustande. Im Rahmen eines solchen Vertragsverhältnisses oder bei weiteren zusätzlichen Leistungs-/ und Vertragsverhältnissen gelten die jeweiligen Vertragsbedingungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Kreditgebers – vgl .https://www.iwoca.de/allgemeine_geschaftsbedingungen/

Was wird genau geboten ?

Die mögliche Darlehenshöhe bei iwoca beläuft sich auf einen Betrag zwischen 1.000 Euro und 100.000 Euro. Dabei handelt es um eine revolvierende Kreditlinie, d. h. sie kann bei Bedarf immer wieder bis zu einer festgelegten Grenze in Anspruch genommen werden.  Das verschafft Unternehmen einen entsprechenden Liquiditätspuffer.

Begrenzt wird die Höhe der Kreditlinie durch den Jahresumsatz des Unternehmens. Sie darf max. 10 Prozent dieses Jahresumsatzes ausmachen. Dieser muss sich mindestens auf 10.000 Euro belaufen. Insofern ist dieses Angebot auch durchaus für Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige interessant.

Die in Anspruch genommenen Gelder aus der Kreditlinie werden über maximal 12 Monate zurückgezahlt und können jederzeit gebührenfrei getilgt werden. Während der Rückzahlungsphase ist eine Mindesttilgung Voraussetzung. Eine Erweiterung des Kreditrahmens ist möglich, wenn mindestens zwei Raten beglichen wurden und die Geschäftsentwicklung des Darlehensnehmers stabil bleibt.

Das Prinzip ist also das eines klassischen Rahmenkredits, der aber gerade kleinen Unternehmen von klassischen Kreditgebern wie Banken und Sparkassen immer seltener eingeräumt wird.  Als Alternativen werden dann oft Standarddarlehen verkauft. Hier fallen aber oft Bereitstellungszinsen und bei vorzeitiger Rückzahlung Vorfälligkeitsentschädigungen an.

Was sind die Vorteile?

Neben den o. g. Vorteil einer Liquiditätsreserve durch den Kreditrahmen, punktet iwoca mit seinem schnellen und unkomplizierten Antrags- und Genehmigungsverfahren online. Interessierte können sich in wenigen Minuten kostenlos auf dem iwoca-Portal online registrieren und ihre Anfrage stellen. Sämtliche Unterlagen, die Legitimationsprüfung und Unterschrift werden elektronisch übermittelt. Neben den persönlichen Daten muss der Antragsteller auch Angaben zu den Umsätzen der zurückliegenden Jahre, den Einnahmen und den Ausgaben machen. Liegen alle Unterlagen vor, erstellt iwoca eine Analyse des Unternehmens in Bezug auf die Tragfähigkeit und Höhe der monatlichen Rate.

Der Antragsteller erhält innerhalb von wenigen Minuten eine Rückmeldung und, wenn alle Informationen vorliegen, innerhalb von drei Arbeitstagen eine Entscheidung. Fällt diese positiv aus, kann er das Darlehen sofort abrufen. Die Darlehenszusage bedeutet nicht, dass der Kunde auch sofort über das Geld verfügen muss. Es bleibt ihm überlassen, ob er die Kreditlinie nutzt oder nicht.

Ein weiterer Vorteil ist die Transparenz. Auf der Website findet sich ein Zins- und Tilgungsrechner, anhand dessen jeder sehen kann, was bei welcher Kreditinanspruchnahme auf ihn zukommt.

Was sind die Kosten?

Für die Kreditanfrage und die Bearbeitung fallen keinerlei Kosten an. Der einzige Aufwand, der auf den Kreditnehmer zukommt, sind die Zinsen. Dafür berechnet iwoca zwei Prozent pro Monat, will heißen: 24 Prozent im Jahr. Verständlich allerdings, wenn man bedenkt, dass iwoca auf die Stellung von Sicherheiten verzichtet, und die Darlehensvergabe ausschließlich aufgrund seiner Analyseergebnisse des Geschäftsverlaufs erfolgt. Also muss der Zinssatz das latent vorhandene Ausfallrisiko letztlich einpreisen.

Fazit

Das Angebot von iwoca ist seriös und transparent.  Unternehmen, die schnell investieren müssen, z. B. für einen günstigen Wareneinkauf oder eine unerwartete, dringende Zahlung zu leisten haben, bietet iwoca klare Vorteile. Zudem erspart das Vorhandensein einer Kreditlinie, die bei Bedarf kurzfristig in Anspruch genommen werden kann, sozusagen als Liquiditätspuffer, beruhigend und wirkt Stress und dem Entstehen von Krisensituationen entgegen. Allerdings gibt es neben dem klassischen Bankkredit auch noch weitere Alternativen und es gilt die Gesamtsituation zu betrachten. Vor der Entscheidung lohnt sich also eine seriöse und unabhängige Beratung.

 

 

 

Gründung durch Geflüchtete – Potenziale und Herausforderungen

Das von der Berliner Wirtschaft geförderte Projekt LOK.STARTupCAMP international begleitet seit August 2016 die Zielgruppe der Geflüchteten in die Selbstständigkeit. Scheinbar ein gelungener Ansatz: Die Nachfrage ist hoch, Gründungspotential und unternehmerische Erfahrung sind vorhanden. Von ca. 250 Teilnehmer*innen haben bereits über 50 Geflüchtete den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Seit 2017 engagiere ich, Ilona Orthwein, mich als Beraterin in diesem Projekt und konnte bislang zwei Gründer mit Fluchthintergrund erfolgreich in die Selbstständigkeit begleiten.  Gleichzeitig konnte ich die vielfältigen Herausforderungen kennenlernen. Denn: Unternehmensgründungen durch Geflüchtete mit ihrem besonderen rechtlichen Status und ihren speziellen sozialen Lebensbedingungen erfordern innovatives Handeln und neue Wege in der Gründungsbegleitung.

In der Fachveranstaltung am 29.10.2018 wollen wir den Blick auf die zentralen Herausforderungen lenken, denen Geflüchtete begegnen, wenn sie in Deutschland gründen möchten, wie z.  B. Gründungsfinanzierung mit zeitlich begrenztem Aufenthaltstitel, Entwicklung neuer Wege zur formalen Anerkennung beruflicher Erfahrungen. Wir wollen auf die Potentiale einer Kultur des Wirtschaftens versus deutscher Behördenkultur aufmerksam machen.

Das Fachforum wird von einer Messe  erfolgreicher Gründer*innen aus dem Projekt begleitet. das genaue Tagungsprogramm zum Herunterladen finden Sie auf der Website der LOK.a.MOTION GmbH.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und bitten all diejenigen, die dies noch nicht getan haben, um eine kurze Anmeldung. Bitte laden Sie das Anmeldeformular herunter und senden es ausgefüllt zurück.

  • Fachforum
  • Datum: 29.Oktober 2018
  • Zeit: 13.00 bis 18.30 Uhr
  • Ort: Festsaal der Berliner Stadtmission – Lehrter Str. 68, 10557 Berlin

12