VUCA-Welt

VUCA – Was ist das?

Das Akronym VUCA steht für Volatily, Uncertainity, Complexity, Ambiguity. Der Begriff  kommt aus der Militärsprache und beschreibt Situationen, die gleichermaßen instabil und unsicher ist, wo sich die Zusammenhänge aufgrund von Komplexität kaum durchschauen lassen und alles mehrdeutig, also auch leicht zu missdeuten sind. Jede Entscheidung oder Unterlassung ungeahnte Konsequenzen haben. Zugleich wächst der Druck.

Im Zuge der Digitalisierung und Globalsierung hat die VUCA-Welt als Thema auch Eingang in die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gefunden. Denn Unternehmen agieren heute vernetzten Märkten, sie und ganze Gesellschaften mit ihnen sind disruptiven Innovationsschüben  – Stichwort Industrie 4.0 – ausgesetzt. Und wir alle erleben, dass immer weniger in unserem Umfeld dauerhaft stabil bleibt, denn die Schwankungen auf den internationalen Märkten beeinflussen unser alltägliches Leben. Die tief greifenden Veränderungen durch die Digitalisierung erleben wir als einfache Bürger genauso wie Unternehmen. Wir verstehen, wie in der modernen Welt nahezu alles mit allem zusammenhäng und begreifen, wie eng z. B. Ökonomie und Ökologie miteinander verflochten sind. Wie beides, wenn die Balance verloren geht soziale Probleme bis hin zu Kriegen auslösen kann. Wir sollten also vorbereitet sein – doch wie?

Mit dem Wandel angemessen umgehen

Fest steht, aktuell haben wir es noch nicht geschafft, uns an die VUCA-Welt anzupassen. Wir scheitern im Großen und Kleinen an der Veränderungsdynamik unserer Zeit. Und das nicht etwas aufgrund mangelnder Intelligenz oder unterlassenen Versuchen, sondern weil wir nicht wirklich gelernt haben, mit Wandel und Veränderungen umzugehen. Individuelle Anpassungskrisen wie Stress, Überforderung oder Burn-out sind die Folgen und verursachen einen immensen – nicht nur – volkswirtschaftlichen Schaden. Ein einfaches Erhöhen der Anstrengungen genügt nicht – weder im persönlichen noch im unternehmerischen Bereich.
Die geläufigen Strategien für den Umgang mit Komplexität nach Boris Gloger und Dieter Rösner (vgl. Gloger und Rösner, 2014, S. 82) plakativ ausgedrückt sind:

  • Komplexität nicht als Realität anzunehmen und daher zu simplifizieren
  • Mehr vom Gleichen (Falschen) zu installieren
  • durch Vereinfachung und Reduzierung in den Griff zu bekommen

Diese drei Strategien reichen für die VUCA-Welt von heute und morgen nicht aus.

Man muss Mehrdeutigkeiten aushalten können und integrative Lösungen finden. Komplexitäten kann nicht durch Zerstückelung und Fachwissen in Einzelbereichen begegnen, sondern es braucht die Ausbildung von komplexen Sichtweisen und Konzepten des Zusammenspiels.

VUCA-Kompetenz erlangen, heißt zunächst, sich bewusst zu machen wie veränderbar alles ist (und eigentlich auch schon immer war). Diesen – z. T. sehr volatilen – Wandel gilt es anzunehmen. Damit verbieten sich stark ausdifferenzierte Ziele und entsprechende Strategien. Empfehlenswert sind dagegen OE-Methoden wie die des „Polynesischen Segelns“. Hierbei macht man sich zunächst der eigenen Ressourcen seiner Wertvorstellungen bewusst, entwickelt Visionen, von dem, was man erreichen will. Die gesetzten Ziele sind allerdings „weiche Ziele“, die Kurskorrekturen erlauben, sofern die allgemeine Gesamtrichtung (Wer sind wir, wofür stehen wir, was wollen wir?) definiert und allen klar ist. Auf dieser Basis wachsen Selbstvertrauen und Kreativität, und Handlungsspielräume erweitern sich.

VUCA-Komptenz

Überlegen und ruhiges Warten auf den richtigen Moment, um dann beherzt zu handeln, zeugt von Kompetenz.  Bloßes Verharren in einer VUCA-Situation ist keine Option. Der innere Druck wächst und führt unter Umständen zu ernsthaften seelischen und körperlichen Problemen. Burnout und andere Stressphänomene haben in unserer Gesellschaft stark zugenommen. Dagegen helfen zur Stärkung von Resilienz.
Auch gilt es echte Risikokompetenz zu vermitteln. Nur wer unterscheiden kann zwischen echten Bedrohungen und diffusen Ängsten ist VUCA kompetent. Neben der Förderung von allgemeinem Risikobewusstsein und der besseren Einschätzung von Gefahrenpotentialen im Arbeitsumfeld, sollten paternalistische Haltungen aufgegeben werden. Der Umgang mit Risiken sollte klar, einprägsam und sinnfällig vermittelt werden. Nicht oder wenig nachvollziehbare Handlungsanweisungen bewirken oft das Gegenteil, sie führen leicht zu Ignoranz und zu Fehlverhalten im Notfall.
Eine Kultur des Vertrauens wirkt Missverständnissen und Fehlinterpretationen (Ambiguität) entgegen, weil sie den offenen Austausch fördert, wohingegen eine Misstrauenskultur das Gegenteil bewirkt. Eine Fokussierung auf Kompetenzen statt auf Defizite erweiten den Blick und sind auch Basis für gelungenes Diversity-Management. Flache Hierarchien und Teams mit autonomen Entscheidungsbefugnissen, beispielsweise noch dem Holocracy-Modell organisiert, sind den VUCA Herausforderungen eher gewachsen als hierarchische retardierende Entscheidungsstrukturen.

Empfehlenswerte Lektüre zum Thema VUCA-Welt:

 

Merken