Unternehmen integrieren Flüchtlinge

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Deutschland steht vor einer der größten Herausforderungen seit der deutschen Wiedervereinigung.  Im letzten Jahr sind Hunderttausende Flüchtlinge aus den zahlreichen Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt zu uns gekommen. Viele von ihnen werden lange, manche für immer bleiben. Die Integration dieser Menschen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns stellen müssen. Misslingt sie, drohen uns neue Parallelgesellschaften und weiter wachsender Extremismus.

Integration hat zwei wesentliche Säulen: (Aus-)Bildung und Arbeit.

Und genau hier können Unternehmem einen wertvollen Beitrag leisten und Win-Win-Situationen für alle Beteiligten schaffen.

Doch wie gehen Sie als Unternehmen vor, wenn Sie geflüchtete Menschen integrieren wollen?

Wir vom bundesweiten „Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ unterstützen. Hier einige wesentliche Tipps:

Der Umgang mit ausländischen Abschlüssen

Die Ausbildungssysteme und Abschlüsse in den Herkunftsländern sind oft nur schwer mit den hiesigen zu vergleichen. Zeugnisse liegen aufgrund der Fluchtumstände häufig nicht vor – und wenn doch, sind sie in der Sprache des jeweiligen Herkunftslandes verfasst. Zudem lassen sich Dokumente oder eigene Angaben der Flüchtlinge zu ihrem Bildungs- und Berufsweg kaum nachprüfen. Die politischen Umstände und/oder die durch kriegerische Auseinandersetzungen zerstörte Infrastruktur erschweren Nachforschungen in den Heimatländern.

Rechtssicherheit bringt darum nur ein offizielles Anerkennungsverfahren der ausländischen Abschlüsse.

Hierbei überprüfen entsprechend spezialisierte Institutionen die vorgelegten Abschlussdokumente und Ausbildungsinhalte. Notfalls ist das auch ohne Zeugnisse mit Hilfe von Expertengesprächen, Fachpräsentationen oder Arbeitsproben möglich. Mit Hilfe von strukturierten Gesprächen, Probearbeiten oder Orientierungspraktika können Sie sich ach selbst ein erstes Bild von den beruflichen und persönlichen Fähigkeiten Ihrer Bewerberin oder Ihres Bewerbers machen.

Vorgeschrieben ist die Anerkennung des Abschlusses für den Zugang zu reglementierten Berufen, etwa im Bereich der Medizin und Gesundheitspflege, bei zahlreichen Meisterabschlüssen oder bei Lehrberufen an Schulen.

Leitfaden für Unternehmen, die Flüchtlinge einstellen oder ausbilden wollen

Folgender Leitfaden vom „Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ enthält die wichtigsten Kriterien, die ebenfalls in offiziellen Verfahren zur Anerkennung und Kompetenzfeststellung Anwendung finden. Für eine gute Verständigung greifen Sie gegebenenfalls auf sprachkundige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück, Flüchtlingslotsen und ehrenamtliche Paten(gruppen) zurück, die als Sprachmittler fungieren können.

Über welche schulische Bildung verfügt der Bewerber?
Versuchen Sie durch gezieltes Fragen genau zu erkunden, welche Schulbildung Ihre Bewerberin oder Ihr Bewerberin absolviert hat.

  • Wie viele Schulklassen hat sie oder er absolviert?
  • Um welche Art von Schule handelte es sich?
  • Endete die Schullaufbahn mit einem Abgangszeugnis oder mit einer Abschlussprüfung?
  • Was waren die Lieblingsfächer?
  • Wie wäre die Ausbildung ohne Flucht in der Heimat weiter verlaufen?

Wie ist die berufliche Vorbildung?
Lassen Sie sich dann möglichst genau berufliche Stationen schildern. Wie ist der Berufseinstieg verlaufen?

  • Gab es für den ausgeübten Beruf eine offizielle Ausbildung mit Abschlussprüfung oder wurden Kompetenzen durch Anlernen in der Praxis erworben?
  • Was waren konkrete Aufgabenbereiche?
  • Wie haben sich diese Aufgabenbereiche im Laufe des Berufslebens erweitert?
  • Wie viel Verantwortung für Prozesse, Ergebnisse, Personal und Budgets hat die Bewerberin oder der Bewerber bereits getragen?

Über welche sonstigen Kenntnisse verfügen die Bewerber?
Wichtig können hier auch Praxiserfahrungen im außerberuflichen Bereich sein – etwa Erfahrung beim Hausbau
innerhalb der Familie. Fragen Sie dann auch zusätzliche Kenntnisse ab, die für die zu besetzende Stelle relevant sein können, etwa IT-Kenntnisse oder Führerscheinklassen. Fremd-Sprachkenntnisse spielen eine herausragende Rolle.

Machen Sie den Praxistest!
In einem letzten Schritt können Sie im Praxistest beobachten, ob die angegebenen Qualifikationen mit den
praktischen Fähigkeiten übereinstimmen. Entweder stellen Sie dafür eine Testaufgabe, oder Sie binden die
Bewerberin oder den Bewerber probeweise in einzelne Arbeitsprozesse ein.

  • Wie gut plant die Bewerberin/der Bewerber die anstehenden Aufgaben?
  • Wie gut kennt die Bewerberin/der Bewerber Lösungswege oder Techniken, mit denen sich die Aufgaben bearbeiten lassen?
  • Hält die Bewerberin/der Bewerber die richtigen Arbeitsschritte ein?
  • Wie sehr entspricht das Ergebnis den Qualitätsanforderungen Ihres Unternehmens?

 

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