Kategorien-Archiv Erfolgreich beratene Gründer*innen 2018

Wild + Lecker – Kombucha und mehr

Rita Bühler bereitet die Gründung einer Kombucha-Manufaktur vor

Rita Bühler ist studierte Stadt- und Regionalplanerin. Lange Zeit arbeitete die 57-Jährige erfolgreich in diesem Beruf, ehe sie sich vor zwei Jahren entschloss, Deutschland den Rücken zu kehren. In der Karibik wollte sie einen beruflichen und persönlichen Neustart wagen….
Doch dann passierte das Schreckliche. Die Hurrikans von 2017 – wir erinnern uns an die Bilder, die um die Welt gingen- zerstörten ihr neues Zuhause und ihre Pläne.
Rita Bühler ist allerdings keine Frau, die schnell aufgibt. Wieder zurück in Berlin, startete sie den Aufbau einer neuen Existenz. Ganz strategisch Schritt für Schritt geht sie ihr unternehmerisches Projekt an.
Nach einem Existienzgründerinnen-Kurs bei Ecomista e.V. kam sie ins Programm von Gutplus und so schließlich zu mir ins Gründercoaching.

Rita Bühler (lks.) präsentiert erste Produktproben auf der Gutplus-Projektmesse am 9.11.2018

Rita Bühler (lks.) präsentiert Kostproben ihrer Produkte auf der Gutplus-Projektmesse am 9.11.2018

Geplant ist eine Manufaktur für Kombucha, gesundes Naschwerk und andere hochwertige Lebensmittel unter dem Namen „Wild + Lecker“.  Denn genau das sind Ritas Produkte: sehr erfrischend und mit einem exotisch-wilden Touch.  Die Motivation der Gründerin ihre Freude an leckerem und gesundem Essen und Trinken. Sie möchte dazu beitragen, dass sich das Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel noch mehr verbreitet. Und sie liebt es, immer neue Rezepturen zu kreieren.

Gerne will sie in Zukunft auch für die Menschen in ihrer ehemaligen Wahlheimat in der Karibik etwas tun. Mit Startersets und Rezepturen möchte sie Menschen dort zum Aufbau von kleinen Kombucha-Manufakturen verhelfen – finanziert über Crowddonating – ist eines der Herzensanliegen von Rita Bühler.


Was ist Kombucha?

Kombucha ist ein prickelndes fermentiertes Getränk, das ursprünglich aus Ostasien stammt. Rita Bühler hat die traditionelle Rezeptur überarbeitet und bietet viele schmackhafte Sorten dieses äußerst gesunden Getränkes an. Das Besondere am „Wild + Lecker“ – Kombucha: Er ist nicht pasteurisiert. Damit unterscheidet er sich von der Mehrzahl der im Handel erhältlichen Kombucha-Angebote. Unpasteurisierter Kombucha ist nicht nur besonders wohlschmeckend, er hat auch noch alle wertvollen Inhaltsstoffe. Allerdings muss er aber kühl gelagert werden und ist nur begrenzt haltbar. Durch die Abfüllung in kleineren Größeren und den guten Geschmack des „Wild + Lecker“ – Kombucha-Sorten dürfte das aber kein Problem sein.


Was hat das Gründercoaching gebracht?

Rita Bühler: Ilona Orthwein hat mich mit ihrem umfangreichen Wissen über die unterschiedlichsten Bereiche vom Crowdfunding über Marketing bis zur Finanzplanung oder dem Aufbau einer eigenen Website enorm weitergebracht. Sie ist voller Elan und ich kann sie nur weiter empfehlen.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Rita Bühler kommt beruflich zwar aus einem ganz anderen Bereich und vieles ist Neuland für sie, aber sie ist immer offen und bereit Neues zu lernen. Das schätze ich sehr an ihr. Denn einen solchen Produktionsbetrieb neu aufzubauen und zu etablieren ist kein leichtes Unterfangen. Es genügt nicht, gute Ideen bzw. in diesem Fall Rezepturen für gute Produkte zu haben. Schon um eine Marke wie „Wild + Lecker“ bekannt zu machen, braucht es einen erheblichen Aufwand. Außerdem ist im Bereich der Produktion von Lebensmitteln viel zu beachten. Wer es selbst machen will, braucht dazu passende vom Gesundheitsamt abgenommene Räumlichkeiten. Externe Lohnabfüller oder -produzenten sind zwar eine Alternative, aber sie sind nur ökonomisch sinnvoll, wenn die Produktions- bzw. Absatzmengen hoch genug sind. Zudem muss eine Vertriebsstruktur aufgebaut werden, und passende Logistiker müssen entsprechend  gefunden werden.

Da „Wild+Lecker“ keine Massenwaren herstellen und vertreiben will, sondern sorgfältig entwickelte hochwertige Produkte, war / ist mein Vorschlag, einen kleinen Laden mit Möglichkeiten zur Produktion, wie z. B. einen ehemaligen gastronomischen Betrieb mit Küche und Kühlraum, zu finden. Grundsätzlich bin ich vorsichtig, wenn es um die Eröffnung von Ladengeschäften geht, da die Fixkosten die Gewinne schrumpfen lassen. In Kombination mit einer Manufaktur, die neben Laufkundschaft externe Abnehmer wie Cafés, andere Läden oder Marktstände beliefert, rate ich Rita in dieser Richtung weiter zu gehen.


Trend „Senior Entrepreneurship“ – Gründung in der 2. Lebenshälfte

RKW-Studien der letzten Jahre zeigen einen Trend auf: Die Gründungen der Altersgruppe 45plus nehmen deutlich zu. Laut KfW-Gründungsmonitor waren im Jahr 2015 bereits mehr als 25 Prozent aller Gründer*innen zwischen 45 und 54 Jahre alt, mehr als 9 Prozent sogar zwischen 55 und 65 Jahren. Und bei diesen Gründungen handelt es sich mehrheitlich um Vollerwerbsgründungen. Das bedeutet, diese Gründer*innen meinen es ernst mit der Selbstständigkeit in der Mitte des Lebens!

Für diesen Trend gibt es vielfältige Ursachen. Zum einen wirken die Menschen zwischen 45 und 65 heute nicht nur wesentlich jünger als frühere Generationen, sie sind auch vielfach gesünder und leistungsfähiger. Zum anderen ist das Bestreben nach Selbstverwirklichung sehr groß. Und in der Mitte des Lebens möchten viele von uns noch einmal etwas Neues wagen.

Dass sich dieser Trend noch verstärken wird, ist zu erwarten. Bald erreichen die „Babyboomer“ das Renteneintrittsalter. Nicht selten mit ganz anderen Erwerbsbiografien als Vorgängergenerationen. Mehr und längere Ausbildungs- und Studienzeiten, Familienpausen, Phasen von Erwerbslosigkeit oder Teilzeit mit geringem Verdienst schlagen zu Buche. Gleichzeitig greifen die Rentenreformen der Vergangenheit. Das bedeutet, viele künftige Rentner werden auf einen Zuverdienst angewiesen sein. Warum diesen nicht in einer selbstständigen Erwerbstätigkeit suchen, die Freude macht und zur Selbstverwirklichung beiträgt?

Dieses sog. Seniorpreneurship stellt allerdings besondere Anforderungen an Gründer*innen, wie an Berater*innen. Im Prinzip muss am Tag der Gründung auch schon ein Nachfolgekonzept stehen. Denn nur so lässt sich Nachhaltigkeit erzielen. Für die Finanzierung  ist das ebenfalls wichtig. Wer als Senior-Gründer*in alles, was er oder sie während des ganzen Lebens redlich erworben hat, wie z. B. das eigene Haus, auf’s Spiel setzen will, braucht ein gutes Konzept und gute Beratung!

Für ein besseres Gesprächsklima in Kliniken

Beate Kampel ist Trainerin für medizinisch interpersonelle Kommunikation

Krankheit ist persönlich. Die Kommunikation zwischen medizinischem Personal und Patienten*innen mit ihren Angehörigen ist von großer Bedeutung.

Kommunikationstrainerin Beate Kampel unterstützt Mediziner*innen und Pflegepersonal in ihrem Beruf durch eine Simulation von schwierigen Gesprächssituationen. Sie nimmt dabei den Platz der Patienten*innen oder Angehörigen ein und gibt nach der Übung eine Rückmeldung zum Gespräch aus der Patientenperspektive. Persönliche Kommunikationsstile werden sichtbar. Im Anschluss werden generelle Gesprächstechniken besprochen, um die kommunikativen Kompetenzen der Teilnehmenden weiter zu stärken.

 

Beate Kampel

Beate Kampel

Beate Kampel ist Ethnologin, Schauspielerin und Regisseurin. Das befähigt sie, unterschiedliche Patienten- und Angehörigenfiguren für Gesprächssimulationen realitätsnah umzusetzen. Seit mehr als 15 Jahren schlüpft sie schon als Simulationspatientin in schwierige Rollen und wertet gemeinsam mit den Gesprächspartnern die Situationen aus. Dabei kommt sie dem Klinikalltag sehr nahe.

Im Simulationsprogramm der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat sie ihr Wissen über die Lehrmethode der Gesprächssimulation als langjährige Mitarbeiterin erlernt und stetig erweitert.

Aus diesen Erfahrungen in der medizinischen Gesprächsführung entwickelt und vermarktet Frau Kampel seit Anfang 2018 ihre eigenen Trainingsangebote. Sie paart theoretisches Wissen über verschiedene Gesprächstechniken mit praktischen Interaktionsübungen. Auch bereitet sie Menschen, die in Gesundheitsberufen arbeiten, auf schwierige Gespräche vor und bietet E-Learning-Tools für Kliniken an.

Ihr Angebot erfreut sich einer wachsenden Nachfrage, denn Verbesserung in der medizinischen Kommunikation wird immer stärker gefordert und erhält in der medizinischen Aus- und Weiterbildung einen immer größeren Zuspruch.

Was hat das Gründercoaching gebracht?

Beate Kampel: Die konkrete und umfassende Expertise und das Wissen von Ilona Orthwein hat mir sehr geholfen, mein Geschäftskonzept zu entwickeln. Ihre symathische freundliche Art hat mir gut gefallen. Vieles, was ich im Gründercoaching und beim Erstellen meines Businessplans gelernt habe, war für mich Neuland. Denn ich komme beruflich aus einem ganz anderen Bereich. Sehr gefreut habe ich mich auch, dass ich mit Hilfe von Frau Orthwein eine finanzielle Förderung meiner Gründung erhalten konnte.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Für Kommunikationstrainer ist es oft nicht leicht, am Markt Fuß zu fassen. Es gibt sehr viele Angebote und folglich einen harten Wettbewerb. Frau Kampel trifft mit ihrem Angebot auf einen hohen Bedarf. Sie hat eine Zielgruppe, die sich bewusst ist, dass sie solche Unterstützung braucht und auch in der Lage ist, für solche Trainings zu bezahlen. Zudem ist ihr Angebot ausbaufähig. Sie kann aufgrund ihrer persönlichen Kompetenzen z. B. Schulungsvideos oder E-Trainings anbieten.


Warum spezielle Kommunikationstrainings für den medizinischen Bereich?

Das Selbstverständnis von Patient*innen und ihren Angehörigen gegenüber Ärzt*innen und Therapeut*innen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Die Mehrheit will heutzutage als gleichberechtigter Partner behandelt und ernst genommen werden. Das hat eine Studie der Techniker Krankenkasse bereits im Jahr 2010 ergeben.

Leider ist der Kommunikationsstil vieler Mediziner noch immer oft sehr vertikal, das heißt „von oben herab“. Patient*innen und ihre Angehörigen fühlen sich mit ihren Anliegen oft zu wenig wahrgenommen. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass ärztliche Anweisungen nicht beherzigt oder Therapien eigenmächtig abgebrochen werden, und die Patient*innen sich selbst schaden.

Viele Mediziner werden zudem auf schwierige Gesprächssituationen in ihrer Ausbildung nicht angemessen vorbereitet. Einem Menschen mitzuteilen, dass er stirbt, bedeutet eine immense Herausforderung, die nie leicht fallen wird. Hier Unterstützung zu erhalten, ist eine Hilfe für alle Beteiligten.

Anne Westwards – Eine Frau macht sich auf den Weg

Mit dem Fahrrad die Welt erkunden und darüber berichten

Das ist der Ansatz von Anne Westwards. In ihrer ersten großen Expedition vor einigen Jahren hat die erfolgreiche Bloggerin Asien und den Nahen Osten mit Rad und Zelt bereist. Anderthalb Jahre lang radelte sie, ganz alleine auf sich gestellt, entlang der alten Seidenstraßen.

Für ihre neue Selbstständigkeit hat Anne hat eine vielversprechende Karriere in der IT-Branche aufgegeben. Ein Sprung ins Ungewisse. Aber das ist alles nichts gegen das, was sie auf ihren abenteuerlichen Reisen erlebt hat. An ihren Abenteuern lässt sie uns teilhaben. Anne sie bloggt, macht großartige Fotos, schreibt Bücher und hält mitreißende Multimedia-Vorträge. Darin wird nichts beschönigt. Offen und ehrlich berichtet sie auch über Schwierigkeiten und persönliche Ängste – und darüber, wie sie diese überwunden hat.  Für ihre Vorträge ist Anne Westward inzwischen sehr gefragt – auch in ihrer früheren Branche.

Unterwegs auf zwei Rädern: Anne Westward bei ihrer Tour entlang der alten Seidenstraßen

Unterwegs auf zwei Rädern: Anne Westward bei ihrer Tour entlang der alten Seidenstraßen

Anne Westward kam zu mir, um eine Crowdfunding-Kampagne zu entwickeln. Der primäre Zweck: Die erste Ausgabe eines Buches über ihre Reise durch den Iran zu finanzieren.

Und dann kam der Hass aus dem Netz…

Kaum hatten wir im Februar mit der Beratung begonnen, erschütterte uns ein unerwartetes Ereignis. Denn Anne Westward wurde Opfer einer üblen Haß- und Verleumdungskampagne im Netz.  Mehr dazu…
Was mich wunderte war, dass sich die Kampagne auf mehrere Jahre zurückliegende Ereignisse und Blogposts stützte. Warum eine derart verspätete Reaktion? Und warum gerade jetzt? Pünktlich zum internationalen Frauentag am 8. März. Der ist in den ehemals sozialistischen Ländern noch immer von großer Bedeutung. Ich vermute zudem, dass statt empörter Individuen in dem Fall sog. „Internet-Trolle“ am Werk waren. Warum? Darüber können wir nur spekulieren. Vermutlich passte es irgendwem nicht, dass eine Frau so unerschrocken ihren Weg weg geht. Anne könnte sowohl mit ihrem Mut als auch mit ihrer sanften Art des Reisens, ein (unerwünschtes) Vorbild sein.


Was hat das Gründercoaching gebracht?

Anne Westwards: Ilona Orthwein hat mich als Coach unermüdlich unterstützt, vor allem bei der Planung des Crowdfundings für mein Buch – immer mit klugem Blick auf das große Ganze und die richtigen Prioritäten.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Anne hat mich durch ihre Aktivitäten und ihren Mut wirklich sehr beeindruckt. Für mich hat sie das Potenzial zu einem weiblichen Reinhold Messner. Ihre ungewöhnliche Geschäftsidee, ihre Radreisen quer durch die Welt in Büchern, Fotos und Vorträgen zu verarbeiten, hat Potenzial. Das man mit so etwas auch gutes Geld verdienen kann, haben einige männliche Kollegen schon bewiesen.


So ein ungewöhnliches Geschäftsmodell…

…funktioniert selbstredend nur, wenn begleitende Strukturen aufgebaut werden. Alleine um die Welt radeln oder segeln genügt nicht. Man braucht die Öffentlichkeit. Und die gilt es, rechtzeitig ins Vorhaben einzubinden.

Anne Westward ist gut vernetzt. Sie hat nationale und internationale Kontakte, die ihr weiterhelfen. Besonders wichtig sind die Kontakte zu Unternehmen, zu Medien und zu Event-Organisatoren.

„Fekra“ bedeutet „Idee“

Sprachschul-Gründer Yousef El-Dada und Asmaa Aldaher zeigen, was möglich ist

Das arabische Wort „Fekra“ bedeutet „Idee“. Eine gute Idee war es zweifellos, die der Architekt Yousef El-Dada und seine Partnerin, die angehenden Zahnärztin Asmaa Aldaher, hatten. Muttersprachlicher Arabisch-Unterricht, der ganz weltlich ist und sich von den Erkenntnissen moderner Pädagogik leiten lässt.

Yousef El-Dada und Asmaa Aldaher in der Sprachschule

Yousef El-Dada und Asmaa Aldaher in der Sprachschule

Seit Anfang 2018 können Kinder ab Grundschulalter bei „Fekra“ in der Kleiststraße, nahe Wittenbergplatz Arabisch lernen. Die Räume der Schule sind groß, hell und freundlich, die Gruppen sind klein und die Lehrer sehr erfahren und das Lernen erfolgt spielerisch.

Das Credo der Gründer lautet: „Wir möchten die arabische Hochsprache in korrekter Form und losgelöst von religiösen und politischen Überzeugungen unterrichten, und zwar so, dass die Kinder viel Freude am Lernen haben.“

Das Konzept kommt bei Kindern und Eltern sehr gut an. Inzwischen arbeiten bei „Fekra“ fünf ausgesucht qualifizierte Lehrkräfte und mehr als 50 Kinder kommen regelmäßig zum Unterricht. Die Nachfrage ist außerdem so groß, dass man zum kommenden Jahr über einen weiteren Ausbau des Angebots nachdenkt. Im Gespräch sind Angebote für Kita-Kinder und für ältere Schulkinder, u. a. zum Umgang mit digitalen Medien bis hin zu Programmierkursen für Mädchen und Jungen.

arabisch lernen

Stolz präsentieren Kinder ihre selbstgebastelten arabischen Grüße zum Muttertag, Bildquelle ©Fekra

Was hat das Gründercoaching gebracht?

Yousef El-Dada: Ilona Orthwein arbeitet sehr lösungsorientiert, ist bei allen auftretenden Fragen immer für uns da. Sie hat viel Geduld und gibt sich wirklich sehr viel Mühe, auch schwierige Probleme zu lösen. Das ist keineswegs selbstverständlich. Sie hat uns außerdem in vielen praktischen Dingen Tipps gegeben, z. B.  bei behördlichen Anmeldungen, bei der Ausgestaltung von Verträgen und im Bereich PR und Marketing. So konnten wir dank des Coachings rasch wachsen. Ökonomisch ist die Leitung der Sprachschule inzwischen ein wichtiges zweites Standbein für mich geworden.

Asmaa Aldaher: Ich kann das, was Yousef über Ilona Orthwein sagt, nur bestätigen. Außerdem möchte ich betonen, dass ich mich bei Ilona Orthwein immer als Klientin auf Augenhöhe empfand. Das ist leider nicht der Normalfall. Ich lebe seit langem in Deutschland, habe hier eine Berufsausbildung gemacht, gearbeitet und studiere inzwischen. Man kann sagen, ich bin gut integriert. Trotzdem werde ich als muslimische Frau und Migrantin von häufig schief angesehen und oben herab behandelt. Bei Ilona Orthwein dagegen ist das ganz anders. Hier fühlte ich mich von Anfang an ernst- und angenommen.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Mich freut es sehr, welch großen Zuspruch das Angebot von „Fekra“ erhält. Jedes Mal, wenn ich zur Beratung in die Schule komme, treffe ich auf ausgesprochen fröhliche Kinder und zufriedene Eltern. Aber auch betriebswirtschaftlich geht das Konzept auf. Dabei wurde das Gründerpaar sogar für seine Idee anfänglich verlacht.

Solche Ablehnung hat mit Denkblockaden und unserem Denken in defizitären Kategorien zu tun. Wir haben es uns angewöhnt, unser Augenmerk auf das zu richten, was fehlt und übersehen dabei das, was da ist. Statt zu überlegen, wo Potenziale und Chancen sind, sehen wir vor allem die Mängel, die es zu beseitigen gilt. Gerade migrantische Gründer*innen leiden unter solch einem Ansatz.

Im Falle von „Fekra“ war das Potenzial eigentlich mit Händen zugreifen. Berlin hat eine riesige arabisch-deutsche Community. Weltlichen muttersprachlichen Arabisch-Unterricht gibt es dennoch kaum.


Warum muttersprachlicher Arabisch-Unterricht?

In Berlin leben über 130.000 Menschen mit arabischen Wurzeln. In ihren Familien wird, wenn überhaupt, Arabisch als die in der jeweiligen Heimatregion übliche Umgangssprache gesprochen. Diese regionalen Dialekte unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander. Noch mehr unterscheiden sie sich von der allgemeinen arabischen Hoch- bzw. Schriftsprache. Nur, wer die Hochsprache beherrscht, ist in der Lage, schriftlich zu kommunizieren, Zeitungen und Bücher zu lesen, Nachrichtensendungen zu verstehen etc. Fehlt diese sprachliche Bildung ist eine kulturelle Entfremdung die unweigerlich. Und eine Rückkehr und Re-Integration in die Herkunftsländer wird damit, insbesondere für die Kinder von Geflüchteten, erschwert.

An allgemeinbildenden Schulen wird mutterspachlicher Arabischunterricht dennoch bislang kaum angeboten. Moscheen, Moscheevereine oder religiöse islamische Zentren sind in diese Lücke gestoßen. Hier wird der Sprachunterricht an die Unterweisung in der islamischen Religion gekoppelt. Pädagogische Standards sind zudem oft fragwürdig. Auch ist die Lernatmossphäre in vielen dieser Einrichtungen alles andere als optimal. Überdies sind längst nicht alle Menschen mit arabischer Muttersprache Muslime. Gerade unter den arabischen Flüchtlingen, die um das Jahr 2015 zu uns gekommen sind, gibt es viele Christen, Yesiden und andere religiöse Minderheiten, sowie Religionslose. Auch gibt es viele arabisch-stämmige Menschen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben. Teilweise in Mischehen. Sie sind gut integriert und möchten gerne ihren Kindern den Weg zur arabischen Kultur offen halten. Das geht vor allem über die Sprache und die vielfältige arabische Literatur. Diese hatte ihre ersten Blüten übrigens schon lange vor dem Islam in der alt-arabischen Poesie.

 

 

 

Oh wie schön ist Panama! – Erlebnisreisen nach Lateinamerika

Gründerin Anna Sterzer lässt Reiseträume wahr werden

Eigentlich ist Anna Sterzer Online-Marketing-Spezialistin. Um ihre berufliche Zukunft bräuchte sie sich also keine Sorgen machen. Fachleute wie sie sind sehr gefragt. Ihr Herz schlägt jedoch für Reisen nach Mittel- und Südamerika. Die guten Erfahrungen, die sie dort gesammelt hat, will sie an andere weitergeben. Aus diesem Grund hat sie angefangen, Privat- und Kleingruppenreisen zu organisieren – individuell maßgeschneidert nach den Wünschen ihrer Kund*innen. Ganz besondere Erlebnisreise-Angebote hat die im Netzwerk von MomPreneurs engagierte junge Frau für Familien mit Kindern im Angebot. Eines der familientauglichen Reiseziele ist Panama.

Anna von gonjoy Erlebnisreisen

Anna ist Expertin für Lateinamerika-Reisen

Beim Start in die Selbstständigkeit als Reiseunternehmerin hat Anna die Partnerschaft mit Reiseveranstalterin Jenny Strumpf entscheidend geholfen. Go’n joy Erlebnisreisen hat sich wie Go’n joy Africa auf Privat- und Kleingruppenreisen spezialisiert. Beide Reiseunternehmen stehen für nachhaltigen Tourismus. Alle ausgewählten Reiseziele sind persönlich geprüft. Es besteht enger Kontakt mit Partnern vor Ort. Nachhaltiger Tourismus steht dabei im Fokus. Selbstverständlich werden dabei Tier- und Naturschutz werden groß geschrieben. Zudem sind viele der ausgewählten Ziele äußerst familientauglich.

Was hat das Gründercoaching gebracht?

Anna Sterzer: Ilona Orthwein hat mir mit ihrem wertvollen Knowhow die entscheidenden Impulse für die Zukunft und den Erfolg meines Vorhabens gegeben. Von der Wahl einer Unternehmensform, über die Finanzplanung, Zeit- und Personalmanagement bis hin zu kreativen Marketing-Ideen hat Ilona Orthwein mir mit ihrem umfangreichen Erfahrungsschatz weitergeholfen. Die Beraterin hat mir genau die richtigen Tipps gegeben. So hat mich das Gründeroaching so richtig zum Durchstarten motiviert. Ich kann jedem Gründer eine solche Begleitung nur empfehlen.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: „Das eigene Hobby oder die persönliche Leidenschaft zum Beruf zu machen, davon träumen viele Menschen. Funktionieren kann so etwas aber nur, wenn die Voraussetzungen stimmen. Vor allem muss das Konzept wirtschaftlich tragfähig sein. Denn nur wenn mit der selbstständigen Tätigkeit auch der Lebensunterhalt bestritten werden kann, ist diese langfristig erfüllend. Fälle, in denen das nicht funktioniert, habe ich leider auch in meiner Beratungspraxis erlebt. Die Folgen sind langfristige Frustration bis hin zum Burnout. Wir Unternehmensberater und Gründercoaches können prüfen, ob eine Gründungidee funktionieren kann. Wir helfen passende Konzepte zu erarbeiten. Dabei werden Schwachstellen aufgedeckt. Gemeinsam mit den Gründer*innen werden schließlich Lösungen gefunden. Auf diese Weise kann ein guter und nachhaltiger Geschäftsaufbau gelingen.


Erfolgsmotor Kooperation

Anna Sterzer und Jenny Strumpf packen Dinge gemeinsam an. Sie tauschen Erfahrungen aus, ermutigen einander. Auch unterstützen sie sich in der praktischen Arbeit. Gemeinsam werden größere Marketing-Aktionen wie Messeauftritte angegangen. Solche Vorhaben sind für den Markterfolg wichtig. Aber für  Solo-Gründer*innern sind sie sowohl energetisch als auch finanziell wesentlich schwerer zu bewerkstelligen als für ein Team. Darum der Rat an alle Gründer*innen: Vernetzt Euch und geht gemeinsam auf großen Fischzug!

Messeauftritt, Jenny Strump, Anna Sterzer

Anna Sterzer und Jenny Strumpf beim gemeinsamen Messeauftritt am 10. /11.11.2018 in Berlin

Neuanfang in Berlin: Geflüchtete gründen Unternehmen

Abdulkader Shook – Parfumeur aus Aleppo / Syrien

In Aleppo hatte Abdulkader Shook ein gut gehendes Geschäft. Er stellte traditionelle Parfum aus erlesenen Duftessenzen her. Nicht nur Einheimische kauften bei ihm. Die Lage des Ladens nahe der berühmten Zitadelle zog auch viele Touristen an. Doch dann kam der Krieg und die Bomben zerstörten sein Haus, sein Geschäft und damit seine ganze Lebensgrundlage. Mit seiner Frau und den drei Kindern flüchtete Abdulkader Shook vor dem Krieg aus Syrien und gelangte schließlich nach Berlin.

Abdulkader Shook

Parfumeur Abdulkader Shook (46)

Hier versucht er beruflich nun neu Fuß zu fassen und ein Gewerbe aufzubauen. Hilfreich sind dabei seine alten Kundenkontakte. Viele seiner einstigen Lieferanten und Geschäftskunden aus Syrien sind inzwischen ebenfalls ins Ausland emigriert, oftmals in Länder der EU.

Abdulkader Shooks Geschäft in einer La

2010: Abdulkader Shooks Geschäft in einer Ladenzeile nahe der Zitadelle von Aleppo (Der weiße Lieferwagen steht davor.)

Im Krieg zerstörtes Geschäft

2014: Im Kampf zwischen Regierungtruppen und Freischärlern wurde die gesamte Ladenzeile zerbombt. (Der weiße Lieferwagen ist noch immer da, aber ebenfalls zerstört.)

Abdulkader Shook kam über das Projekt LOK.STARTupCAMP international zu im November 2017 erstmals zu mir in die Beratung. Nach einer Unterbrechung von mehreren Monaten, in denen der Gründer einen Fachsprachkurs „Deutsch für Dienstleister“ besuchte und ein dreimonatiges Praktikum in einer großen Berliner Parfümerie  machte, wurde das Gründercoaching im April 2018 wieder aufgenommen.

Am 1.6.2018 hat Abdulkader Shook sein Gewerbe angemeldet. Anders als ursprünglich geplant, hat er kein aber Einzelhandelgeschäft eröffnet. Stattdessen nutzt sein Netzwerk aus Lieferanten und Großkunden im In- und Ausland. Er beliefert Geschäfte direkt mit traditionellen orientalischen Parfums, Parfumessenzen und traditionell hergestellten Seifen.  Ganz praktische Unterstützung bietet ihm dabei eine alteingesessene inhabergeführten Parfümerie in Berlin.

Innerhalb von nur sechs Monaten konnte sich Herr Shook einen Pool aus 15 gewerblichen Abnehmern im In- und Ausland aufbauen und sein kleines Handelsgewerbe schrieb rasch „schwarze Zahlen“.

Was hat das Gründercoaching gebracht?

Abdulkader Shook: Zunächst einmal danke ich der IHK Berlin und der LOK.a.MOTION GmbH. Hier wurden mir wichtige Basiskenntnisse zur Selbstständigkeit in Deutschland vermittelt. Mit Frau Orthwein habe ich dann gemeinsam meinen Businessplan entwickelt und meine Selbstständigkeit gestartet. Ihre Fachexpertise hat mir dabei sehr geholfen. Gut fand ich auch die genaue Planung der Coachingtermine. So kam ich langsam, aber sicher, Schritt für Schritt voran. Die Idee mit dem eigenen Laden musste ich leider erst einmal aufgeben. Aber vielleicht ergibt sich in Zukunft etwas, wenn mein Geschäft noch besser gewachsen ist. Aktuell arbeite ich an meinem Internetauftritt. So kann ich bekannter werden und immer neue Kunden finden.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Viele Geflüchtete haben sowohl das Potenzial als auch den starken Wunsch in der neuen Heimat ein Unternehmen zu gründen. In ihrem Herkunftsländern ist berufliche Selbstständigkeit etwas viel Normaleres als bei uns. Frauen und Männer, die Angebote wahrnehmen, wie sie vom  LOK.STARTupCAMP international oder dem Projekt Start-up Your Future der DHIK angeboten werden, haben meistens schon Erfahrungen als Unternehmer*innen. Manche waren jahrzehntelang selbstständig und können sich gar nicht vorstellen, irgendwo als Angestellte zu arbeiten.  Leider stoßen die Geflüchteten auf dem Weg in die Selbstständigkeit immer wieder auf Hürden. Da ihre Aufenthaltstitel nur im 1-3 Jahresrhythmus verlängert werden, ist der z. B. Abschluss von Verträgen mit längerer Laufzeit ein großes Problem. Das begegnet uns bei Gewerbemietverträgen oder Darlehensverträgen.

Zudem muss man sehen, dass die Geflüchteten überwiegend aus Ländern mit sozio-ökonomischen Gegebenheiten kommen, welche sich von den hiesigen fundamental unterscheiden. Das müssen die Neubürger erst einmal begreifen. In Syrien z. B. gibt bzw. gab es viele kleine Einzelhandelsgeschäfte. Viele handwerkliche Familienbetriebe und kleine Dienstleister fanden dort vor dem Krieg ein gutes Auskommen. Das ist vergleichbar mit Deutschland in den 1950er bis 1970er Jahren. Hier treffen diese Gründer nun auf gesättigte Konsumentenmärkte, zahlreiche Konkurrenten und viel Bürokratie. Unsere Aufgabe als Berater*innen ist es, sie mit den veränderten Marktgegebenheit vertraut zu machen und Lösungen zu finden.


Wenn berufliche Integration von Geflüchteten gelingen soll…

… gilt es, neue Chancen auszuloten und alte Denkmuster aufzubrechen. Die Gründer*innen mit Fluchthintergrund bringen oft große Potenziale für eine erfolgreiche Selbstständigkeit mit, die man im Coaching allerdings erst einmal freilegen muss. Bei Abdulkader Shook waren es zum Beispiel seine unternehmerische Erfahrung, sein weit über die Grenzen der Heimat hinaus bekannter guter Ruf als Parfumeur und ein großes geschäftliches Kontaktnetzwerk, auf dem er aufbauen konnte.

Reiseunternehmen „Go’n joy Africa“

Diesseits von Afrika – Reiseveranstalterin Jenny Strumpf

Jenny Strumpf ist Reiseveranstalterin. Als Gründerin und Inhaberin von Go’n joy Africa hat sie sich auf Reisen nach Afrika spezialisiert. Das Besondere an ihrem Angebot: Man reist rund um sorglos und zugleich privat oder in Kleingruppen. Reiseziele sind im südlichen und östliche Afrika sowie in Marokko. Ein gutes Kennenlernen von Land und Leuten ist dabei garantiert. Darüber hinaus plant und organisiert Jenny Strumpf inzwischen auch zusammen mit einer Kollegin Erlebnisreisen für  die wachsende Gruppe der Vegetarier /Veganer. Das entsprechende  Angebot findet sich auf der Website: www.vegane-reisen.com.

 

Reiseveranstalterin Jenny Strumpf, Go'n joy africa, Jungunternehmerin

Jenny Strumpf – erfolgreiche Jungunternehmerin in Sachen Afrika-Reisen

Seit 2015 organisiert sie bereits erfolgreiche Reisen nach Afrika. Ihre Erfolge und die positive Resonanz ihrer Reiseteilnehmer ermutigten sie den Schritt in die Vollselbstständigkeit zu gehen. Im Jahr 2018 konnte sie Ilona Orthwein  im Rahmen unser Beratung für Gründer*innen erfolgreich dabei begleiten.

Was hat das Gründercoaching gebracht?

Jenny Strumpf: Ilona Orthwein hat mich ermutigt, den Schritt in die Vollselbständigkeit nach fast 3-jähriger Überlegungszeit endlich zu wagen und meinen Traum eines eigenen Reiseveranstalters für Afrika-Reisen zu verwirklichen. Sie gibt mir als Coach neue Impulse für Marketingaktivitäten und motiviert mich, mit neuen Ideen positiv in die Zukunft zu blicken.

Die Meinung der Beraterin

Ilona Orthwein: Jennys Unternehmen ist eine von vielen Gründungen, die zunächst im Nebenerwerb starten. Das ist gut, wenn man erst einmal den Markt genauer erkunden, Erfahrungen sammeln und Risiken minimieren will. Mittel -bis langfristig führt eine Nebenerwerbsselbstständigkeit jedoch schnell zu Überforderung. Der Aufbau eines wirtschaftlich tragfähigen Unternehmens braucht erhebliche zeitliche und energetische Ressourcen. Nebenerbsgründer*innen geraten so schnell an ihre Grenzen. Das Ergebnis ist dann leider, dass an sich gute Geschäftsideen nicht um Durchbruch kommen.

 


Was passiert beim Gründercoaching?

Ausgangspunkt bzw. Grundlage jedes Gründercoachings ist der Businessplan oder Canvas. Existiert ein solches Unternehmenskonzept noch nicht oder nur in Ansätzen, wird es im Coachingprozess gemeinsam mit den Gründer*innen erarbeitet. Ist es schon ausgearbeitet vorhanden, geht man es Schritt für Schritt durch und überarbeitet es gegebenfalls. Auf jeden Fall erörtert man die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Geschäftsidee, plant Marketing  und Finanzen bzw. die Unternehmensfinanzierung.

Neben Elementen aus der betriebswirtschaftlichen Beratung kommen beim Gründercoaching auch Elemente aus dem Business Coaching zum Tragen. So wird zum Beispiel wird erörtert, welches Geschäftsmodell zur Gründerperson und deren aktueller Lebenssituation am besten passt.

Der Coach steht dem Gründer im gesamten Prozess mit seiner Erfahrung und Fachexpertise zur Verfügung, weist auf Knackstellen und blinde Flecken ebenso wie auf (große) Chancen hin. Sollte es notwendig sein, begleitet der Coach den/ die Gründer*in auch zu wichtigen Verhandlungen, z. B. mit Kreditinstituten. Kommt eine Förderung durch die Arbeitsagentur bzw. das Jobcenter (Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld) in Frage, unterstützt der Berater auch hier, u. a. mit einer fachlichen Stellungnahme.