Pressearbeit

Pressearbeit für Unternehmen

Kontinuierliche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist für Unternehmen und Selbständige wichtig, entscheiden doch vielfach Bekanntheit und öffentliche Wahrnehmung über den unternehmerischen Erfolg.

Das sollten Sie unbedingt wissen:

  • PR braucht ein gewisses Know-how, viel Kontinuität und macht sich keinesfalls nebenbei!
  • Auch sollten Sie bedenken, dass Redaktionen mit Informationsmaterial von allen Seiten überschüttet werden. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Nachricht wirklich neu und wichtig ist, und wählen Sie sowohl Anlass als auch Zeitpunkt Ihrer Pressearbeit sehr genau!
  • Ein Presseartikel bzw. Medienbericht sollte außerdem immer sachlich informieren und ersetzt daher keine Anzeigenwerbung!
  • Medien sind Ihnen gegenüber zu nichts verpflichtet.Auch wenn manche damit locken, dass Sie bei Schaltung einer Anzeige einen redaktionellen Beitrag über Sie bringen und und auch wenn Ihre Meldung wichtig und neu ist, so gilt doch: Sie sind auf die Medien angewiesen.Darum: Bauen Sie langfristig gute Kontakte zu Medien und MedienvertreterInnen auf und bieten Sie nur erstklassige, gut aufbereitete Informationen an, die leicht aufgenommen und verstanden werden können!

Praxistipps:

Der Presseverteiler
Zunächst sollten Sie sich also darüber informieren, welche Medien zu Ihrem Unternehmen und Ihren Informationen passen. Dabei können die Faktoren Inhalt, Reichweite und Auflage entscheiden.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. stellt eine Liste der Online-Auftritte und Mobilportale sämtlicher deutscher Printmedien unter https://www.united-kiosk.de zur Verfügung. Hier können Sie auch nach einem speziellen Themengebiet suchen, das zu Ihrem Presseverteiler passt – beispielsweise die Branche Ihres Unternehmens.

Eine gute Übersicht aller deutschen Printerzeugnisse bietet http://www.presse-im-handel.de/ Aller Radiosender – nach Bundesländern sortiert – finden Sie aufgelistet unter http://www.radiolisten.de/ 

Regionale Medien und Fachmagazine werden oft unterschätzt. Vielleicht können Sie gerade hierüber Ihre (!) Zielgruppe erreichen.

Wenn Sie herausgefunden haben, welche Medien Sie in Ihrem Presseverteiler haben wollen, versuchen Sie nach den passenden Redakteuren und nach freien Journalisten zu suchen. Informieren Sie sich, wer in der Vergangenheit über welche Themen  geschrieben hat.

Auch Twitter kann beim Aufbau Ihres Presseverteiler helfen. Die meisten Medien und Medienvertreter sind inzwischen in diesem sozialen Medium vertreten, und dort lässt sich gezielt über die „Hashtags“ (#) sehr gut nach den für Sie relevanten Themen suchen.

Zudem gilt: Versuchen Sie einen persönlichen Kontakt mit Redakteuren aufzubauen, ohne diesen lästig zu fallen. Es ist beispielsweise durchaus legitim, einige Tage nach Versand einer Pressemitteilung einmal nachzuhaken, ob diese beim richtigen Ansprechpartner angekommen ist. Verbinden Sie den Anruf damit, sich vorzustellen. Erzählen Sie zum Beispiel, dass Sie gerade Ihren Presseverteiler überarbeiten und fragen Sie nach den präferierten Themen und der optimalen Kontaktform.

Eine – allerdings kostenpflichtige – Option, um direkt an Journalistenkontakte zu kommen, ist die Mediendatenbank  https://www.zimpel.de/.  Dort erhalten Sie Journalistenkontakte mit Durchwahl und weiteren Zusatzdaten für Ihren Presseverteiler.

Ein guter Presseverteiler  – am besten mit Excel erstellt – enthält übrigens mehr als einen Name und die E-Mail-Adresse. Sie sollten möglichst viele Kontaktdaten, wie direkte Durchwahl, Adresse etc. in Ihrem Presseverteiler festhalten. Legen Sie eine Spalte an, in der Sie das Genre eintragen –  z.B. Reisen, Lebensmittelbranche, Wirtschaftsnews u. ä.  So können Sie je nach Presseinformation Ihren Presseverteiler entsprechend so sortieren, dass Ihnen immer nur die relevanten Kontakte aufgelistet werden.

Nach dem Aufbau kommt die Pflege des Presseverteiler: Überprüfen Sie einmal jährlich, ob die Daten noch aktuell sind. Wichtige Fragen können dabei außerdem sein:  Welche Kontakte haben (viel) berichtet? Welche haben Ihnen positives oder negatives Feedback gegeben? Welche Kontakte gibt es überhaupt noch?  Und informieren Sie sich auch kontinuierlich über neue Journalisten und Medien, die für Ihren Presseverteiler in Frage kommen könnten.

Online-Presseportale

Neben dem klassischen Presseverteiler mit Direktversand gibt es noch die Möglichkeit,  Pressemitteilungen in ein Online-Presseportal zu stellen. Ob dadurch mehr Journalisten erreicht werden, wird in Fachkreisen zuweile oft bestritten. Jedoch wirkt sich das Einstellen positiv auf Ihre Bekanntheit im Web und Ihr Suchmaschinenranking aus.

Eine Übersicht über erprobte (kostenfreie) Presseportale im Netz finden Sie hier: https://www.gruenderkueche.de/fachartikel/die-besten-10-kostenfreie-presseportale/

Aufbau und Inhalt einer Pressemitteilung

Beginnen Sie mit dem Wichtigsten, d. h. in den 1. Satz gehört immer der Anlass für die Pressemitteilung. Und: Machen Sie einen Vorschlag für die Überschrift je kürzer und prägnanter, umso besser Ihre Pressemitteilung muss Antwort geben auf folgende „W-Fragen“:

  • Was ist der Anlass für die Meldung? (Ereignis, Geschehen)
  • Wer agiert? (Unternehmen oder Personen)
  • Wie? (Ablauf) • Warum? (Gründe)
  • Wo? (Ort)
  • Wann? (Zeitpunkt oder Zeitspanne)

Optional kann man noch weitere W-Fragen ergänzen, z. B. Welche Quelle ? Wie groß / Wie viel? Für wen?

Eine Pressemitteilung ist nicht chronologisch aufgebaut, sondern nach Relevanz der Inhalte. Dabei gilt: Das Wichtigste kommt immer zuerst!

Außerdem gilt:

  • Schreiben Sie in kurzen, einfachen Sätzen, allgemein verständlich und benutzen Sie keine Abkürzungen.
  • Nennen Sie sich beim Namen (niemals »wir«!). Sie sind die Informationsquelle:  Bsp. „Die Firma Karl Müller hat zehn neue Mitarbeiter eingestellt. Nach Aussage des Unternehmens….“
  • Kennzeichnen Sie Ihre persönliche Meinung: „Nach Meinung von Inhaber Karl Müller … Der Firmenchef wies darauf hin …“
  • Haben Sie Mut zu Zitaten in direkter oder indirekter Rede. Zitate machen die Pressemitteilung lebendiger. Aber Vorsicht: Legen Sie niemandem ein falsches Wort in den Mund!
  • Tatsachen und keine Werbung – auch nicht in Form von lobenden Adjektiven – sind gefragt. Aussagen wie »sensationell«, »superbillig« oder »phantastische Qualität« werden in den Redaktionen gestrichen und tragen nicht zur Glaubwürdigkeit Ihrer Pressemitteilung bei.
  • In der Kürze liegt die Würze! Ersparen Sie dem Redakteur das Kürzen eines langen und langweiligen Textes. So können sich nicht nur Fehler einschleichen – Ihre Chancen, veröffentlicht zu werden, steigen erheblich mit einem kurzen und prägnanten Text …
  • Weniger wichtige Informationen und allgemeine Erläuterungen gehören an den Schluss der Mitteilung, so dass der Redakteur den Text gegebenenfalls von hinten her kürzen kann.
  • Bieten Sie auch Bildmaterial an (Hochglanz, Format 13 x 18) oder digital (hochauflösend, 300 dpi/cm2)

Wörter, wie sie  nicht in eine Pressemitteilung gehören, sind z. B.: allemal, anscheinend, bekanntlich, eigentlich, einigermaßen, fraglos, gemeinhin, gottseidank, irgendwann, möglicherweise, neuerdings, offenbar, sicherlich, übrigens, vermutlich, wahrscheinlich, zweifellos.